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Ortslandwirtetagung in Fritzlar war ein voller Erfolg

Im Blickpunkt: GAP-Reform und Windenergie im Schwalm-Eder-Kreis

ortslandwirtetagung130320Fritzlar. Auch in diesem Jahr hatte der Fachbereich Landwirtschaft der Kreisverwaltung und der Kreislandwirt des Schwalm-Eder-Kreises in das Haus an der Eder eingeladen. Die Ortslandwirte und ihre Stellvertretungen werden hier über wichtige Fachthemen rund um die Landwirtschaft informiert, die sie dann in den unterschiedlichen Wirkungskreisen einbringen können. Im Schwalm-Eder-Kreis üben in 245 Gemeinden 204 Ortslandwirte und 168 Stellvertreter ihr Ehrenamt für die Dauer von sechs Jahren aus. Als Verbindungsglied zwischen der Landbevölkerung und dem Berufsstand hat dieser Personenkreis vor Ort eine bedeutende Funktion als fachkompetente Vermittler.

Teilweise sind sie auch als Schlichter bei Auseinandersetzungen im Konfliktbereich der Landwirtschaft mit den anderen Nutzern von Feldflur und Dorf aktiv. In diesem Zusammenhang sind die Ortslandwirte mittlerweile wichtige Ansprechpartner für die jeweilige Gemeinde geworden.

Darüber hinaus unterstützen die Ortslandwirte die Landwirtschaftsverwaltung und andere Behörden und Institutionen bei der Durchführung von gesetzlichen Maßnahmen. Hierbei stehen sowohl die Beratungen und Stellungnahmen, als auch die Auskunftserteilung im Rahmen des Vollzugs von Aufgaben an.

In seinen Begrüßungs- und Eröffnungsworten hob Kreislandwirt Adolf Lux trotz Rückgang der Betriebe die Bedeutung der Landwirtschaft im Schwalm-Eder-Kreis hervor. Im Hinblick auf den von der Europäischen Union ausgeübten Einfluss auf die Landwirtschaft müssten neben einer bürgerorientierten Landwirtschaftsverwaltung auch künftig fachlich kompetente Mitarbeiter ihre Arbeit dort verrichten.

Adolf Lux hatte auch keinen Zweifel daran, dass die jüngsten Lebensmittelskandale innerhalb der Landwirtschaft erheblichen Schaden anrichten werden. Abschließend appellierte er an die Zuhörer, für die junge Generation eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Dem Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker war es vor allem wichtig, mit den Vertretern der Landwirtschaft ins Gespräch zu kommen. Winfried Becker war vom guten Besuch der Tagung begeistert und wertete sie als einen vollen Erfolg.

Fachbereichsleiter Heinz-Dieter Ohm moderierte die Tagung.

Schwerpunktthema war die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Hierzu erläuterte Gerd Trautmann (Referatsleiter im Hessischen Ministerium für Umwelt, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) die mittelfristigen Entwicklungen der GAP und die Finanzierung.

Der Referent begann seine Ausführungen mit den zur Zeit auf EU – Kommissions- und EU – Ratsebene diskutierten Vorschlägen zur Gesamtfinanzierung der EU.

Gerd Trautmann machte deutlich, dass die landwirtschaftlichen Direktzahlungen gekürzt werden sollten. Der Referent ist sicher, dass bei dem knapp 40-prozentigen Anteil des EU–Agrarhaushalt am Gesamtbudget der EU das künftige Fördervolumen für die Landwirtschaft geringer ausfallen wird.

Im weiteren Verlauf seines Vortrages erläuterte Gerd Trautmann ein Bündel von derzeitigen Vorschlägen, die auf EU–Kommissions- und EU–Ratsebene diskutiert werden:

Innerhalb der EU – Mitgliedsstaaten soll es zu Umverteilungen kommen. Diese sogenannte Konvergenz hat zur Folge, dass die Direktzahlungen in Deutschland um weitere vier Prozent gekürzt werden. In diesem Zusammenhang existiert auch der Vorschlag einer Mittelumverteilung von der 1. und der 2. Säule in Höhe von bis zu 15 Prozent. Die Entscheidung für diese Option soll auf der Ebene der Mitgliedsstaaten getroffen werden können.  Gerd Trautmann zeigte einige Szenarien auf, die die finanziellen Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen beinhalteten. Des weiteren stehen die Zahlungen für Gebiete mit naturbedingten Benachteiligungen auf dem Prüfstand. Hier ist an eine Neuabgrenzung der Gebietskulisse gedacht. Im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen (AUM) werden momentan Kriterien diskutiert, die die bisherigen ablösen sollen. Jedoch hat der Referent keinen Zweifel am weiteren Fortbestand dieses Förderprogrammes.

In seinem Ausblick erläuterte Gerd Trautmann, dass die Entscheidung des Europaparlamentes sowohl zur mittelfristigen Finanzplanung als auch über die GAP – Reform noch nicht erfolgt ist. Die Verordnungsvorschläge sollen bis Mitte 2013 abgestimmt und dann von Rat und Parlament beschlossen werden.

Im Hinblick auf die durch den Atomausstieg notwendige Energiewende rückt die Nutzung der Windkraft als erneuerbare Energiequelle immer mehr in den Mittelpunkt der Diskussionen. Dazu konnten die Veranstalter den Dezernatsleiter Regionalplanung beim Regierungspräsidium Kassel (RP), Herrn Kaivers gewinnen. Er referierte zum aktuellen Planungsstand zur Windenergienutzung im Schwalm-Eder-Kreis durch seine Behörde.

Herr Kaivers stellte zunächst als wichtigstes Hauptkriterium der Windkraftnutzung die Windgeschwindigkeit in 140 m Höhe von 5,75 m/sec heraus. Gleichzeitig machte er auch deutlich, dass im Gebiet des Schwalm-Eder-Kreises nicht viele geeignete Bereiche vorhanden sind. In seinen Ausführungen erläuterte der Referent die Ausschlusskriterien, die für die Planung der Vorranggebiete für die Windkraftnutzung im Teilregionalplan Windenergie maßgeblich sind. Diese Gebiete legen Flächen fest, auf denen neue Windkraftanlagen künftig errichtet werden können. Außerhalb dieser Vorranggebiete wird es schwierig sein, derartige Bauwerke zu bauen.

Zum aktuellen Planungsstand berichtete Herr Kaivers, dass bereits im Januar in diesem Jahr der Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung beim RP – Kassel die Vorlage des Teilregionalplanes Windenergie und sonstigen erneuerbaren Energien beschlossen hat. Die Offenlegung dieser Pläne und der damit möglichen Einsichtnahme durch die Bevölkerung ist ab Mitte März 2013 vorgesehen. (red)

 



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