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Am Sonntag den Sonntag feiern

Am 3. März ist der „Internationale Tag des freien Sonntags“

Nordhessen. Unser Sonntag – für einen Großteil der Bevölkerung noch immer ein arbeitsfreier Tag – hat am 3. März sein Jubiläum. Denn vor genau 1692 Jahren, am 3. März 321, erließ Kaiser Konstantin erstmalig für das gesamte Reich die Vorschrift, dass der Sonntag staatlicher Ruhetag sein sollte. Dieses historische Ereignis hat die Allianz für den freien Sonntag zum Anlass genommen, einen eigenen Feiertag für einen besonderen Tag auszurufen. Der „Internationale Tag für den freien Sonntag „ findet in Deutschland und mehreren EU-Staaten statt und wird ökumenisch getragen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, haben bereits gemeinsam dazu aufgerufen, den Sonntag als freien Tag zu schützen und zu bewahren (siehe auch: http://www.ekd.de/presse/pm24_2013_sonntag.html).

Genießt der Sonntag als arbeitsfreier Tag heutzutage auch noch weitgehenden Schutz – zum Beispiel verbietet auch das Grundgesetz am Sonntag gewerbliche Arbeit und lässt aus gutem Grund nur sehr wenige Ausnahmen zu – so verliert er aber in der Praxis immer mehr an Verbindlichkeit. Immer mehr Ausnahmegenehmigungen werden erteilt und viel zu oft wird Sonntagsarbeit und Ladenöffnung mit sehr oberflächlichen Argumenten begründet und durchgeführt. Mittels der Salamitaktik wird aus rein wirtschaftlichen Gründen scheibchenweise die sonntägliche Garantie auf freie Zeit für alle angegriffen und langsam zerstört.

Die Allianz für den freien Sonntag ruft ebenfalls am 3. März (aber nicht nur dann) dazu auf, den arbeitsfreien Sonntag als wichtiges Kulturgut nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen, sich in eine öffentliche Diskussion um eine Begrenzung krankmachenden Risiken einer wachsenden Beschleunigung in Arbeit und Lebenswelt einzumischen, die Lebensqualität der biblischen Sabbat-/Sonntagstradition neu zu entdecken und auch das persönliche Verhalten zu reflektieren und ggf. so auszurichten, dass der Sonntag ein besonderer Tag der Arbeitsruhe und Besinnung bleibt.

Die Allianz für den freien Sonntag – Region Nordhessen hat zu diesem Jubiläum allen evangelischen und katholischen Pfarrämtern eine eigens zu diesem Zweck von der Allianz für den freien Sonntag – Bund erstellen Arbeitshilfe für Gottesdienstgestaltung und Aktionen, Unterschriftenlisten und Kanzelabkündigungen zukommen lassen . Viele Gemeinden werden sicherlich diesem Aufruf nachkommen und diesem zentralen Tag mit seiner hohen Lebensdienlichkeit und Gestaltungskraft wieder zu mehr Gehör und Gewicht verhelfen – nicht nur an diesem 3. März.

Denn längst schon sind wir auf dem Weg zur „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ mit ihren völlig unterschätzten Belastungen. Die veränderten Zeitrhythmen haben zunehmend verhängnisvolle Folgen für das soziale Miteinander in der Gesellschaft sowie für die psychische und leibliche Gesundheit des Einzelnen.

Gleichzeitig entdecken in einer Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche und einer zunehmenden Kommerzialisierung aller Lebensbereiche immer mehr Menschen die Bedeutung des Sonntags als Tag der Arbeitsruhe und der Besinnung. Für die humane Qualität menschlichen Lebens und Zusammenlebens sind gemeinsame freie Zeiten und ein lebensdienlicher Rhythmus von Werktag und Feiertag unverzichtbar.

Der arbeitsfreie Sonntag ist ein „Geschenk des Himmels“ – so formuliert es die bundesweite Initiative von Kirchen, kirchlichen Verbänden und Gewerkschaften, die sich dafür einsetzt, dass nur die gesellschaftlich unbedingt notwendige Arbeit am Sonntag geleistet werden darf, weitere Aufweichungen des Sonntagsschutzes vermieden werden und die Genehmigungspraxis strenger gehandhabt wird. Diese Allianz für den freien Sonntag hat inzwischen über 80 regionale Bündnisse gegründet. Allein in Hessen gibt es derzeit drei Allianzen, die vierte ist in Planung.

Hintergrund: Die Allianz für den freien Sonntag
Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region Nordhessen und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben das Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Bezirk Nordhessen als Trägerorganisationen im Juni 2011 die Allianz für den freien Sonntag – Region Nordhessen ins Leben gerufen. Sie will sich für eine bewusste Sonntagskultur in einer schnelllebigen Zeit und die Bewahrung des freien Sonntags als Grundlage einer humanen Gesellschaft engagieren.

Ihre Ziele sind: Ein verstärkter Sonntagsschutz, effektivere Kontrollen bei den Ausnahmeregelungen und keine weiteren Ausnahmen in immer mehr Wirtschaftsbereichen. (red)

Weitere Infos zum Thema:
http://www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de/
http://www.sonntagsallianz-hessen.de/index.htm

 

 



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