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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

HessenForst versteigert Qualitätshölzer

Holz zur Versteigerung auf dem Wertholzplatz in Jesberg. Foto: Manfred DelphoJesberg. Während leergeräumte Wühltische das Bild der Warenhäuser im Winterschlussverkauf prägen, setzt unsere heimische Forstwirtschaft bei der Holzvermarktung auf Spitzenqualität zu besten Preisen. Besonders gefragte Qualitätshölzer werden versteigert – auch in Hessen: Auf der von HessenForst organisierten traditionellen Edellaubholz-Versteigerung konnten Holzkäufer ausgefallene Stämme mit besonderen Qualitäten finden.

Der Bedarf beim Endabnehmer an hochwertigen Holzprodukten ist weit gefächert: Fehlerfrei gewachsene Esche für Holzstangen am Sportbarren, makelloses Eichenholz für Weinfässer und Ahornfurniere für edle Möbel. Derzeit liegen auf den beiden Auktionsplätzen insgesamt knapp 2.000 Kubikmeter Wertholz. Unter den 14 verschiedenen Baumarten dominiert die Eiche (68 %), aber auch die Esche ist mit 21 Prozent gut vertreten. Das Holz stammt aus dem Staatswald von 25 Forstämtern beziehungsweise eigenständigen Forstbetrieben.

„Anfang Februar haben wir das Holz in einem sogenannten Submissionsverfahren versteigert“, erläutert Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst. „Die Eichen wurden zur Lebzeit von Beethoven vor rund zweihundert Jahren gepflanzt und bis heute gepflegt. Schon unsere Urgroßväter wussten, wie Wälder fachkundig zu bewirtschaften sind, damit sie gesund bleiben und auch unseren Urenkeln wertvolles Holz liefern,“ so Gerst. „Dies ist ein wesentliches Merkmal nachhaltiger Forstwirtschaft: Vorausschauend denken und handeln. Zum Wohl der Natur, der Menschen und der Wirtschaft.“

Die Holzkäufer haben das breit gefächerte Angebot offenbar gut angenommen: Die Zahl der Laubholzbieter stieg von 39 im Vorjahr auf 44. Auffällig ist ein gestiegenes Kundeninteresse für die Furnierherstellung (12 Bieter). Mit einem Erlös von 6.199 Euro war eine Eiche aus dem nordhessischen Reinhardswald der wertvollste Stamm des Termins – und damit die sogenannte „Braut“ der Submission.

Wie hoch die Preise des Holzes am Ende sind, entscheidet sich im Submissionsverfahren, das vergleichbar ist mit anderen Versteigerungen. „Da bieten auch nur die Spezialisten“, so Gerst, „Sägewerke, aber auch Hersteller von Möbeln, Furnieren oder Holzfässern.“ Regelmäßig kämen Interessenten aus Frankreich nach Hessen, um die Eichenstämme zu begutachten. „Wenn Sie einen im Barrique-Fass gereiften französischen Wein trinken, kann es durchaus sein, dass das Holzaroma von Bäumen aus Hessen stammt.“

Hintergrund:
Bei einer Submission wird jedem Stamm ein Los zugeordnet, das die nötigen Angaben für die Holzverarbeitung enthält. Interessierte Holzkäufer bekommen eine Liste der Lose und können sich mehrere Wochen lang das Angebot an Ort und Stelle anschauen. Dafür dienen die speziellen Lagerplätze als Schaufenster. Ohne die Angebote der Mitbieter zu kennen, schicken die Holzkäufer ihre schriftlichen Angebote an HessenForst. Am Stichtag werden die bis dahin verschlossenen Gebote geöffnet und verglichen. Der Meistbietende bekommt den Zuschlag. (red)



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