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MT schüttelt Flensburg-Fluch ab

Foto: Alibek KäslerMelsungen. Mit der 33:32-Sensation bei der SG Flensburg/Handewitt am Samstag hat die MT Melsungen ihrer Vereinschronik gleich drei markante Einträge hinzugefügt. Der Flensburg-Fluch wurde abgeschüttelt:  Es war der erste Pflichtspielsieg gegen die SG überhaupt; mit 10:0 Punkten und der Spitzenreiterposition wurde der beste Saisonstart seit Zugehörigkeit zum Handball-Oberhaus hingelegt und die Rotweissen erzielten ihr 10.000stes Tor in der Ersten Bundesliga!

Die um die verletzten Stammspieler Schröder, Fahlgren, Vuckovic und Allendorf dezimierten Nordhessen zeigten gleich im ersten Angriff, dass sie sich beim klaren Favoriten, der lediglich auf Mahé verzichten musste, keinesfalls verstecken wollen. Maric markierte das 0:1, woraufhin sich in den folgenden zehn Minuten ein munterer Schlagabtausch entwickele, bei dem in der Regel die Nordhessen vorlegten und die Hausherren jeweils ausglichen. Der MT-Kreisläufer war dabei tonangebend. Mit Ausnahme des 2:2-Ausgleichs durch Timm Schneider  hatte Marino Maric bis zum 4:5 bereits vier Treffer beigesteuert.

Teamjubel bei der MT. Foto: Alibek KäslerNach dem 5:5 durch Anders Eggert hatte die MT die Gelegenheit, sich die Führung wieder zurückzuholen. Aber der nach einem Karlsson-Foul an Danner zugesprochene Strafwurf konnte von Boomhouwer nicht genutzt werden, der Linksaußen warf den Ball haarscharf links unten an dem von Andersson gehüteten-SG-Gehäuse vorbei. Dann landete Glandorf einen Doppelschlag, erst per Sprungwurf aus dem Rückraum und dann per Gegenstoß, nachdem sich Timm Schneider den Ball hatte abluchsen lassen (7:5, 11. Min).

Für Michael Roth war dies Anlass genug, um per Timeout die aufkommenden Flensburger zu stoppen und seine eigenen Schützlinge wieder in die Spur zu bringen. Die schienen verstanden zu haben. Denn gleich nach Wiederanpfiff beendete Michael Müller eine schnelle Ballstafette mit einem Rückhand-Pass nach Rechtsaussen, wofür sich Johannes Sellin mit dem Anschlusstreffer zum 7:6 bedankte. Was Sellin in diesem Moment nicht wusste: Er hatte gerade das 10.000ste Tor der MT Melsungen in einem Meisterschaftsspiel in der Ersten Bundesliga geworfen.

Aber die Blauweissen korrigierten erneut aus dem Rückraum durch Holger Glandorf den Abstand auf zwei Treffer, ehe Maric vom Kreis auf 8:7 verkürzte und Flensburgs Rechtsaussen Radivojevic mit seinem ersten Tor auf 9:7 stellte (12.). In der Folge nutzte die MT eine Dezimierung der Gastgeber – Zachariassen hatte sich eine Zeitstrafe eingehandelt – und schafte wieder den Anschluss, wiederum nach feinem Zuspiel von Michael Müller auf Johannes Sellin.

Timm Schneider. Foto: Alibek KäslerIn der Unterzahl griff SG-Trainer Ljubomir Vranjes, der übrigens vor dem Spiel seinen Verbleib in Flensburg bis 2020 bestätigt hatte, zu der bereits bekannten Variante, den Torhüter durch einen Feldspieler zu ersetzen. So ging Andersson für Rasmus Lauge vom Platz und prompt ergab sich eine gute Gelegenheit für Radivojevic. Die aber wusste Johan Sjöstrand mit einer Klasse-Reaktion zu vereiteln.

Danach vergab die MT zwei Chancen, wieder in Führung zu gehen: Sellin traf mit seinem Wurf nur den Pfosten und der zum Gegenstoß davongeeilte Boomhouwer wurde im letzten Moment gestoppt. Wie gut aus MT-Sicht dann, dass Philipp Müller auf Halblinks mit einem beherzten Eins-gegen-Eins das 9:9 erzwang (16.).

Die Torfolge bis zum 14:15-Halbzeitstand wurde dann auf Seiten der MT vorwiegend von den Spezialisten der Nahwurfzone bestimmt. Sellin, Maric und Boomhouwer trafen je einmal für die Rotweissen. Die Ausnahme waren zwei Treffer aus dem Rückraum, nach stilistisch einwandfreien Sprungwürfen von Jan Forstbauer, der in dieser Phase Michael Müller auf Halblinks eine Verschnaufpause gönnte und selbstbewusst jeweils die Führungen zum 11:12 und 12: 13 sicherstellte. Für die SG waren derweil  Eggert (per Siebenmeter), Djordjic, Mogensen, zweimal Radivojevic und Glandorf und  erfolgreich.

Mit Beginn der zweiten Spielhälfte schickte Michael Roth erstmalig Momir Rnic ins Rennen. Weil im ersten Durchgang der Weg für einen Abwehr-/Angriffwechsel zu weit gewesen war, hatte Philipp Müller die halblinke Rückraumposition bekleidet. Wie schon in Halbzeit eins entspann sich auch nun zunächst wieder eine abwechslungsreiche Spielfolge mit schnellen Toren auf beiden Seiten. Bis zum 18:18, bei dem Flensburgs Halbrechter Jakobsson MT-Keeper Sjöstrand mit einem abgefälschten Ball überraschte, und dem prompten 19:18 durch Spielmacher Mogensen.

Der anschliessende Melsunger Angriff verpuffte im Block der Hausherren und ermöglichte Eggert den Gegenstoss zum 20:18. MT-Kapitän Michael Müller antwortete mit dem Tor zum 20:19, Mogensen liess postwendend das 21:19 folgen. Es hatte in dieser Phase irgendwie den Anschein, als würden sich die Blauweissen nun in einem Aufwind hineinspielen, während auf der anderen Seite bei der MT die Konzentration schwand. Denn den Gästen passierte vorne ein weiterer Ballverlust, den Jakobsson zum 22:19 nutzte (38.).

Michael Roth erkannte die heikle Situation und unterbrach per Timeout den Flensburger Vorwärtsdrang. Der ausserdem erwünschte Effekt, die eigene Mannschaft wieder aufzubauen, trug ebenfalls schnell Früchte. Michael Müller tanke sich zum 22:20 durch und der guten Zusammenarbeit von Boomhouwer und Sellin beim Gegenstoß entsprang das 23:21; Eggert hatte zwischenzeitlich einen Strafwurf gegen Sjöstrand verwandelt. Beim 23:24 (43.) hatten sich die Nordhessen den Vorteil zurück erkämpft. Erst schloss Boomhouwer einen Gegenstoß erfolgsreich ab, dann überlistet der Linksaussen aus schier unmöglichem Winkel Zerberus Andersson. Nun zog Vranjes die Notbremse: Timeout!

Als Andersson erneut bezwungen wurde, diesmal von Maric, erlebten die SG-Anhänger ein in Flensburg eher selten zu beobachtendes Phänomen, nämlich die Auswechslung der Torhüter-Ikone. Für den 37-jährigen Andersson kam der 11 Jahre jüngere Moeller. Doch auch der wurde kurz darauf von Boomhouwer bezwungen.

Foto: Alibek KäslerDie MT agierte vorne nun verstärkt mit Übergängen aus dem Rückraum an den Kreis, bei denen vorwiegend Spielmacher Timm Schneider in die Nahwurfzone eindrang. Mit Erfolg, wie der Zwischenstand von 26:29 (50.) zeigte. Genau diese drei -Tore Führung war für das MT-Lager ein erster deutlicher Hinweis darauf, dass beim Favoriten durchaus etwas zu holen sein könnte. Wenngleich die Nordlichter nach Toren des nimmermüden Mogensen und von Radivojevic – begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Schneider – wieder schnell dran waren (28:29, 52.).

Die letzten acht Minuten des Spiels der beiden verlustpunktfreien Kontrahenten entwickelten sich dann zu einem echten Krimi. Viermal legte die MT jeweils zwei Tore vor, viermal erzielte der Favorit den Anschlusstreffer. Erst als Momir Rnic 19 Sekunden vor dem Abpfiff das Spielgerät von der Siebenmeterlinie aus zum 31:33 im Flensburger Kasten versenkt hatte, war jedem klar, dass ein eventuell weiteres Gegentor noch hinnehmbar sein würde, ohne dass die Sensation noch einmal in Gefahr gerät.

Und so kam es dann auch – das 32:33 durch Glandorf ging fast schon im kollektiven Jubel der Rotweissen unter. Der erste Pflichtspielsieg gegen die SG Flensburg/Handewitt war perfekt! Dass das Roth-Team damit sogar vorerst die Tabellenführung übernimmt, ist die Belohnung für diesen in allen Belangen überzeugenden Auftritt im hohen Norden.

Michael Roth: Wir wollten möglichst unverkrampft nach Flensburg fahren. Deshalb auch mein natürlich nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag, dass ich angesichts der vielen dort erlittenen Niederlagen am besten mal zuhause bleibe. Zudem waren wir aufgrund unserer aktuellen Verletzungsprobleme ohnehin noch stärker in die Aussenseiterrolle geraten. Im Spiel selbst haben wir dann jedoch früh gemerkt, dass hier etwas möglich sein würde. Gegen Ende der ersten Halbzeit haben wir es aufgrund einiger Unkonzentriertheiten und vorschnellen Abschlüsse verpasst, unseren Zwei-Tore-Vorsprung zu halten oder gar auszubauen. Nachdem wir in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit einen Drei-Tore-Rückstand in eine Führung gedreht hatten, haben wir sehr effektiv gespielt. Unsere Abwehr war heute schon ziemlich stark, aber entscheidend war unser Angriff, wo übrigens Timm Schneider gut Regie geführt hat. Die letzte 20 Minuten des Spiels haben wir ein fantastische Leistung geboten. Wenn man gegen eine defensivstarke Mannschaft wie Flensburg 33 Tore wirft, will das schon etwas heissen. Das hat auch unser Gegner heute voll anerkannt.

Statistik: SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen 32:33 (15:14)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (13/1 Paraden), Møller (0) – Karlsson, Eggert (8/5), Glandorf (5), Mogensen (8), Svan, Djordjic (2), Jakobsson (2), Zachariassen, Toft Hansen (1), Gottfridsson (1), Lauge, Radivojevic (5)  – Trainer Ljubomir Vranjes.

MT Melsungen: Sjöstrand (16/2 P.), Villadsen (0 P. / bei zwei 7m) – Maric (9), Sellin (5), Forstbauer (2), Hildebrand, Danner, P. Müller (1), Boomhouwer (4), Rnic (5/1), Schneider (3), Golla, M. Müller (4) – Trainer Roth.

Zeitstrafen: 6 – 6 Min. (Karlsson, Jakobsson, Zachariassen – Maric, 2x Schneider)

Strafwürfe: 7/5 – 2/1 (Eggert trifft nur den Pfosten, 33:39 Min., Eggert scheitert an Sjöstrand, 52:05 Min. – Boomhouwer scheitert an Andersson, 09:35 Min.).

Schiedsrichter: Martin Thöne / Marijo Zupanovic (Berlin)

Zuschauer: 5.817, Flens-Arena, Flensburg

Spielfilm: 0:1 (1.), 2:1 (2.), 2:3 (4.), 3:4 (5.), 4:5 (8.), 7:5 (11.), 9:7 (12.), 9:9 (14.), 10:9 (17.), 10:11 (19.), 12:12 (24.), 12:14 (25.) – 15:15 (31.), 17:16 (33.), 17:18 (35.), 20:18 (36.), 22:19 (38.), 23:21 (40.), 23:26 (45.), 25:26 (46.), 26:27 (47.), 26:29 (49.), 28:29 (52.), 29:31 (53.), 30:32 (56.), 31:32 (58.), 31:33 (60.)

(Bernd Kaiser)



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