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Final Four: MT zwischen Enttäuschung und Stolz

Foto: HartungHamburg/Melsungen. Das Final Four 2014 ist bereits wieder Geschichte, aber in den Reihen der MT wirkt das vermeintliche Highlight der Saison noch etwas nach. Zwei Tage nach der tragisch knappen 28:30-Niederlage im Halbfinale gegen die Füchse Berlin, den späteren Pokalsieger, blicken Trainer Michael Roth, Vorstand Axel Geerken und Kapitän Nenad Vuckovic noch einmal kurz zurück, um damit gleichzeitig diese Episode abzuschließen.

Trainer Michael Roth:
„Wir hatten eine große Chance, die wir aber leider nicht genutzt haben. Wir haben in der ersten Halbzeit stark gespielt und uns aus einer guten Abwehr heraus viele Torgelegenheiten erarbeitet. Aber wir haben sie eben nicht in Treffer ummünzen können. Dadurch kommt dann schnell eine gewisse Unruhe auf. Wenn einem das öfter im Spiel passiert, wird das meist vom Gegner bestraft, so wie jeder sehen konnte.

Zur Halbzeit hätten wir gut mit drei oder vier Toren führen können, ja eigentlich sogar müssen. Aber offenbar war die nervliche Anspannung bei uns zu groß. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Auf der anderen Seite haben die Füchse mit einigen sehr erfahrenen Spielern in ihren Reihen und einem sehr stark haltenden Torwart Heinevetter entscheidende Vorteile gehabt. Wir alle sind natürlich sehr enttäuscht. Wir haben gemerkt, was möglich gewesen wäre. Aber ich mache unseren Spielern keinen Vorwurf. Jeder von ihnen hat alles gegeben, aber leider hat es an diesem Tage nicht ganz gereicht. Zudem muss man in solch engen Spielen immer auch ein wenig Glück haben, was aber nicht der Fall war.

Die rund 1000 Fans aus Nordhessen haben in der Halle eine großartige Kulisse gebildet und uns förmlich mitgetragen. Dieser Effekt hat sich ja auch auf dem Spielfeld gezeigt. Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute toll gekämpft und auch beim Rückständen nie die Köpfe hängen lassen. Wir sind mit unseren Fans, die übrigens auch den witzigen Akustikwettbewerb in der Halle gewonnen haben, auf jeden Fall sehr zufrieden.“

Kapitän Nenad Vuckovic:
„Ich persönlich bin schon sehr enttäuscht. Auch jetzt, mit etwas Abstand, muss man erkennen, welch große Chance wir verpasst haben. Wir könnten uns damit trösten, gegen den späteren Pokalsieger verloren zu haben. Aber das wäre nur ein schwacher Trost. Jeder von uns hatte wohl vor dem Spiel im Kopf, dass wir Berlin schlagen können. Vor allem nach dem Heimsieg in der Liga und der knappen Niederlage in Berlin haben wir eine große Erwartungshaltung gehabt, ins Finale zu kommen.

Vielleicht war sie zu groß. Denn daraus ist natürlich ein besonderer Druck entstanden. Wie groß der war, hat man in einigen Momenten gesehen, in denen wir entweder in der Abwehr oder im Angriff nicht effektiv genug waren. Am Ende war es nur eine Kleinigkeit, die uns von der möglichen Überraschung getrennt hat. Hätten wir zum Beispiel den Abpraller von Mikaels gehaltenem Siebenmeter zu fassen bekommen, wäre uns vielleicht noch ein Tor geglückt und wir wären zumindest in die Verlängerung gekommen.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die über den Ausgang eines Spiels entscheiden. Aber genau solche Kleinigkeiten sind es, die eine Mannschaft, die auf Platz sechs steht, noch von denen trennt, die Fünfter oder besser sind. Da fehlt uns einfach noch ein wenig. Dennoch dürfen wir nicht traurig sein, sondern müssen schnell nach vorne schauen. Wichtig ist, dass wir aus solchen Spielen lernen und die dort gezeigten Schwächen in Zukunft immer weiter abstellen.“

Vorstand Axel Geerken:
„Natürlich darf man nach einer solchen knappen Niederlage enttäuscht sein. Andererseits nehmen wir aber auch einige positive Dinge aus diesem Ereignis mit. So können wir stolz darauf sein, wie schon im letzten Jahr zu den vier besten Pokalteams Deutschlands gehört zu haben. Zudem haben wir eine sehr große Unterstützung durch die mitgereisten Fans vor Ort und auch in der Heimat eine hohe Resonanz erfahren.

Wir können behaupten, insgesamt beim Final Four einen tollen Eindruck hinterlassen zu haben – auch wenn uns am Ende nicht das geglückt ist, was wir uns alle erhofft hatten. Deshalb möchte ich im Namen der Vereinsführung – und hier schließe ich den Aufsichtsrat mit ein – allen danken, die einen Beitrag dazu geleistet haben –  angefangen von der Mannschaft, über den Trainer- und Betreuerstab um Chefcoach Michael Roth, über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle  bis hin zu unseren Sponsoren, Partnern, Freunden und Fans.

Und eines ist gewiss: Wir werden in der nächsten Saison im Pokal wieder angreifen. Spätestens dann dürfte sich auch unser Vereinsname in den Köpfen aller Liga-Verantwortlichen festgesetzt haben.“ (Anmerkung d. Red.: HBL-Präsident Witte hatte beim Empfang der Pokalteams am Freitag in Hamburg die MT als MV Melsungen, bzw. mit MGV Melsungen begrüßt).

Kurzbericht vom Spiel:
Pokal-Halbfinale gegen Berlin: MT verliert Herzschlagspiel mit 28:30

Auch im dritten Anlauf nach 1996 und 2013 hat es die MT Melsungen nicht über das Halbfinale des Pokal-Final Four hinaus geschafft. Diesmal waren die Füchse Berlin am ersten Tag des Finalturniers in der mit 12.850 Zuschauern nicht ganz ausverkauften O2-World in Hamburg beim 28:30 (13:15) die Endstation. Nach starkem Beginn der Melsunger erarbeiteten sich die Füchse einen Vorsprung und hielten den Sieg, der am Ende noch einmal zu entgleiten drohte, fest. Damit steht Berlin im Endspiel gegen Flensburg, die MT Melsungen verabschiedet sich nach großem Kampf mit viel Moral aus dem diesjährigen Rennen um den Pokaltitel.

Nach Fabian Wiedes Tor zum 22:26, zehn Minuten vor dem Abpfiff, war das Pendel wieder zu Gunsten der Hauptstädter ausgeshlagen. Doch die MT gab sich noch nicht geschlagen: Michael Allendorf traf von links, Johannes Sellin von rechts. Die Flügelzange stach, hatte aber einen Siebenmeter von Konatantin Igropulo und einen Rückraumtreffer von Iker Romero zu verdauen, so dass sich am Abstand nichts änderte. Sie versuchten alles bis hin zur offenen Deckung und hatten mit exakt 60 Sekunden auf der Uhr durch Sellin sogar den 28:29-Anschluss geschafft.  Als Mikael Appelgren 27 Sekunden vor Ultimo den Siebenmeter von Igropulo parierte, war für einen Moment sogar noch die große Sensation drin, doch der Abpraller ging an die Füchse, die den Rest der Zeit eiskalt herunterspielten und drei Sekunden vor dem Abpfiff durch Paul Drux den Schlusspunkt setzten. (Bernd Kaiser)

MT Melsungen: Appelgren (10 Paraden / 23 Gegentore), Sandström (6  P. / 7 G.); Stenbäcken, Mansson, Sellin (4), Kubes), Fahlgren (2), Schröder (1), Forstbauer, Hildebrand, Danner (7), P. Müller (3), Zufelde, Allendorf (6/1), Vuckovic (1), M. Müller (4).

Den kompletten Spielbericht zum Nachlesen finden Sie auf der MT-Homepage www.mt-melsungen.de



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