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Sommer-Festival im Dahme-Zeltlager

Foto: nh

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Schwalm-Eder. Das Zeltlager des Schwalm-Eder-Kreises an der Ostsee ist seit Jahrzehnten und Generationen für alle Kinder im Alter von elf bis 15 Jahren aus dem Schwalm-Eder-Kreis ein fester Termin im Kalender und ein Garant um mal abzuschalten. Urlaub ohne Eltern, Sonne tanken, Wind, Meer, Spaß und Spiel mit Freunden ganz nah am Meer. „Dahme II – Das Sommer-Festival 2017“ lautet das Motto der zweiten Freizeit im kreiseigenen Zeltlager. Eine Freizeit mit viel Musik und einem ersten Erleben von Festivalstimmung. Am Samstag den 15. Juli 2017 wurde das Motto für die 200 Kinder ganz greif- und erlebbar, als gegen Mittag drei Busse und Autos auf den Hof des Jugendcamps fuhren.

Eins, zwei, drei, vier…15 junge Menschen steigen aus Fahrzeugen. Die Meisten in dunkle Farben gekleidet, tätowierte Bartträger und ein Meer an Sonnenbrillen lassen erahnen, dass sie hier weder als Eltern noch als Teilnehmer eine Rolle spielen werden. Nach einem ersten Rundgang durch das Camp, unter der Beobachtung viele neugieriger Teilnehmeraugen, fährt der größte der Busse rückwärts in Richtung Materialschuppen, kurz genannt der „Matbau“. Dort werden mit vielen dutzend fleißigen Händen diverse Dinge ausgeladen: Boxen, Verstärker, Gitarren, Mikrofone, Kabel, noch mehr Kabel und noch mehr Kabel. Jedes Teil, welches für dieses Ereignis benötigt wird, gibt es heute nur einmal – ein mutiges Ereignis ohne Netz oder doppelten Boden: Das muss heute klappen, hoffentlich hält das Material, die Technik und die Sicherungen.

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Es wird aufgebaut, zusammengesteckt, improvisiert und geschmückt. Neben den Veränderungen im Matbau tut sich auch im Camp einiges. Heerscharen von Teilnehmern und Betreuern verwandeln mit Hilfe von Ballons und Tüchern das Camp in ein echtes Festivalgelände. Es wird ein Einlass errichtet, Ordner positionieren sich und Ohrenschutz wird verteilt. Wird das heute laut? Durch den Soundcheck lässt sich nun auch nichts mehr verheimlichen. Es laufen Vorbereitungen für ein großes Konzert. Nicht ein Konzert von irgendwem, sondern ein richtiges Festival mit drei aufstrebenden nordhessischen Rock-Bands, allesamt hochmotiviert um sich vor den Kindern zu beweisen. Das gab es im Dahme Feriencamp in all den Jahrzehnten noch nie. Wer erinnert sich nicht an sein erstes Konzert? Heute hier in Dahme werden Erinnerungen produziert die viele Kinder wohl für immer als „mein erstes Konzert“, „mein erstes Festival“ abspeichern werden. Da warten auch die vorher informierten Eltern auf einen Erlebnisbericht.

Geladen waren „Spit“ aus Kassel, „Sturdy“ aus Kassel und „The Djuks“ aus Warburg. Die Teilnehmer sammeln sich vor dem Eingang und fiebern gespannt – die Festivalkarte in der Hand und das Bändchen am Handgelenk dem Einlass entgegen. Um 19 Uhr öffnen die Pforten und neugierig füllen tippelnde Schritte den Raum. Noch etwas zaghaft, inspizieren die vielen Augenpaare kritisch den veränderten Ort. Und dann geht es endlich los. The Djuks aus Warburg legen los und spielen sich mit schnellem melodischen Punk Rock und witzigen Ansagen in die Kinderherzen. Der Bass geht den Kindern direkt in die Beine, der Schlagzeuger spielt um sein Leben, puh, was für ein Auftakt. Die ersten schüchternen Rhythmusbewegungen werden in der Menge erkennbar. Die ersten Kinderhände gehen in die Luft, die ersten Luftgitarren werden gereckt und die Kinder machen den Djuks mit ihrem Luftgitarrenspiel echte Konkurrenz. Leuchtende Kinder- und Betreueraugen verabschieden The Djuks mit lauten Zugaberufen von der Bühne.

Sturdy aus Kassel knüpfen direkt an und bieten den Kindern eine wilde energiegeladene Melodic Skate-Punk Rock Show. „Die sind ja gar nicht so schlimm sondern voll super“ resümiert die kleine Luna aus Zelt Zwei. Ihre Augen leuchten. Luna und ihre Freundinnen lassen sich mitreißen von den wilden Sprüngen auf der Bühne und dem donnernden Gitarrensound. Punktsieg für Sturdy und die ersten Kinder lassen sich im Anschluss mit der Band ablichten, klatschen sich ab, holen sich Autogramme und kaufen sich T-Shirts der Skate-Punker aus Kassel.

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„Was ist ein Headliner?“, fragt ein Kind aus Zelt 3. Die Antwort kommt mit „Spit“ aus Kassel direkt im Anschluss: Die Band auf die alle warten, die Band, die den Abschluss macht und sich in vielen Jahren nach oben geackert hat. Sänger Patrick begrüßt die Kinder herzlich, bezieht sie immer wieder mit ein und zeigt eine stimmlich gewaltige Bandbreite im musikalischen Feld aus Rock, Hardcore und Alternative. Basser und Zappelphilipp Timo reicht der Platz auf der Bühne nicht aus und Gitarrist Andi zeigt den Kindern am Bühnenrand wie man eine Malzbierflasche zu einem Bottle-Neck Gitarren Solo einsetzt.

Der Materialbau in Dahme ist außer Rand und Band, die Kinder strömen aus allen Ecken des Camps wieder zurück zur Bühne, lassen sich tragen, feiern mit der Band, neuen Freunden und Betreuern einen Festival-Rock Abend aus dem Bilderbuch. Spit spielen sich an diesem Abend tief in die Herzen aller Kinder, flankieren sie doch mit doppelten Gitarren-Soli und sattem Druck eine melancholisch freundliche bis ungestüme Rock Performance, in der es um Leben und Tod zu gehen scheint. Die Nebelmaschinen laufen heiß, Konfettikanonen befeuern die Kinder, riesige Scheinwerfer und unzählige Flasher verwandeln das Dahme Camp in eine gigantische Licht- und Bühnenshow. Alle Anwesenden sind scheinbar sprachlos. Die Headliner Spit sind zu Tränen gerührt. Mit dem letzten Ton äußern schon die ersten begeisterten Teilnehmer: „Das wollen wir nächstes Jahr wieder haben!“ Auch die Technik hat gehalten, puh. (Julia Raude und Dirk Wettlaufer)



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