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26:31 – MT gegen Magdeburg vom Fehlerteufel gebeutelt

Felix Danner, bester Melsunger Torschütze (7 Treffer). Foto: Archiv Heinz HartungMelsungen. Im Vorfeld des 24. Spieltages der DKB Handball-Bundesliga war das Duell der beiden Punktenachbarn MT Melsungen und SC Magdeburg als ein Spiel auf Augenhöhe eingestuft worden. Am Ende aber musste sich die Gastgeber vor 2.217 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle klar mit 26:31 geschlagen geben. Schon das Halbzeitresultat von 11:16 deutete das Kräfteverhältnis an diesem Tage an. Als beste Feldtorschützen stachen Felix Danner (7) bei der MT und Andreas Rojewski (8) beim SCM heraus. Die Nordhessen büßen durch diese Niederlage einen Tabellenplatz ein und sind nun Neunter. Hingegen haben sich die Sachens-Anhaltiner von Rang neun auf Rang sieben verbessert.

Stark angefangen, am Ende ebenso stark nachgelassen und dazwischen fast noch einmal zurückgekämpft – so könnte der aufs Allernötigste komprimierte Bericht von diesem Match lauten. Dennoch ist ein Blick auf einige spielrelevante Details lohnenswert. Die MT musste auf den fußverletzten Grigorios Sanikis gänzlich verzichten, dafür stand der nach seinem Virusinfekt nur bedingt auskurierte Jonathan Stenbäcken im Aufgebot, sowie erstmals wieder nach sechsmonatiger Verletzungspause Christian Zufelde. Malte Schröder wurde für seine ansteigende Formkurve belohnt und durfte gleich in der Startformation im rechten Rückraum anstelle von Alexandros Vasilakis ran. Ansonsten stand die aus den letzten Wochen gewohnte Besetzung mit Allendorf (LA), Vuckovic (RL), Fahlgren RM), Danner (KM), Karipidis (RA) und Sandström (TW) auf dem Feld. Für Magdeburg operierten zunächst Grafenhorst (LA), Kneer, (RL), Tönnesen (RM), Rojewski (RR), Weber (RA), Landsberg (KM) und Eijlers (TW).

Nach einem schnellen Auftaktsiebenmeter, verwandelt von Karipidis, zog die MT vor der Magdeburger 6:0-Abwehr ein durchaus flüssiges Angriffsspiel auf, bei dem schnelle Ballpassagen in der Regel mit Toren abgeschlossen wurden. Magdeburgs Keeper Gerri Eijlers hatte keinen leichten Stand und seine Vorderleute schienen zunächst auch nicht in der Lage, ihn wirkungsvoll zu unterstützen. Auf der anderen Seite tat sich aber auch Melsungens Defensive schwer bei gegnerischen Würfen aus dem Rückraum. So bewegten sich die Zwischenstände in den ersten 10 Minuten bis zum 4:4 in “geordneten Bahnen” – keiner von beiden konnte sich bis dahin mit mehr als einem Treffer absetzen.

Das änderte sich danach schlagartig, als die MT in einem Zwischenspurt mit Treffern von Vuckovic, Fahlgren und Karipidis innerhalb von nur zwei Minuten auf 7:4 enteilte. Die in solchen Momenten obligatorische Grüne Karte kam prompt, SCM-Trainer Carstens nahm seine Schützlinge aus der Schusslinie und brachte Gustavsson für Eijlers im Tor. Den Vorwärtsdrang der MT vermochte er indes damit nicht entscheidend zu stoppen. Auch wenn die Hausherren nach Wiederanpfiff einen Treffer von Rojewski hinnehmen mussten und vorne Karipidis in Gustavsson seinen Meister fand. Im nächsten Versuch machte es der MT-Rechtsaußen besser und erzielte nach Anspiel durch Schröder das 8:5 (14.). Landsberg konterte zwar, aber ebenso postwendend traf der von Vuckovic mustergültig bediente Danner vom Kreis (9:6, 15.).

Die MT verpasste es, die Führung auszubauen
“In dieser Phase hätten wir uns unbedingt weiter absetzen müssen. Wer weiß, wie dann das Spiel gelaufen wäre”, wird Michael Allendorf nach dem Abpfiff sagen. Dass dies MT aber nicht gelang, lag einerseits an den glücklosen Wurfversuchen von Vasilakis, der inzwischen für Schröder gekommen war, und von Fahlgren, die ihre Bälle jeweils glatt neben das Magdeburger Gehäuse setzten. Andererseits zeigte die zunehmende Treffsicherheit von Magdeburgs Rückraumakteuren Wirkung. Nacheinander versenkten Tönnesen, zweimal Kneer und Rojewski, sodass das Pendel nach nur gut vier Minuten zugunsten von Magdeburg umgeschlagen war (9:10, 19.).

Höchste Zeit also für eine Unterbrechung – Michael Roth nahm das Team Timeout. Die erhoffte Verbesserung des Melsunger Spiels indes blieb aus. Vielmehr schnellte die Fehlerquote im Angriff in gleichem Maße nach oben, wie die Hintermannschaft glückloser agierte. Sie gewährte fortan auch Spielern Freiräume, die bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten waren. So trafen nun beispielsweise aus dem Rückraum auch Schäpsmeier und die Außen Weber und Grafenhorst. Und weil die Melsunger Tore – mit Ausnahme eines Vasilakis-Treffers und eines verwandelten Karipidis-Strafwurfs – absolute Mangelware blieben, durften sich die Gäste zu Recht über eine 16:11-Halbzeitführung freuen.

Mit gutem Vorsatz aus der Pause
Dass sich die MT vorgenommen hatte, das Spiel umzubiegen, war gleich nach Wiederanpfiff zu erkennen. Magdeburgs Wiegert, der den Regie-Part von Tönnesen übernommen hatte, vertändelte den Ball und ermöglichte so den Gastgebern schnell einen ersten Angriff. Stenbäcken, aufgrund eines Infekts noch geschwächt und deshalb eigentlich nur für Notfälle bereitstehend, hatte den Platz von Vuckovic im linken Rückraum eingenommen und bediente mit einem langen Querpass über den Magdeburger Torraum Karipidis. Der Grieche versenkte und sein 12:16 ließ auch bei den Zuschauern Hoffnung auf eine “andere” zweite Spielhälfte aufkommen.

Was sich aber umgehend als unrealistisch erweisen sollte. Denn nach diesem gelungenen Auftakt ließ sich die MT zweimal in Folge von Rojewski schocken. Der Halbrechte war an diesem Tage überhaupt nicht in den Griff zu bekommen und sorgte schnell wieder für klare Verhältnisse zugunsten seines SCM (12:18, 33.). Weil danach nur zweimal Danner traf, Stenbäcken und Fahlgren aber vorbei zielten, bzw. an Gustavsson scheiterten, und weil auf der anderen Seite Weber und wieder einmal Rojewski erfolgreich waren, leuchtete in 37. Minute ein 14:20 von der Anzeigentafel der Rothenbach-Halle. War das bereits die Vorentscheidung?

Nein! Denn die MT blies zur Aufholjagd. Der eben noch glücklose Stenbäcken tankte sich zum 15:20 durch, Allendorfs gelungener Steal ermöglichte Danner das 16:20, ein Vasilakis-Hammer führte zum 17:20 – die Rothenbach-Halle vibrierte wieder und der SCM suchte sein Heil im Team Timeout. Das nützte nichts, denn kurz nach Wiederaufnahme der Partie schlug Stenbäcken erneut zu – 18:20 (40.). Als Wegbereiter dieser Aufholjagd durfte sich aber außer den Torschützen vor allem Mikael Appelgren fühlen. Der Keeper, zu Beginn der zweiten Halbzeit für Sandström im Kasten, vereitelte reihenweise die Großchancen der Gästeangreifer. Nacheinander trieb er Tönnesen, Rojewski, van Olphen und Grafenhorst zur Verzweiflung.

Die Chance, das Spiel zu kippen
Das war nun also die Phase, in der das Spiel hätte kippen können, ja eigentlich kippen müssen. Wenn die MT nur das nötige Kapital aus der eingetretenen Verunsicherung der Magdeburger geschlagen hätte. Jedesmal in der Folgezeit, wenn die sie noch dichter hätte rankommen können, fing sie sich ärgerliche Gegentore ein. Die Maßnahme des Trainers, 5:1 mit Allendorf als Vvorgezogenen decken zu lassen, hätte aufgehen können, wenn dahinter nicht diese individuellen Fehler passiert wären. Da waren die jeweiligen Abwehrspieler einfach nicht im Bilde, wenn Tönnesen, Rojewski oder van Olphen ihre keineswegs harten Würfe abgaben. So wollte der Abstand einfach nicht geringer als diese besagten zwei Tore werden. Was in Anbetracht der Anstrengungen schon frustrierend war. Vor allem für Felix Danner, der die nun gehäuften Zuspiele an ihn dankend annahm und traumhaft sicher in Gustavssons Kasten versenkte.

Umgekehrt konnte sich aber auch der SCM zunächst nicht mit mehr als drei Treffern absetzen und deshalb selbst neun Minuten vor Schluss beim Stand von 25:27 noch längst nicht sicher sein, das Spiel zu gewinnen. Zumal die MT kämpferisch nie aufsteckte. Den “Todesstoß” musste sich “Rotweiß” dennoch gefallen lassen. Den besorgten in zwei kurz hintereinanderfolgenden Akten Kneer und Tönnesen. Nach deren 25:29 (54.) versuchte Michael Roth zwar per Auszeit noch einmal seine Crew zu pushen, aber weil sich anschließend erneut der “Fehlerteufel” in den Angriff einschlich, blieb die erhoffte Kehrtwende aus. Letztlich muss die MT Melsungen den klaren 31:26-Sieg des Punktenachbarn anerkennen, der zweifelsohne die treffsichereren Schützen in seinen Reihen und damit die insgesamt bessere Tagesform hatte.

Trainerstimmen zum Spiel:
Frank Carstens, SCM: Nach den erfolglosen Bundesligaspielen in diesem Jahr, war das Ergebnis heute sehr wichtig für uns. Entscheidend für diesen klaren Sieg war unsere hohe Angriffsefektivität, der große Einsatzwille vor allem in der Abwehr und der Wechsel auf der Torwartposition, wo Gustavsson wichtige Bälle gehalten hat. Ich hoffe, wir haben heute unsere Negativserie in der Liga beendet.

Michael Roth: Gratulation an Magdeburg, dieser Sieg geht auch in der Höhe vollkommen in Ordnung. Wir haben bis zum 7:4 alles richtig gemacht und es gab auch in der zweiten Halbzeit nach klarem Rückstand sogar nochmal die Gelegenheit, das Spiel umzubiegen. Aber wenn man in entscheidenden Phasen undiszipliniert ist und überhastet aufs Tor wirft, gelingt das nicht. So etwas darf nicht passieren. Hinzu kommt, dass Leistungsträger wie Vuckovic, Vasilakis oder auch Fahlgren einfach nicht das gezeigt haben, was man von ihnen erwarten darf. Wir befinden uns seit Jahresbeginn leider in einer Art Abwärtsspirale und müssen sehen, dass sich diese nicht ausweitet. Andererseits dürfen wir uns jetzt nicht verrückt machen. Wir haben nun 10 Tage Zeit, die Köpfe frei zu bekommen und uns auf das wichtige Spiel in Gummersbach vorzubereiten

Statistik:

MT Melsungen – SC Magdeburg 26 : 31 (11 : 16)

MT: Sandström (1.-30. Min. und bei einem Strafwurf; 8 P.), Appelgren (31.-60., Min; 12 P.) – Stenbäcken 2, Mansson, Kubes, Fahlgren 3, Schröder 1, Vasilakis 2, Hildebrand, Danner 7, Karipidis 7/3, Allendorf 3/1, Vuckovic 1. Trainer Roth.

SCM: Gustavsson, Eijlers – Wiegert, Kneer 5, Rojewski 8, Musche, Landsberg 2, van Olphen 1, Hornke, Grafenhorst 2, Tönnesen 6, Schäpsmeier 2, Weber 4/2, Jurecki 1. Trainer Carstens.

Strafwürfe: 5/4 – 2/2 (Karipidis scheitert an Gustavsson, 44:23 Min.)

Zeitstrafen: 1 – 3 (Schröder, 8:46 Min. – Landsberg, 23:09 Min.; Weber 36:32 Min., Jurecki, 29:50 Min.)

Schiedsrichter: Matthias Brauer (Hamburg)/ Kay Holm (Hagen, Schleswig-Holstein)

Zuschauer: 2.217, Rothenbach-Halle Kassel.

Spielfilm: 1:1 (3.), 3:2 (6.), 4:4 (9.), 7:4 (12.), 9:5 (15.), 9:8 (18.), 9:11 (21.), 9:12 (24.), 10:13 (27.), 11:16 (HZ), 12:18 (33.), 14:19 (36.), 16:20 (39.), 19:22 (42.), 21:24 (45.), 23:25 (48.), 25:27 (51.), 25:29 (54.), 26:29 (57.), 26:31. (Bernd Kaiser)



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