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Hessen soll ein Fahrradland werden

Hessen. Bei seiner Landesversammlung in Bensheim rief der ADFC Hessen zu effizienterer Radverkehrsförderung und zur Beteiligung am ADFC-Fahrradklimatest 2014 auf. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Hessen vermisst seitens der schwarz-grünen Landesregierung eine Vision, aus Hessen in absehbarer Zeit ein Fahrradland zu machen und will daher wesentliche Impulse dazu anstoßen. Nach den Vorstellungen des Verbands sollte die Landesregierung eine ressortübergreifende Koordinierungsstelle für den Radverkehr einrichten, kommunale Radverkehrsnetze besser fördern und die Öffentlichkeitsarbeit des Landes pro Fahrrad erheblich intensivieren. Diese Vorschläge stießen im Rahmen der 28. Landesversammlung des ADFC Hessen in Bensheim auf überwältigende Zustimmung der Delegierten.

Nach bereits acht Monaten Amtszeit des ersten hessischen Verkehrsministers mit grünem Parteibuch, Tarek Al-Wazir, hätte sich der Landesvorstand des ADFC Hessen vom Verkehrsministerium einen dynamischeren und auch öffentlich wahrnehmbaren Einsatz zugunsten der Fahrradmobilität gewünscht. So solle das Ministerium seine Gestaltungsspielräume stärker für das Fahrrad als nachhaltiges und zukunftsweisendes Verkehrsmittel nutzen. Es müsse eine spürbare Beschleunigung der Fahrradförderung erfolgen. Auch dürfe der Minister nicht einfach dort weiter machen, wo seine Vorgänger aufgehört haben, so der ADFC Hessen.

Landesvorsitzender Stefan Janke: „Vor zwanzig Jahren glänzten Kommunen in Hessen mit Modellvorhaben für den Radverkehr, die für die heutigen Radfahrenden viel bewegt haben – etwa Frankfurt am Main mit der Öffnung der Einbahnstraßen für Radler. Heute findet die Aufbruchstimmung in anderen Bundesländern statt. Hessen muss hier dringend wieder den Anschluss finden.“

ADFC-Fahrradklimatest 2014 startet
Ein Lackmustest, welche Fortschritte bei der Radverkehrsförderung in den Städten und Gemeinden erzielt wurden, findet ab Ende September 2014 im Rahmen des bundesweiten ADFC-Fahrradklimatests, einer großen Online-Befragung aller Radfahrenden, statt. 2012 kamen 52 hessische Städte und Gemeinden in die Wertung. Dazu müssen je Kommune mindestens 50 Teilnehmer bei der Befragung mitmachen. Der Landesvorstand des ADFC Hessen sieht in der Neuauflage der Befragung insbesondere für all diejenigen hessischen Kommunen eine Chance, denen es im Jahr 2012 nicht gelungen ist, in die Wertung zu gelangen.

Landesvorsitzender Stefan Janke: „Wichtigstes Ziel jeder Kommune in Hessen sollte es sein, überhaupt beim ADFC-Fahrradklimatest dabei zu sein. Selbst wenn sich am Ende eine mäßige Platzierung ergibt, sind daraus äußerst wertvolle Erkenntnisse für die Verbesserung der Situation der Radfahrenden zu gewinnen. Deshalb wollen wir alle Städte und Gemeinden in Hessen dazu ermutigen, ihre Bürger durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit zum Mitmachen beim ADFC-Fahrradklimatest 2014 aufzufordern.“

Wo der Test Verbesserungs- und Nachholbedarf offenbare, will der ADFC die Kommunen nicht allein lassen. Stefan Janke: „In vielen hessischen Kommunen ist der ADFC in der Lage, sein Know-how zur Radverkehrsförderung sehr direkt in die Verwaltung einzubringen. Wir wollen – über die Äußerung von berechtigter Kritik hinaus – tätig mithelfen, Hessens Städte und Gemeinden fahrradfreundlicher zu machen.“

Auch auf Ebene der Landkreise ist die Vernetzung, Koordinierung und Effizienzsteigerung der Radverkehrsförderung ein vordringliches Thema. In den meisten Kreisen und größeren Städten fehlten laut ADFC Hessen Radverkehrsbeauftragte und Gremien wie ein Runder Tisch Radverkehr. Wo es solche Einrichtungen gibt, zum Beispiel bei der Stadt und im Landkreis Offenbach, habe man beste Erfahrungen damit gemacht, so der ADFC Hessen.

Besonders dringlich ist diese Problematik im Landkreis Bergstraße, wohin der ADFC Hessen – anlässlich des 25-jährigen Bestehens des ADFC Bergstraße – zu seiner Landesversammlung eingeladen hatte: „Es fehlt in unserem Landkreis nicht an guten Ideen und Vorschlägen zur Verbesserung der Situation der Radfahrenden. Das Problem besteht vielmehr in den verästelten Kompetenzen im Landkreis, die es dem einzelnen nahezu unmöglich macht, etwas auszurichten“, so die Analyse von Matthias Gehrmann, Kreisvorsitzender des ADFC Bergstraße. Der hessische ADFC-Landesvorstand will die Kreis- und Ortsverbände bei ihrer Forderung nach Radverkehrsbeauftragten und Radverkehrsforen nach Kräften unterstützen.

Über den ADFC Hessen
Radfahren als schnelle, gesunde und umweltfreundliche Form der Mobilität für alle sicherer und attraktiver zu machen, ist das wichtigste Ziel des ADFC Hessen. Wir unterstützen die hessische Verkehrspolitik, damit die angestrebte Verdopplung des Radverkehrsanteils auf 15 Prozent bis 2020 tatsächlich erreicht werden kann. 28 Jahre nach seiner Gründung hat sich der ADFC Hessen zu einem kontinuierlich wachsenden Verband mit mehr als 12.500 Mitgliedern entwickelt. Langjährige Projekte wie bike + business (stärkere Fahrradnutzung im Berufsverkehr), Bett+Bike (fahrradfreundliche Unterkünfte) oder die Qualitätssicherung der Hessischen Radfernwege werden durch die Landesgeschäftsstelle des ADFC Hessen in Frankfurt betreut. Auch Aktionen zur Diebstahlprävention und Radfahrkurse für Erwachsene organisiert der ADFC Hessen. (red)

 



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