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MT lässt Favorit Flensburg beinahe straucheln

malte-schroeder130228Kassel/Melsungen. Nach einem von beiden Seiten sehr intensiv geführten Match leuchtete ein leistungsgerechtes 26:26 am Anzeigenwürfel der Kasseler Rothenbach-Halle auf. Da waren nicht nur die Spieler der MT Melsungen und der SG Flensburg/Handewitt erschöpft, sondern auch die gut 3.000 Zuschauer. Hatten Sie doch das erneut dezimiert angetretene Heimteam über die nahezu gesamten 60 Minuten angefeuert, um dann auf der Zielgeraden – komplett von den Sitzen erhoben – das Tor zum völlig verdienten Unentschieden förmlich zu erzwingen. Beste Werfer waren für Melsungen Malte Schröder (7) und für Flensburg/Handewitt Holger Glandorf und Lars Kaufmann (jeweils 6).

Dass die SG Flensburg/Handewitt, Bundesliga-Dritter, DHB-Pokalendrundenteilnehmer und frischgebackener Championsleague Achtelfinalist als haushoher Favorit angereist war, hatten die Zuschauer wahrscheinlich schon nach fünf Minuten vergessen. Das war nämlich just die Spielminute, in der der ohne Vasilakis (Grippe), Sanikis (Fußverletzung) und Zufelde (Rekonvaleszenz) angetretene Tabellenneunte zum ersten Mal ausgleichen konnte (4:4). Felix Danner hatte nach überraschendem Zuspiel von Michael Allendorf vom Kreis Flensburgs Mattias Andersson überwunden. Keine zwei Minuten später sahen sich die praktisch in Bestbesetzung angetretenen Gäste auch zum ersten Mal im Rückstand. Malte Schröder, der den erkrankten Alexandros Vasilakis im rechten Rückraum vertrat, hämmerte mit viel Schwung den von Fahlgren zugespielten Ball in die Flensburger Maschen. Bei den Nordlichtern hatten bis dahin fast nur die beiden Nationalspieler im Wartestand, Lars Kaufmann und Holger Glandorf, als Torschützen auf sich aufmerksam gemacht.

Im weiteren Verlauf erarbeitete sich die mutig drauflos spielende MT gegen die etwas verkrampft wirkende SG leichte Vorteile, die sich jeweils in knappen Vorsprüngen niederschlugen. Über 7:5 (10., Schröder) und 9:7 (13., Danner) ging Rotweiß in der 18. Minute erneut durch Schröder gar mit drei Toren nach vorn (12:9). Entscheidend dafür waren unter anderem einige gute Szenen von Appelgren, der Bälle von Kaufmann und Glandorf parierte hatte, und die Ausbeute von Schröder und Danner. Die zweitbeste Abwehr der Liga fand kein richtiges Mittel gegen die geschickt variierende Melsunger Offensivabteilung. Mal wurden Tore durch feine Einzelleistungen erzielt und mal waren sie das Produkt guter Vorarbeit durch Nebenleute.

Eine erfahrende Mannschaft wie Flensburg/Handewitt lässt sich davon aber nur bedingt beeindrucken, denn die drei Tore Rückstand waren kaum fünf Minuten später wieder aufgeholt. Eggert per Siebenmeter gegen Appelgren, Mogensen über die Mitte und Weinhold über Rechts besorgten das 12:12. Spannung und Kurzweil blieben so bis zum 15:15 zum Halbzeitpfiff garantiert.

Wacher aus der Kabine kamen dann die Melsunger. Kapitän Vuckovic und Schröder stellten binnen zwei Minuten nach Wiederanpfiff auf 17:15. Zuvor hatte sich Mogensen einen Ballverlust erlaubt. Die schon in Halbzeit eins zu beobachtenden leichten Vorteile für die MT hatten auch in der zweiten Spielhälfte lange Bestand.

Flensburg konnte die kleineren Rückstände von eins, zwei Toren zwar immer wieder wettmachen, aber das Ruder deutlich herumzureissen gelang einfach nicht. Dafür waren die Hausherren einfach zu aufmerksam in der Abwehr (Kubes!) und zu unberechenbar im Angriff (Schröder, Danner, Vuckovic, etc.). In der 52. Minute scheiterte Allendorf beim Stand von 24:24 per Strafwurf an Andersson und kurz darauf Fahlgren aus dem Spiel heraus ebenfalls. Auf der andren Seite markiert Heinl vom Kreis das 24:25. Dies war die erste Flensburger Führung im zweiten Durchgang.

Jetzt, da es in die entscheidende Phase ging, nahm auch die Hektik im Spiel auf beiden Seiten zu. Danner glich zwar zunächst aus, aber weil Kubes kurz darauf eine Zweiminutenstrafe aufgebrummt bekam, musste die MT in Unterzahl Mogensen zum 25:26 ziehen lassen (56.). Der intensiven Auseinandersetzung geschuldet, häuften sich nun auch technische Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten. Die Trainer versuchten jeweils per Team Timeout etwas entschleunigend auf das Geschehen einzuwirken, was aber nur kurzzeitig wirksam war.

Sowohl Flensburg als auch Melsungen hatte in der Restspielzeit noch Chancen, das Spiel zu den eigenen Gunsten zu entscheiden. Dass dies dem Gast nicht gelang, lag vor allem an Per Sandström, der Heinl einen und Mogensen gleich zwei aussichtsreiche Bälle abkaufte. Und dass es der MT nicht gelang, lag unter anderem an den schwindenden Kräften. Würfe blieben an der gegnerischen Mauer hängen oder es war ein, zwei Mal einfach nur das Visier falsch eingestellt.

Letztlich mündeten die Anstrengungen der Kontrahenten in ein leistungsgerechtes Unentschieden, mit dem beide Mannschaften gut leben konnten. Die MT, weil sie nicht im Entferntesten vor dem Spiel davon ausgehen durfte, in dezimierter Besetzung und mit noch nicht ganz genesenen Spielern dem Favoriten überhaupt derart Paroli bieten zu können; und die SG, weil sie bei etwas besserer Chancenverwertung der MT zum Schluss auch durchaus ohne etwas Zählbares hätte heimfahren können.

Vor genau einem Jahr und einem Tag, am 26. Februar 2012, stand an gleicher Stelle schon einmal ein Remis zu Buche. Damals trennte man sich in der Kasseler Rothenbach-Halle mit 32:32. Alle anderen 14 Erstliga-Duelle entschied die SG Flensburg/Handewitt für sich. (Bernd Kaiser)

Trainerstimmen zum Spiel:

Ljubomir Vranjes: Vor einem Jahr haben wir hier auch Unentschieden gespielt. Ich hoffe nicht, dass dies jetzt ein Dauerzustand wird. Aber heute können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein, denn es hätte auch schlechter für uns ausgehen können. Wir haben uns in der entscheidenden Phase vielleicht ein paar technische Fehler zuviel geleistet. Melsungen spielt insgesamt eine recht gute Saison und hat ja auch keine schlechte Mannschaft. Man muss sich auf keinen Fall schämen, wenn man hier einen Punkt lässt oder gar verliert.

Michael Roth: Wir hatten heute nur vier Rückraumspieler, einige waren zudem nach der Grippewelle noch nicht richtig fit. Umso wichtiger war es, dass Schröder und Stenbäcken heute mit starken Leistungen gezeigt haben, warum wir sie hierher geholt haben. Was sonst manchmal zu kurz kommt, möchte ich heute tun, nämlich ausdrücklich Daniel Kubes für seine hervorragende Abwehrarbeit loben. Fast schon normal ist es ja ansonsten geworden, Felix Danner, der wie so oft wieder gut gespielt hat, herauszuheben. Hätten wir heute nur ein bischen bessere Torhüterleistungen gehabt, wäre vielleicht sogar noch etwas mehr drin gewesen. Nichtsdestotrotz hat die gesamte Mannschaft das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben gebrannt und gekämpft um jeden Millimeter – so, wie man es gegen eine Mannschaft wie Flensburg auch machen muss. Ich denke, es war ein gerechtes Ergebnis. Ein Sieg wäre heute vielleicht auch etwas zu viel des Guten gewesen.

Statistik:

Appelgren (7 Paraden), Sandström (6 Paraden) – Stenbäcken 2, Mansson, Kubes, Fahlgren 3, Schröder 7, Hildebrand 1, Danner 4, Pregler (n.e.), Karipidis 3, Allendorf 3/3, Vuckovic 3, Räbiger (n.e.). Trainer Roth.

Andersson (8/1 Paraden), Rasmussen (5 Paraden) – Karlsson, Machulla, Eggert 4/3, Glandorf 6, Mogensen 2, Hansen, Weinhold 2, Dibbert, Heinl 2, Gustafsson 1, von Gruchalla 3, Kaufmann 6, Voigt. Trainer Vranjes.

Strafwürfe: 5/3 – 3/3 (Karipidis trifft nur den Pfosten, 12. Min.; Allendorf scheitert an Andersson, 52. Min.)

Zeitstrafen: 3 – 1 (Mansson, 2x Kubes – Karlsson)

Schiedsrichter: Sebastian Grobe / Adrian Kinzel (Braunschweig/Bochum)

Zuschauer: 3.030, Rothenbach-Halle Kassel.

Spielfilm: 0:1 (1.), 1:3 (3.), 4:4 (6.), 6:4 (9.), 7:6 (12.), 9:7 (15.), 12:9 (18.), 12:10 (21.), 12:12 (24.), 14:14 (27.), 15:15 (HZ), 17:15 (33.), 19:19 (36.), 20:19 (39.), 21:21 (42.), 24:22 (45.), 24:23 (49.), 24:24 (51.), 24:25 (54.), 25:26 (57.), 26:26 (EN)



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