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Gelungener Auftakt gegen Berlin – Sjöstrand überragend

Torhüter Johan Sjöstrand. Foto: HartungKassel/Melsungen. Die MT Melsungen hat ihr Auftaktspiel der Saison 2015/16 in der DKB-Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin mit 23:20 (14:12) gewonnen. Vor 3.016 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle gaben das geduldigere Spiel sowie ein überragender Torhüter Johan Sjöstrand den Ausschlag zu Gunsten der Gastgeber. In einer zähen und selten hochklassigen, dafür aber umso spannenderen Begegnung fiel die Entscheidung erst nach einer Auszeit in der 40. Minute, in deren Anschluss sich die Nordhessen vor allem in der Defensive mächtig steigerten. Kapitän Michael Müller war mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze für die MT, Drago Vukovic traf ebenfalls fünfmal aus dem Feld für die Berliner.

Ohne die Langzeitverletzten Patrick Fahlgren und Malte Schröder, dafür mit den drei Neuzugängen Johan Sjöstrand, René Villadsen und Timm Schneider startete die MT in die neue Spielzeit. In die Startformation schaffte es von den Dreien aber nur Sjöstrand zwischen den Pfosten, während Trainer Michael Roth im Feld auf altbewährte Kräfte setzte. Michael Allendorf und Johannes Sellin auf den Flügeln, am Kreis Felix Danner sowie im Rückraum Michael Müller, Momir Rnic sowie als Spielmacher Nenad Vuckovic waren die Rot-Weißen, die die Saison als Aktive auf der Platte eröffnen durften.

Das erste Tor der neuen Spielzeit war dem Kapitän vorbehalten. Michael Müller netzte nach genau 70 Sekunden zur Führung ein. Seinen zweiten Streich verhinderte dagegen Silvio Heinevetter nach guter Abwehrarbeit seiner Vorderleute nach Drago Vukovic‘ Ausgleich im Gegenzug. Ein erster Vorgeschmack, dass es gegen die zwar neu formierte, aber keineswegs uneingespielte Berliner Deckung kein Spaziergang werden würde.  Zumal die im Vorwärtsgang zunächst auf die individuelle Klasse von Vukovic setzen konnten. Dreimal traf der Rückraum-Linke in Folge und bescherte den Gästen nach sechs Minuten eine 3:2-Führung.

Zwar holte sich die MT mit Philip Müllers zweitem Treffer die Führung zurück (5:4, 9.), verpasste es aber durch Felix Danners ausgelassenen Tempogegenstoß sowie Michael Allendorfs gegen Heinevetter verworfenen Siebenmeter, daraus weiter Kapital zu schlagen. Im Gegenteil brachte Petar Nenadic die Hauptstädter mit einem Doppelschlag erneut nach vorn (12.). Immer wieder scheiterte die MT an sich selbst. So auch nach Jesper Nielsens 6:7, als Felix Danner ein weiteres Mal vollkommen frei vor Heinevetter stehend das Leder nicht am Nationaltorhüter vorbei brachte. Nielsen erhöhte auf 8:6 für die Gäste, und Michael Roth nahm nach etwas mehr als 17 Minuten die erste Auszeit für sein Team in Anspruch.

Die Abwehrformation wechselte auf 5:1 mit einem vorgezogenen Michael Allendorf, Marino Maric kam für Danner am Kreis und traf sofort auf feinen Pass von Michael Müller, Momir Rnic packte zweimal den Hammer aus: innerhalb von nur drei Minuten war der 9:9-Ausgleich geschafft (20.). Ein Zwischenspurt mit nachhaltiger Wirkung. Denn Jeffrey Boomhouwer per Siebenmeter, Michael Müller und Nenad Vuckovic reaktionsschnell vom Kreis nach Verwirrung in der Berliner Deckung drehten einen knappen Rückstand in die erste Zwei-Tore-Führung für die Gastgeber (13:11, 28.), die nach weiteren Treffern durch Vukovic und Michael Müller sowie einem glänzend parierten Strafwurf des eingewechselten René Villadsen gegen Fredrik Petersen bis zur Pause Bestand hatte.

Mit dem Start in die zweite Hälfte kam auch Timm Schneider zu seinem Bundesliga-Debüt für die Bartenwetzer. Trotzdem hatten die Gäste den besseren Auftakt. Fredrik Petersen verkürzte per Tempogegenstoß, eine Strafzeit gegen Willy Weyhrauch blieb ohne Folgen und Petar Nenadic verwandelte einen Siebenmeter zum Ausgleich. Statt mit der Halbzeitführung im Rücken zu ruhigerem Spiel zu finden, manövrierten sich die Nordhessen, auch durch eine Zeitstrafe gegen Danner, selbst in Bedrängnis. Der nächste Siebenmeter von Nenadic brachte Berlin wieder nach vorn. Erst die nächste Unterzahl der Berliner, Nielsen musste raus, nutzte Momir Rnic nach sieben gespielten Minuten im zweiten Durchgang zum ersten MT-Erfolg (15:15, 37.).

Das Spiel wurde verbissener, aber nicht unbedingt besser. Viele kleine Hakeleien, ungenaue Abspiele, Unkonzentriertheiten im Abschluss – auf beiden Seiten war der Wurm drin. Michael Roth reagierte beim Stand von 15:15 nach 40 Minuten mit der nächsten Auszeit. Jeffrey Boomhouwer und Christian Hildebrand kamen für die Außenbahnen, um dem Spiel frischen Wind zu geben. Eine Maßnahme, die stach. Boomhouwer traf prompt zur Führung, Johan Sjöstrand parierte in Unterzahl – Schneider saß draußen – gleich zweimal glänzend gegen Petersen. Mit dem begeistert mitgehenden Publikum im Rücken schaffte es die MT endlich, auch spielerisch Akzente zu setzen: sehenswert, wie Felix Danner vor seinem Tor zum 17:15 am Kreis freigespielt wurde (45.).

Die dritte Parade von Sjöstrand in Folge, diesmal gegen Drago Vukovic, nutzte Philipp Müller zum nächsten Treffer im Nachwurf, nachdem zunächst Heinevetter gegen Nenad Vuckovic siegreich geblieben war. Nach einer dreiviertel Stunde schien es, als ob sich die Nordhessen endlich freigespielt hätten. Vor allem die auf eine 6:0-Formation zurück gewechselte Defensive erwies sich zunehmend als stabile Basis. Wären da nicht weiter diese Unzulänglichkeiten im Abschluss gewesen. Boomhouwer versuchte Heinevetter vom Siebenmeterpunkt mit einem Heber zu überlisten, scheiterte aber. Nenadic beendete per Strafwurf zum 18:16 die fast 15 Minuten andauernde Torflaute der Füchse (51.), ehe Michael Müller und Felix Danner, in Unterzahl wegen einer Strafe gegen Boomhouwer, mit zwei blitzsauber herausgespielten Treffern auf 20:16 stellten (52.).

Die Vorentscheidung, denn Johan Sjöstrand nagelte seinen Kasten weiter förmlich zu. Seine nächsten „Opfer“: Fabian Wiede und Petar Nenadic. Der verdiente Lohn waren stehende Ovationen der begeisterten Fans auf den Rängen, die das 21:16 durch Nenad Vuckovic frenetisch bejubelten. Dass Fabian Wiede das erste Feldtor seit 24 Minuten zum 21:17 gelang, war anschließend eher nebensächlich. Umso bemerkenswerter dafür, dass sich sogar Johan Sjöstrand noch in die Liste der Torschützen eintrug. Als Berlin seine letzte Chance mit einem zusätzlichen Feldspieler suchte und der Schwede einmal mehr gegen Nenadic Sieger geblieben war, setzte er das Leder reaktionsschnell über das gesamte Feld zum 23:18 ins Berliner Gehäuse. Der endgültige K.O. für die Gäste, woran auch die Ergebniskosmetik durch zwei abschließende Gegenstoßtore von Bjarki Elisson nichts mehr änderten.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Aller Anfang ist schwer. Das war bei uns heute auch so. Wir haben uns sehr schwer getan, in unsere Abläufe zu kommen. Außerdem sind 13 technische Fehler viel, das kann in manchen Spiel zu viel sein. Zum Glück hatten die Füchse im Angriff auch Probleme. Unser Vorteil war, dass wir mit der Umstellung in der Abwehr schon vor der Pause Erfolg hatten, und auch der Rückwechsel im zweiten Durchgang, als die Berliner müde wurden, hat funktioniert. Profitiert haben wir da auch von der tollen Leistung von Johan Sjöstrand.  Das war zwar kein Leckerbissen, aber ein erfolgreiches Spiel. Jetzt sind wir vor allem erstmal froh, einen guten Auftakt hingelegt zu haben. Auch wenn wir sicher noch Steigerungspotential haben.

Erlingur Richardsson: Glückwunsch zum Sieg an Melsungen. Das war heute von uns nicht gut, vor allem im Angriff nicht. Aber man muss auch festhalten, dass Johan Sjöstrand im Mt-Tor sehr gut gespielt hat. Insgesamt war das in der Abwehr von uns heute ok, im Angriff aber nicht.

Volker Zerbe (Manager Füchse): Wir haben ein kampfbetontes Spiel von Beiden gesehen. Wie Erlingur schon sagte waren wir in der Abwehr gut, im Angriff sind uns in den entscheidenden Situationen zwei, drei Fehler unterlaufen. Auf diese Erkenntnisse müssen wir jetzt aufbauen und an uns arbeiten.

Statistik
MT Melsungen: Sjöstrand (1 Tor, 15 Paraden / 19 Gegentore), Villadsen (1 P. / 1 G.); Maric (1), Sellin (1), Forstbauer, Hildebrand, Danner (3), P. Müller (3), Boomhouwer (2/1), Rnic (4), Schneider, Allendorf (1), Vuckovic (2), M. Müller (5).

Füchse Berlin: Heinevetter (10 P. / 23 G.), Stochl (n. e.); Wiede (2), Elisson (3), Fritz, Vukovic (5), Gojun, Vrzalic, Nenadic (5/3), Tönnesen (1), Plaza Jimenez, Weyhrauch, Nielsen (2), Petersen (2/1).

Schiedsrichter: Christoph Immel (Erkelenz) / Ronald Klein (Mettmann)

Zeitstrafen: 8 – 12 (Danner 33:20, Schneider 42:18, P. Müller 46:47. Boomhouwer 50:19 – Weyhrauch 31:27, Nielsen 36:26 47:35, Petersen 37:43, Tönnesen 49:16, Vukovic 56:02).

Strafwürfe: 3/1 – 5/4 (Allendorf scheitert an Heinevetter, 11:02; Petersen scheitert an Villadsen, 29:21; Boomhouwer scheitert an Heinevetter 49:18)

Zuschauer: 3.016 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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