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Pflege, Pädagogik, Perspektive

Heilerziehungspflege-Ausbildung an der Hephata-Akademie

hephata140228Schwalmstadt-Treysa. „Ich wusste erst gar nicht, was ein Heilerziehungspfleger ist“, sagt Alyssa Javurek (36). „Heute bin ich sehr zufrieden mit der Berufsausbildung.“ Die 36-Jährige aus Treysa befindet sich im ersten Ausbildungsjahr zur staatlich geprüften Heilerziehungspflegerin an der Hephata-Akademie für soziale Berufe. Genau wie Florian Wüst (20): „Ich wollte selbst was Gutes für andere Menschen tun, von daher ist das hier genau richtig.“

Heilerziehungspfleger arbeiten mit beeinträchtigten Kindern und Erwachsenen. In Wohngruppen und Werkstätten der Behindertenhilfe, in Einrichtungen der Sozialpsychiatrie, als Inklusionsfachkräfte in Kindertagesstätten und Schulen oder als persönliche Assistenten von Menschen mit Beeinträchtigungen. Ziel ist dabei eine professionelle Beziehungsgestaltung, einen Menschen so anzunehmen, wie er ist, und ihm möglichst viel Teilhabe und Eigenverantwortlichkeit zu ermöglichen.

Jedes Jahr startet an der Hephata-Akademie ein neuer Ausbildungskurs der Heilerziehungspflege. Dieser dauert drei Jahre, zwei Jahre Schule mit Praktika und ein einjähriges Berufspraktikum. Maximal 27 Auszubildende können jedes Jahr im Herbst an der Akademie starten. Ab diesen Herbst soll es erstmals auch einen berufsbegleitenden Ausbildungskurs über dreieinhalb Jahre geben.

„Hätte es die schon vor einem Jahr gegeben, wäre das auf jeden Fall etwas für mich gewesen“, sagt Alyssa Javurek. Sie ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. „Die Ausbildung bedeutet für mich manchmal auch, an die Belastungsgrenze zu gehen. Andererseits finde ich es wichtig, meinen Kindern ein Vorbild zu sein.“ Nach dem Abitur und einer Ausbildung als Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung legte sie eine Erziehungspause ein. „Da-nach war es schwierig, wieder eine Arbeit zu finden.“ Mit Gelegenheitsjobs hielt sie sich über Wasser, nach der Scheidung musste sie einen festen Job finden. Dank einer Beratung in der Hephata-Akademie kam sie auf die Heilerziehungspflege und bekam von der Bundesagentur für Arbeit den Bildungsgutschein dafür. Sie kann sich vorstellen, nach der Ausbildung mit Erwachsenen mit Behinderungen zu arbeiten: „Der Umgang mit beeinträchtigten Menschen ist unterfördert. Mit meinem Beruf kann ich einen Teil dazu leisten, dass sich das ändert.“

Der Beruf dreht sich um Menschen mit Beeinträchtigungen, um Pädagogik, Psychologie und Pflege. „Die Heilerziehungspflege ist genau das Richtige für Menschen, die gerne in einem sozialen Beruf arbeiten, sich aber nicht zwischen Pflege und Pädagogik entscheiden wollen“, sagt Dr. Miriam Andrä-Welker, Fachbereichssprecherin Heilerziehungspflege an der Hephata-Akademie. Derzeit gibt es hier 75 Schülerinnen und Schüler in drei Klassen. „Sie haben alle sehr gute Perspektiven, derzeit haben wir eine Vermittlungsquote von 100 Prozent.“

Für Florian Wüst spielte die Vermittlungsquote eine untergeordnete Rolle. Der 20-Jährige absolvierte nach dem Realschulabschluss zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus. Schnell war ihm klar, dass dies nicht sein künftiges Arbeitsfeld sein würde. Anders sah das in einer Wohngruppe der Hephata-Behindertenhilfe aus, in der er an den Wochenenden ehrenamtlich jobbte. „Das hat mir einfach Spaß gemacht, die Arbeit im Team, die Klienten, das ist ein schönes Arbeiten.“ Wüst absolvierte aufgrund dieser Erfahrung eine Kombination aus Fachabitur für soziale Berufe und eine Ausbildung zum Sozialassistenten. „Ich habe gemerkt, dass ich das, was ich auf der Wohngruppe gemacht habe, weiter machen will. Dann habe ich mich bei Kollegen umgehört und bin auf die Heilerziehungspflege gekommen.“ Neben der Ausbildung arbeitet der 20-Jährige heute zehn Stunden pro Woche in der Hephata-Behindertenhilfe. „Ich bin eher der Pflegetyp statt der Pädagoge, die Heilerziehungspflege gefällt mir sehr gut.“ (me)

Kontakt: Hephata-Akademie für soziale Berufe, Dr. Miriam Andrä-Welker, miriam.andrae-welker@hephata.com, (06691) 18-1586.



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