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Therapiebegleithund Pebbles besucht Bewohnerin im Alten Gutshof

hephata130325Schwalmstadt. Heute ist Pebbles-Tag. Darauf freut sich Gabriele Heydenreich die ganze Woche. Pebbles ist fünf Jahre alt, ein Mix aus Border Collie und Schnauzer und, vor allem, ein Therapiebegleithund. Gabriele Heydenreich ist 74, sie lebt im Alten Gutshof und ist vor allem ein Hundefan. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Yvonne Christ (31). Die gelernte Kinderkrankenschwester arbeitete im Alten Gutshof und kam mit ihrem Hund nach Dienstschluss in der Wohngruppe vorbei. Sie wusste, dass Gabriele Heydenreich Hunde mochte: Im Zimmer der 74-Jährigen hingen schon damals zahlreiche Hundeposter, -kalender und -fotos. Der Besuch wurde ein voller Erfolg, aus einem wurden einige.

Seit einem halben Jahr kommt Yvonne Christ mit ihrem Hund nun ehrenamtlich einmal in der Woche vorbei. Dann gibt Gabriele Heydenreich Pebbles Wasser oder Leckerchen. Sie kämmt sein Fell und spielt mit ihm. Oder sie gehen zusammen Gassi. Dass die 74-Jährige dabei im Rollstuhl sitzt, stört Pebbles genauso wenig wie die Tatsache, dass sie manchmal unkontrolliert das Gesicht verzieht.

Seit einem Jahr absolviert Yvonne Christ mit Pebbles die Ausbildung „Steinfurter Therapie- / Pädagogikbegleithundemethode beim Münsteraner Institut für therapeutische Fortbildung und tiergestützte Therapie“. Die Prüfung legen Yvonne Christ und Pebbles Mitte März ab. „Unter anderem muss ein Therapiebegleithund in der Ausbildung eine Gehorsamsprüfung und eine Anti-Aggressionsprüfung bestehen.“ Beispielsweise muss er es tolerieren, dass er am Schwanz gezogen wird, ohne sich zu wehren. „Menschen mit Beeinträchtigungen können oft nicht so genau dosieren, wie fest sie den Hund streicheln oder bürsten. Da ist es wichtig, dass der Hund gutmütig und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist.“

Auch einen hohen Lautstärkepegel müssen Therapiebegleithunde aushalten können. Ein Gesundheitszeugnis ist außerdem Pflicht. Teil der Ausbildung war unter anderem ein Video, dass Christ über die Arbeit mit ihrem Hund drehte. Gabriele Heydenreich zeigte dabei, wie sie mit Pebbles kommuniziert. Mit Hilfe eines Bildmemories, auf dem Befehle zu sehen sind, gestikulierte die 74-Jährige die Befehle nach – und Pebbles befolgte sie. „Das ist eine tolle Erfahrung für einen Menschen, der sich nur schwer artikulieren kann, dass er verstanden wird“, so Christ. „Pebbles lässt Nähe zu, er lässt sich drücken und streicheln“, sagt Yvonne Christ. Und er schult Feinmotorik und Gedächtnis von Gabriele Heydenreich, weil sie sich bei jedem Besuch an Abläufe und Kommandos erinnern und diese auch selbst um- und einsetzen muss.

Das klappt gut. Seit einem halben Jahr hängt ein weiteres Hundefoto in Gabriele Heydenreichs Zimmer. Ein Foto von Pebbles auf ihrem Wochenplaner, damit sie weiß, wann er sie das nächste Mal besuchen kommt. (me)

 

 



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