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MT-Athleten sichern sich drei Hallentitel

Foto: Alwin J. WagnerBad Sooden-Allendorf/Melsungen. Die Leichtathletikhalle in Bad Sooden-Allendorf hat schon bessere nordhessische Meisterschaften erlebt als die des Jahres 2014. Ausfälle durch Krankheit und Verletzungen, aber auch durch Verzicht auf diesen Wettkampf brachte nicht die erhoffte  Beteiligung bei den Männern, Frauen und Jugendlichen der U20. Immerhin waren nach zähem Beginn am Sonntagnachmittag einige recht erfreuliche Leistungen von den 169 Athleten aus 24 nordhessischen Vereinen zu verzeichnen.  Recht erfolgreich gestalteten sich diese Titelkämpfe für die sechs Leichtathleten der MT 1861 Melsungen, die mit drei Siegen, drei zweiten und zwei dritten Plätzen nach Melsungen zurückkehrten.

Dass Konkurrenz das Geschäft belebt, zeigte sich gleich beim ersten Wettbewerb, der für die Melsunger Jugendlichen mit dem Weitsprung auf dem Programm stand. Henri Alter war nach seinem letzten Sprung die Erleichterung sichtlich anzumerken, denn der 18-Jährige, der seit den Landes-Hallenmeisterschaften an einer Fersenprellung laboriert, lag vor dem letzten Durchgang nur auf Rang vier. Er begann mit 5,89 Meter und ging damit vor Tobias Stang (5,77) und Jan Ullrich (5,44) in Führung. Als sich im zweiten Durchgang Marcel Hoppe aus Vellmar auf 5,95 Meter verbesserte, konterte Tobias sofort mit 6,02 Meter.  Henri, der immer als letzter Springer an der Reihe war, verschenkte beim zweiten Sprung mehr als einen halben Meter. Um sich zu schonen, verzichtete er auf die nächsten drei Sprünge. Mit 6,11 Meter baute Tobias Stang seine Führung weiter aus, aber Jan Ullrich zeigte im vierten Durchgang mit 5,94 Meter, dass man ihn auf der Rechnung haben musste. Nachdem Marcel Hoppe seine 5,95 Meter nicht mehr ausbauen konnte, nutzte  Jan die Gunst der Stunde und flog im fünften Versuch zum ersten Mal über die begehrte 6m-Marke.  Obwohl der Sprung noch viel zu flach war, landete er bei 6,07 Meter in der Sandgrube und lag nur vier Zentimeter hinter Tobias auf Rang zwei. Als für die Weitspringer der letzte Durchgang angerufen wurde, sah man Henri Alter mit 5,92 Meter nur den undankbaren vierten Platz. Während Marcel Hoppe und Jan Ullrich ungültige Sprünge fabrizierten, Tobias Stang beim Absprung das Brett nicht erwischte und dennoch bei 5,94 Meter landete, präsentierte sich plötzlich Henri Alter topfit und schaffte mit 6,51 zum zweiten Mal in der Hallensaison einen Sprung über 6,50 Meter.  Der Weitsprung zum Auftakt gestalteten sich für die Jugendlichen aus Melsungen zu einem wahren Triumph, denn sie belegten die ersten drei Plätze.  Michael Hiob, der vierte Melsunger Vertreter, landete mit 5,32 Meter auf Rang sieben.

Auch im Finale über 60 Meter standen diese Vier, aber nur einer konnte nordhessischer Sprintkönig der U20 werden. Nach seinen überzeugenden Vorstellungen in Erfurt, Dortmund und Frankfurt wurde Henri Alter als Favorit gehandelt. Der hessische Winterwurfmeister mit dem Speer gab sich auch in der Stadt an der Werra keine Blöße und lief bis zur Hälfte des Rennens einen deutlichen Vorsprung heraus. Dabei nutzte perfekt die Schwäche seiner Trainingspartner, die an ihrem Start noch arbeiten müssen, um explosiver in die Beschleunigungsphase zu gelangen. Henri hielt die Spitzenposition bis ins Ziel, wobei er bereits das Tempo in der Gewissheit seines Sieges fast zehn Meter vor dem Ziel herausnahm und  nach 7,47 Sekunden die Ziellinie überquerte. Bei stärkerer Konkurrenz wäre eine Zeit unter 7,30 Sekunden möglich gewesen.  Für Michael Hiob blieb die elektronische Uhr bei 7,64 Sekunden stehen, womit er seine Bestzeit, die er am 7. Dezember 2013 in Erfurt mit 7,73 Sekunden aufgestellt hatte, um fast eine Zehntelsekunde verbessern konnte. Auf dem dritten Platz reihte sich Tobias Stang nach einem starken Finish mit 7,76 Sekunden ein, so dass es erneut einen dreifachen Triumph für die Melsunger Jugendlichen gab. Marcel Hoppe (Vellmar) konnte mit 7,78 Sekunden Jan Ullrich, der mit 7,87 Sekunden überhaupt nicht in das Rennen fand und nach der Hälfte der Strecke resignierte, auf Rang fünf verdrängen.

Foto: Alwin J. WagnerIm Kugelstoßen setzte Karl Westphal aus Wanfried zum Auftakt mit 13,03 Meter eine erste Marke, die für den Sieg gereicht hätte.  Aber sicher konnte sich der Jugendliche aus Wanfried nicht sein, denn eine Woche vorher hatte Henri Alter in Melsungen die 6kg-Kugel 13,33 Meter weit gestoßen. Erst im fünften Durchgang kam der zweifache Nordhessenmeister mit 12,75 Meter bis auf 28 Zentimeter an die Leistung seines Freundes heran, der aber unmittelbar danach mit 13,50 Meter konterte und zum Abschluss seinen „Gold-Tag“ mit 13,67 Meter krönte.  Michael Hiob blieb mit 11,01 Meter nur der vierte Platz, denn Stanislav Medyanik aus Bad Sooden-Allendorf war mit 11,51 Meter an diesem Tag noch zu stark.

„Dieser Titel war Pflicht“ sagte Uwe Krah nach seinem erneuten Sieg über den 27 Jahre jüngeren Valentin Enns aus Spangenberg, der im Vorjahr noch mit 13,18 Meter souverän den Hallentitel im Kugelstoßen gewinnen konnte.  Der Polizeioberkommissar aus Nentershausen verbesserte sich im ersten Durchgang auf 12,87 Meter und setzte damit Valentin Enns stark unter Druck, was dieser auch mit 9,78 Meter deutlich zu erkennen gab.  Während Uwe Krah mit 12,66 und 12,67 m zwei weitere gute Stöße in seiner Serie hatte, näherte sich Valentin Enns mit 11,09 und 11,76 Meter nur langsam der 12m-Marke. Im vierten Versuch kam der Spangenberger mit 12,36 Meter zum ersten Mal über zwölf Meter, aber mit 12,47 und 12,63 Meter sicherte sich Uwe Krah gegen etwaige Attacken ab und unterstrich recht  deutlich, wer der Chef im Ring ist.   „Am kommenden Wochenende versuche ich bei den hessischen Seniorenmeisterschaften mit der 6kg-Kugel an die 14m-Marke zu kommen und möchte dem Favoriten Gerrit Engelbach (LG Eder), der mit 14,17 Meter die Meldeliste anführt, das Siegen nicht so leicht machen“, sagte der „Dauerbrenner“, der im Jahr 1994 mit 14,67 Meter zum ersten Mal nordhessischer Hallenmeister im Kugelstoßen werden konnte und diesen Sieg zwanzig Jahre später eindrucksvoll wiederholte.

Foto: Alwin J. WagnerDie Ausgangslage vor dem Kugelstoßen der U18 war klarer und eindeutiger als bei den Männern. Janina Rohde (MT Melsungen), die im Vorjahr als Siegerin auf 13,09 Meter kam, hatte auch in diesem Jahr die Favoritenposition inne, weil mit Vanessa Grimm (LG Reinhardswald, 12,76 m), die härteste Konkurrentin fehlte. Außerdem hatte die 17-Jährige nach einer langen Verletzungspause bei den Kreismeisterschaften mit 12,40 Meter  nicht nur einen glänzenden Saisoneinstand, sondern auch in der Meldeliste einen Vorsprung von über einen Meter.  Die Favoritin begann mit 12,18 Meter, ließ 11,86 Meter folgen und kam im dirtten Durchgang auf 12,14 Meter.  Juliane Schulze  (SSC Bad Sooden-Allendorf), Hessenmeisterin im Stabhochsprung mit 3,75 Metern, führte nach dem Vorkampf das Verfolgerfeld mit 11,11 m vor Paula Rücker (LAV Kassel) an.  Alles sah nach einem klaren Sieg von Janina Rohde aus, die auch vor dem Finale ihren Vater fragte, was heute wichtiger sei:  „eine gute Weite oder der Sieg“?  Und als ihr Vater meinte, dass bei einer Meisterschaft der Sieg wichtiger sei als die Leistung, schaltete Janina ab, indem sie einen Kopfhörer über die Ohren zog und sich zufrieden zeigte. Die Imitationen, die sie zwischen den letzten drei Versuch machen sollte, führte sie nicht mehr durch, denn sie war der Meinung, diesen Wettkampf schon gewonnen zu haben. Aber Nachdenken ist der Ursprung des Handelns, und der Wettkampf ist erst nach dem letzten Stoß vorbei. So kam es,  wie es kommen musste: Juliane Schulze,  die nur gelegentlich eine Kugel zur Hand nimmt, aber sich zwischen ihren Stößen fit hielt und an sich glaubte, traf bei ihrem letzten Versuch die Kugel fast optimal. Als Janina Rohde die Weite von 12,19 Meter hörte, wurde ihr klar, dass sie nur noch auf Rang zwei lag.  Aber sie hatte nur noch einen Versuch. Zum letzten Mal betrat sie den Stoßring, aber  ohne die erforderliche Spannung kam sie nur mehr auf 11,48 Meter und blieb fast einen Meter unter ihrer Saisonbestleistung zurück.  Da sie sich mehr vorgenommen hatte, zeigte sie sich sichtlich unzufrieden. Sie verfehlte nicht nur ihr Ziel, mit einem weiteren Meistertitel nach Melsungen zurückzukehren, sie fehlte auch leider bei der Siegerehrung. (ajw)



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