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Melsunger Leichtathleten überzeugten im Sprint

Michael Hiob beim Zieleinlauf. Foto: Alwin J. WagnerPaderborn/Melsungen. Das erste Leichtathletik-Sommersportfest des LC Paderborn stand für die jugendlichen Leistungsträger der MT 1861 Melsungen im Hinblick auf die Sprintresultate im Zeichen großer Erwartungen. Alwin J. Wagner hatte in den Sommerferien mit seinen Schützlingen ein zielgerichtetes Training durchgeführt, das die Beschleunigungs- und Sprintschnelligkeit in den letzten beiden Wochen deutlich verbesserte. Fast alle Jugendliche nutzten diese Chance zur Aufwertung ihrer Sprintleistungen und kehrten mit neuen Bestzeiten nach Melsungen zurück, so dass es in der aktuellen Bestenliste noch eine Reihe von Korrekturen gab.

Zu Beginn der Veranstaltung sorgte Michael Hiob für einen Paukenschlag, denn der 18-Jährige sicherte sich hinter Laurin Walter (LG Stadtwerke München) und Paderborns Sprinttalent Noel Thorwesten den dritten Platz und qualifzierte sich mit großartigen 11,37 Sekunden für das Finale. Nach dieser Glanzzeit verschlug es dem Geschwister-Scholl-Schüler, der im nächsten Jahr sein Abitur ablegt, zunächst einmal die Sprache. Er verbesserte in diesem Lauf bei leichtem Rückenwind von 0,3 m/sec die nordhessische Jahresbestzeit um 0,05 Sekunden. Über zehn Jahre muss man in den Bestenlisten des Schwalm-Eder-Kreises zurückblättern, um eine bessere Zeit eines Jugendlichen zu finden. So genoss Michael Hiob nach diesem fast perfekten Lauf seinen Triumph über seinen Trainngspartner Dennis Horn, der ihn noch am 2. August beim Abendsportfest in Borken mit 11,77 zu 11,91 Sekunden auf den zweiten Platz verdrängt hatte und ließ an seiner Miene erkennen, was er dachte: „Wäre ich nicht so lange verletzt bzw. krank gewesen, hätte heute eine 100m-Zeit um elf Sekunden herauskommen können. Auch in Paderborn musste Hiob wegen Schmerzen im Oberschenkel und im Kniebereich auf den 100m-Endlauf verzichten. Ebenfalls konnte er nicht über 200 Meter an den Start gehen. Das war schade, denn der 18-Jährige hatte im Abschlusstraining die 150 Meter in 16.7 Sekunden zurückgelegt und war somit in der Lage, die 200m-Meter unter 23 Sekunden zu laufen.

Der ein Jahr jüngere Dennis Horn, der Ende September in Köln am Institut für Sportökonomie und Sportmanagement ein Studium aufnehmen wird, schob sich über 100 Meter weiter in den Vordergrund. Der dreifache nordhessische Jugendmeister steigerte sich im Sog von Michael Hiob auf großartige 11,50 Sekunden und blieb damit über zwei unter seinem alten Hausrekord.

Foto: Alwin J. WagnerIm zweiten Vorlauf unterstrich Tim Hochschoner ein weiteres Mal sein Talent und überzeugte als Dritter mit neuer Bestzeit. Nach den Trainingseindrücken hatte sich Alwin J. Wagner vom Sprintvergleich zwischen Tim Hochschorner, Henri Alter und Jan Ullrich ebenfalls sehr viel versprochen. Wie erwartet entpuppte sich Henri Alter, der Fünfte der deutschen Jugendmeisterschaften im Speerwerfen, als harter Konkurrent für Tim Hochschorner und leistete ihm nach einer guten Reaktion am Start einen hartnäckigen und tapferen Widerstand. Erst auf dem letzten Drittel der Strecke setzte sich der noch 16-Jährigen souverän durch und verdrängte mit 11,66 den nach seiner langen Verletzung immer schneller werdenden Alter (11,83) auf Rang vier. Jan Ullrich machte nach diesem Rennen kein glückliches Gesicht, denn er hatte sich offensichtlich etwas mehr vorgenommen. Man merkte ihm seinen Trainingsrückstand an, denn nach dieser klaren Niederlage blieb er als einziger der Melsunger Athleten mit 11,97 hinter seiner Bestleistung von 11,91 Sekunden, wenn auch nur knapp, zurück.

Obwohl die Bedingungen wegen der kühlen Temperaturen für die 100m-Sprinter nicht optimal waren, sorgte Katharina Wagner an diesem Abend für den zweiten Paukenschlag aus Melsunger Sicht. Die Studentin für Kunstgeschichte an der Philipps-Universität in Marburg reiste mit einer Bestzeit von 12,91 Sekunden nach Paderborn und kehrte mit 12,53 Sekunden nach Melsungen zurück. Sie fand erst nach dem ersten Drittel der Strecke richtig in ihren Lauf fand. Dennoch verbesserte sie sich bei einem Rückenwind von 0,8 m/sec um über 0,40 Sekunden. Während Lokalmatadorin Chantal Butzek mit einer Bestzeit von 11,84 Sekunden als Vierte der deutschen U18-Meisterschaften von Wattenscheid den Lauf mit 12,03 Sekunden gewinnen konnte und fast 0,2 Sekunden hinter ihrer Bestzeit zurückblieb, musste sich Alina Kuß zum Schluss noch mächtig strecken. Mit 12,52 Sekunden blieb sie nur um einen Wimpernschlag vor der Melsunger Sprinterhoffnung. Immerhin legte die Jugendliche vom ART Düsseldorf mit einer Bestzeit von 12,21 Sekunden als Startläuferin bei den deutschen Jugendstaffelmeisterschaften den Grundstein für den Titelgewinn über 4×400 Meter.

„Ich fühlte mich gut und hatte mit einer Bestzeit knapp unter 12,80 Sekunden gerechnet. Aber dass 12,53 Sekunden herauskamen, kann ich fast nicht glauben“, sagte die dreifache Nordhessenmeisterin im Sprint.

Nach ihren guten Trainingsergebnissen packte auch Karolin Siebert die Gelegenheit beim Schopf und stürmte ebenfalls mit neuer Bestzeit über die Bahn. Die 400m-Hürden-Spezialistin, die in diesem Jahr noch gerne die Stadionrunde unter 59 Sekunden zurücklegen möchte, zeigte sich im zweiten Vorlauf der U20 bereits am Start verbessert und machte sich zehn Tage nach ihrem 18. Geburtstag mit 13,14 Sekunden selbst noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Mit 13.14 Sekunden unterbot die hessische Vizemeisterin über 400m-Hürden der U20 ihren Hausrekord von 13,55 Sekunden um über 0,4 Sekunden und ist mit dieser Zeit die drittschnellste U20-Sprinterin in der Region Nordhessen.

Foto: Alwin J. WagnerDie Paderborner Organisatoren hatten in der Vorbereitung für das erste Sommersportfest an nahezu alles gedacht, aber sie konnten im zweiten Teil der Veranstaltung gegen Temperaturen unter 20 Grad und strömenden Regen nichts machen. Wirkte der leichte Rückenwind als äußerer Faktor beim 100m-Sprint noch positiv, bremste der anhaltende starke Regen, der die Temperatur auf 15 Grad abkühlte, verständlicher Weise auch den Tatendrang der Läufer über 200 Meter. Dennoch lieferten die Melsunger Athleten bei diesem Wetter noch gute Ergebnisse ab. Während Dennis Horn als Vierter mit 23,79 seine Bestzeit von 23,70 Sekunden nur knapp verfehlte, verpasste Tim Hochschoner mit 24,09 Sekunden sein Ziel, unter 24 Sekunden zu laufen, äußerst knapp und blieb um 0,03 Sekunden unter seinem bisherigen Rekord.

Seit dem Melsunger Abendsportfest am 16. Juli stand die persönliche Bestzeit von Karolin Siebert über 200 Meter bei 27,82 Sekunden. In Paderborn verbesserte sie sich auf 27,50 Sekunden und belegte den fünften Platz im Lauf der U20. Für Katharina Wagner, die auf der nassen Bahn nicht so leicht in ihren Lauf fand und erst auf der Zielgeraden ein gutes Rennen zeigte, blieb die elektronische Uhr bei 26,66 Sekunden stehen. Als Zweite verfehlte sie ihre Bestzeit vom 23. Juli in Bebra (26,58 Sek.) nur ganz knapp. Bei besseren Bedingungen wäre heute eine Zeit unter 26 Sekunden möglich gewesen.

Im abschließenden Weitsprung der U20 stand Jan Ullrich bei strömenden Regen gegen Benjamin Weßling aus Mönchengladbach, der mit 7,10 Meter den sechsten Platz bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid belegt hatte, von vornherein auf verlorenen Posten. Weßling siegte erwartungsgemäß mit 6,91 Meter vor Vincent Rehse aus Paderborn (6,13 m) und Jan Ullrich, dessen weitester Sprung mit 5,85 Meter gemessen wurde. (ajw)



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