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MT will über Toulouse weiter Kurs Europa halten

mt141017Toulouse/Melsungen. Die Feuertaufe auf der internationalen Handballbühne hat Bundesligist MT Melsungen bereits vor zweieinhalb Wochen bestanden. Im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde des EHF-Pokals (in der ersten brauchten die Nordhessen noch nicht anzutreten), am 1. Oktober gegen den französischen Kontrahenten FENIX Toulouse, siegte das Roth-Team am Ende souverän mit 34:27. Nun steht Teil 2 an, mit der bislang weitesten Anreise zu einem Auswärtsauftritt: Am Sonntag, 19. Oktober 2014, geht es zum Rückspiel nach Südfrankreich, Anwurf im “Palais des Sports André-Brouat” in Toulouse ist um 19 Uhr.

Der 33:25-Sieg am Mittwoch gegen die SG BBM Bietigheim lieferte zugegebenermaßen nicht viele Anhaltspunkte dafür, wie gut die MT für ein Europapokalspiel gerüstet ist. Denn der Tabellenletzte der DKB-Handball-Bundesliga war – bei allem Respekt für den Gegner –  einfach nicht der geeignete Gradmesser. Nach einer sehr “fahrigen ersten Halbzeit” (O-Ton Michael Roth) zog die Mannschaft dann zum Glück in den letzten 20 Spielminuten doch noch die richtigen Register, um die Schwaben klar in die Schranken zu weisen. Eine engagiertere Abwehrarbeit, ein effektiver agierender Torwart, vermehrte Ballgewinne und Tempogegenstöße waren die Erfolgsfaktoren bei diesem wichtigen Heimsieg über den Liganeuling.

Nun wartet am Sonntag in Südfrankreich mit FENIX Toulouse aber ein ganz anderes Kaliber auf die Nordhessen. Dabei erging es dem derzeit auf Platz acht im Championnat D1 der Ligue Nationale de Handball (1. französische Liga), rangierenden Club in den letzten Wochen auch nicht viel anders als der MT. Nach dem Vergleich im Europapokal-Hinspiel verloren die Franzosen die beiden folgenden Auswärtsspiele gegen Saint Raphael und Montpellier, um dann zuhause gegen den Vorletzten US Creteil deutlich zu siegen. Ähnlich die MT, die im gleichen Zeitraum aus den beiden Spielen in Hamburg und Lübbecke “nur” einen Punkt holte und dann – wie schon erwähnt – vor eigenem Publikum gegen den Letzten klar gewann.

Schnell umschalten vom Liga- auf Europapokal-Modus
Wie dem auch sei, beide Mannschaften, die MT wie auch FENIX, müssen nun rasch vom Liga- in den Europapokal-Modus umschalten und sich auf ein intensives Match einstellen. “Wir gehen mit einer 7:0-Führung in dieses Spiel. Das ist einerseits zwar positiv, anderseits muss man einen solchen Vorsprung aber auch gedanklich verarbeiten und damit klar kommen. Im Europapokal darf man sich auch mit einer solchen Ausgangssituation nie zu sicher sein”, warnt Michael Roth. “Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und einen kühlen Kopf bewahren. Kämpferisch werden wir alles geben, denn wir wollen unbedingt auch nach diesem Spiel noch weiter auf dem Europakurs bleiben”, so der MT-Coach.

Er gönnte am Mittwoch in der Partie gegen Bietigheim einigen der ansonsten fast das ganze Spiel über geforderten Akteuren Verschnaufpausen und hofft dadurch, deren Kräfte etwas geschont zu haben. Denn was es bedeutet, wenn man in der zweiten Halbzeit nochmal richtig Gas geben kann, war ja unter anderem im Hinspiel gegen Toulouse zu sehen, als die MT einen Drei-Tore-Vorsprung zur Pause am Ende auf sieben Tore ausbauen konnte. Wichtig wird aus MT-Sicht auch sein, die Kreise der gefährlichsten Angreifer von FENIX einzuengen. In diesem Punkt haben sich in den letzten Ligaspielen – neben Jerome Fernandez, dem Superstar im linken Rückraum – besonders Linksaußen Nemanjy Ilic, der Halbrechte Valentin Porte und der beinharte Kreisläufer Miha Zvizej hervor getan. Die drei Erstgenannten hatten der MT ja bereits im Hinspiel die meisten Schwierigkeiten bereitet.

FENIX-Trainer Toni Garcia sagte nach dem Match in Kassel: “Wir haben 45 Minuten lang gut gespielt. Aber die letzten Sekunden des Spiels könnten entscheidend in der Auseinandersetzung sein, da wir jetzt vor einer Sieben-Tore-Nachteil stehen“.

Wie das MT-Team das Match angeht
Das MT-Tross fliegt mit dem kompletten 16er Kader am Samstagmittag ab Frankfurt nach Toulouse. Vorher, auf dem Weg nach Frankfurt, wird noch einmal ein Zwischenstopp eingelegt. “Wir trainieren an einem uns unbekannten Ort in einer uns unbekannten Halle, um uns schon etwas auf die Besonderheiten dieses Auswärtsspiels einzustimmen”, verrät Michel Roth. “In Toulouse selber werden wir dann nur noch eine taktische Besprechung und eine letzte Videoanalyse des Gegners durchführen. So sind wir vor Ort unabhängig von irgendwelchen Hallenzeiten”, so der MT-Coach.

Angepfiffen wird die Begegnung am Sonntagabend im Palais des Sports André-Brouat erst um 19 Uhr, weil eigentlich der Bezahlsender BeIN Sports übertragen wollte, es nun aber doch nicht realisiert. So können sich die heimischen Fans auf die MT-eigenen Kanäle Twitter, Facebook und Homepage konzentrieren, um live am Ball zu bleiben. Die moderne, fast runde Arena, mit einem Fassungsvermögen von etwas mehr als 4.200 Plätzen in etwa so groß, wie die heimische Rothenbach-Halle, war am Freitag mit zirka 2.100 Reservierungen übrigens erst zur Hälfte ausgebucht. Das Hinspiel in Kassel hatten 2.504 Zuschauer verfolgt.

Tolle Fanbegleitung nach Toulouse
Knapp 40 Handballanhänger und damit zehn Mal soviel, wie FENIX Toulouse in Kassel dabei hatte, machen  sich auf den Weg nach Frankreich. Als Mitflieger in der MT-Maschine, oder als Selbstfahrer in PKWs und Kleinbussen, oder gar per Fahrrad, wie Ben Steinhäuser. Der 30-jährige war am Montag per Drahtesel aus Kassel aufgebrochen und hatte es bis Donnerstagabend – trotz zeitweiliger heftiger Regengüsse – bis nach Clermont-Ferrand geschafft. Der begeisterte Ausdauersportler und MT-Fan, von Berufs wegen Storemanager in der Kasseler Filiale von Run2 Runners Point, will nun bis zum Samstag die restlichen 370 Kilometer der insgesamt 1.215 Kilometer langen Tour bewältigen. Auch Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein und einige Sponsoren lassen es sich nicht nehmen, die Mannschaft zu begleiten, das aber per Flieger.

Der Modus – Was passiert, wenn …
Die MT zieht natürlich in die nächste Runde ein, wenn sie dieses Rückspiel gewinnt oder ein Remis holt. Sollte sie verlieren, ist die Tordifferenz entscheidend. Ist diese bei beiden Teams gleich – das wäre der Fall, wenn die MT mit sieben Toren verliert – dann entscheidet die Anzahl der auswärts erzielten Tore. Ist auch die gleich, muss ein Siebenmeterwerfen die Entscheidung bringen.

Die Paarungen der nächsten, also der dritten Qualifikationsrunde dieses EHF-Cups 2014/2015, werden bereits am Dienstag, 21. Oktober, in der Zentrale der Europäischen Handball Federation in Wien ausgelost. Dann sind übrigens auch die beiden anderen deutschen Vertreter HSV Handball und Füchse Berlin sowie die jeweiligen Zweiten und Dritten von drei Champions League Qualifikationsgruppen im Lostopf. Die Durchführung der 3. Runde des EHF-Cups ist vorgesehen an den Wochenenden 22./23.11.14 (Hinspiele) und 29./30.11.14 (Rückspiele).

Wie geht es nach dem Match in Toulouse weiter?
Egal, wie das Spiel gegen Felix Toulouse auch endet, die MT hat weder bei positivem Ausgang Zeit zum Feiern, noch bei einem eventuellen Ausscheiden Zeit, die Enttäuschung zu verarbeiten. Denn nur drei Tage später ruft rund 1.500 Kilometer Luftlinie nördlich bereits der nächste Wettbewerb: Am Mittwoch muss die MT im DHB-Pokal bei der SG Flensburg/Handewitt antreten. Deshalb fliegt die Mannschaft am Montagmorgen von Toulouse nach Frankfurt um hier gleich in den nächsten Flieger nach Hamburg einzusteigen. Die Vorbereitung auf das Spiel bei der SG hat Trainer Roth in einen Ort unweit von Flensburg gelegt. (Bernd Kaiser)

Schiedsrichter in Toulouse:
Arthur Brunner / Morad Salah (Schweiz), EHF-Delegierter: Francis Leon Donven (Luxemburg)

Infos rund ums Spiel und Zwischenergebnisse:
TWITTER: twitter.com/mthandball, Hashtag #mteuropa
FACEBOOK: facebook.com/MT.Melsungen
WEB: mt-melsungen.de



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