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Erfolgreicher Start in 2018: MT schlägt Leipzig 28:20

Bester Torschütze des Spiels: Julius Kühn, zehn Treffer. Foto: Heinz Hartung

Bester Torschütze des Spiels: Julius Kühn, zehn Treffer. Foto: Heinz Hartung

Kassel/Melsungen. Mit einem auch in dieser Höhe verdienten 28:20 (14:10)-Erfolg über den SC DHfK Leipzig erwischte die MT Melsungen einen Start nach Maß in die entscheidende Phase der Meisterschaft in der DKB-Handball-Bundesliga. Vor 4.300 Zuschauern in der einmal mehr ausverkaufen Kasseler Rothenbach-Halle versäumten es die Hausherren über weite Strecken, die Partie schon frühzeitig zu entscheiden. Erst im Schlussspurt packten die Nordhessen noch ein paar Tore Differenz drauf, nachdem Leipzig sich lange in Schlagdistanz gehalten hatte. Erfolgreichster Schütze der Partie war Julius Kühn, der zehnmal netzte, für Leipzig traf Philipp Weber acht Mal, davon einmal von der Siebenmeterlinie.

Mit gleich sechs deutsche Nationalspieler, die noch vor zwei Wochen bei der Europameisterschaft in Kroatien auf dem Parkett standen, verdiente das Aufeinandertreffen der beiden Teams aus dem Verfolgerfeld der Bundesliga-Spitze das Attribut „Spitzenspiel voll und ganz. Und auch der Rahmen war dem mit dem zum siebten Mal ausverkauften Haus der Saison mehr als angemessen. Spielerisch dagegen blieben die Anfangsminuten auf dem Spielfeld, zumindest was strukturiertes Angriffsspiel anging, deutlich dahinter zurück. Was zwei ganz starken Defensivreihen geschuldet war, die beherzt zugriffen.

Leipzig operierte mit einer eher offensiven 6:0-Formation, aus der heraus schon auf acht Metern attackiert wurde, wodurch bei den Melsungern kein rechter Spielfluss aufkommen wollte. Dagegen setzte die MT auf eine 5:1-Variante mit Michael Allendorf auf vorgezogener Position, der äußerst effektiv störte und für Ballgewinne sorgte. Was indes prima klappte, waren die Einzelaktionen von Lasse Mikkelsen. Der schaltete angesichts der sehr agilen SC-Abwehrspieler direkt um auf Soloattacke und versenkte nach Aivis Jurdzs‘ Gästeführung zwei Bälle zum 2:1 für die MT (5.).

Die nicht wenigen verletzungsbedingten Ausfälle auf beiden Seiten verkrafteten die Melsunger eindeutig besser. Zumeist ohne Linkshänder in der Aufbaureihe fehlte den Sachsen viel Druck aus dem rechten Rückraum. Die Folge war ein auf 8:4 ausgebauter Vorsprung der Rot-Weißen nach einer Viertelstunde. Zeit für die erste Auszeit von Michael Biegler, der seinen ersten Einsatz auf der Bank der Gäste absolvierte und mit den gezeigten Leistungen seiner Sieben alles andere als zufrieden war. Die richtigen Worte schien er dann aber gefunden zu haben, denn nach dem Weckruf liegen die Aktionen um einiges flüssiger als zuvor. Philipp Weber verkürzte mit zwei Treffern in Folge auf 8:7 (19.), was Tobias Reichmann jedoch ebenfalls mit einem Doppelpack und dem erneuten Ausbau auf drei Tore (10:7, 21.) beantwortete.

Die Melsunger hätten die vielen Leipziger Fehler schon früh zu einer Art kleinen Vorentscheidung nutzen können, vergaben aber immer wieder klarste Möglichkeiten leichtfertig. Sei es Tobias Reichmanns freier Wurf von außen am langen Pfosten vorbei oder Marino Maric, der völlig frei vom Kreis an Milos Putera scheiterte – diese Versäumnisse hielten die Gäste im Spiel. Was indes vorzüglich klappte, war die Abwehr. Wenn da tatsächlich einmal etwas durch kam, stand noch Johan Sjöstrand dahinter. Einzig Philipp Weber fand immer wieder eine Lücke, durch die er mit seiner Wurfgewalt erfolgreich sein konnte. Sechs der zehn SC-Tore vor dem Seitenwechsel gingen allein auf sein Konto.

Genau dieses Bild setzte sich nach der Halbzeitpause weiter fort. Weber verkürzte mit seinem siebten Streich auf 14:11, im Gegenzug brachte Reichmann das Leder aus vollkommen freier Wurfposition nicht an Putera vorbei. Dass dennoch nichts gravierendes passierte aus Melsunger Sicht lag an Sjöstrand, der glänzend gegen Lukas Binder parierte. Aber es ging eben nicht voran mit der Veredelung der Überlegenheit. Ob das Michael Müllers verunglückter Heber, Philipp Müllers freier Durchbruch über den Kreis oder Tobias Reichmanns Tempogegenstoß war, Milos Putera musste gar nicht so viel tun, um die allesamt nur halbherzigen Abschlüsse wegzunehmen (17:13, 36.).

Biegler nahm die nächste Auszeit, denn angesichts der Melsunger Geschenke witterten die Sachsen langsam Morgenluft. Minutenlang passierte überhaupt nichts mehr, herrschte hüben wie drüben Torflaute. Bezeichnend, dass es einen unhaltbar abgefälschten Wurf von Weber brauchte, um nach sechs Minuten den Spielstand endlich wieder einmal zu verändern. Immerhin sofort beantwortet von Julius Kühn, dessen Versuch Putera durch die Hände rutschte. Als Sjöstrand die Vorarbeit leistete um doch mal wieder was in MT-Richtung zu bewegen, setzte Michael Allendorf den folgenden Siebenmeter, passend zum vorherigen Geschehen, ans Lattenkreuz und von da ins Seitenaus (18:14, 44.). Die nächste Möglichkeit zur Spielunterbrechung nutzte Michael Roth. Erfolgreich, wie Julius Kühns Treffer sechs und sieben zum 20:14 zeigten (47.).

Endlich, wenn auch viel zu spät, der Ausdruck des insgesamt doch gefälligeren Spiels der Gastgeber. Und nun zeigte Leipzig auch Wirkung, machten sich die fehlenden Alternativen von der Bank bemerkbar. Die Kraft ließ nach, mehrfach kamen die Abwehraktionen zu spät. Benjamin Meschke musste ebenso auf die Strafbank wie Lukas Binder, die MT spielte ihre Vorteile konsequent aus. Tobias Reichmann traf ebenso ins zugunsten eines ergänzenden Feldspielers verlassene SC-Tor (21:15, 50.) wie auch Johan Sjöstrand fast von der Grundlinie (25:16, 54.).

Die Partie war durch, Michael Roth reagierte. Brachte neben Jeffrey Boomhouwer und dem zuvor nur kurz eingesetzten Johannes Golla auch den erst unter der Woche nachverpflichteten Matthias Lenz im Tor sowie unter großem Jubel der Fans auch Gabor Langhans, der damit zu seinen ersten beiden Pflichtspiel-Minuten im Melsunger Dress seit seiner Verpflichtung vor mehr als eineinhalb Jahren kam. Am letztlich ebenso deutlichen wie verdienten Sieg der Nordhessen änderte das nichts mehr, sorgte aber für einen sehr emotionalen Abschluss, der das über längere Strecken wenig erbauliche Spiel der Kontrahenten vorher schnell vergessen machte.

Stimmen zum Spiel
MT-Trainer Michael Roth: Da waren heute für uns schon ein paar unbekannte Faktoren vor dem Spiel. Wir wussten natürlich, dass Leipzig geschwächt war, wussten aber nicht, wie zum Beispiel der junge Gregor Remke spielen würde oder das SC-Spiel mit nur Rechtshändern im Rückraum klappt. Dann haben wir uns gestern entschieden, Finn Lemke aus der Abwehr draußen zu lassen und stattdessen auf die 5:1-Variante mit Michael Allendorf zu gehen. Das hat letztlich geklappt und wir haben über diese Abwehr und einen starken Johan Sjöstrand dahinter, der sich in der zweiten Hälfte gesteigert hat, den Sieg eingefahren. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir das Spiel früher hätten zu Ende bringen sollen. Jetzt wünsche ich mir von den Leipzigern im Pokal eine gute Leistung bei den Rhein-Neckar Löwen, nachdem sie uns aus diesem Wettbewerb rausgeworfen haben.

SC -Trainer Michael Biegler: Ich denke, wir waren heute ein wenig zu schnell mit der Gratulation an die MT, schon vor dem Abpfiff. Dennoch hat die MT verdient gewonnen, auch in diesen Höhe. Mit unserer Leistung kann ich nicht zufrieden sein. In der ersten Halbzeit haben wir konstant gearbeitet, sind aber hinterhergelaufen, weil uns einfach viele Kleinigkeiten gefehlt haben. Außerdem müssen wir anders reagieren, wenn die MT ihre Angriffe so langsam vorträgt. Trotzdem haben wir in der Halbzeitpause noch daran geglaubt, hier etwas mitnehmen zu können. Über das gesamte Spiel haben wir uns gute Möglichkeiten erarbeitet, sind in Unterzahl dann auch gezwungen ein hohes Risiko gegangen, aber es hat einfach nicht geklappt. Insgesamt hätten wir es bis zum Ende vielleicht auf -4 halten können, aber die Leistung hat dazu heute nicht gereicht. Deshalb geht der Sieg so in Ordnung, wie er ist.

MT-Vorstand Axel Geerken: Man weiß nie, wo man bei Wiederbeginn nach einer längeren Pause steht. Überragend war in jedem Fall wieder die tolle Unterstützung der Fans. Mein persönlicher Gänsehaut-Moment war der Einsatz von Gabor Langhans kurz vor Schluss. Man muss seine 18 Monate dauernde Leidensstrecke kennen, um das einordnen zu können. Das und der Sieg haben den Tag zu einem absolut gelungenen Tag für mich und uns gemacht.

SC Geschäftsführer Karsten Günther: Auch von mir einen Glückwunsch an die MT Melsungen zum Sieg. Natürlich sind wir enttäuscht, denn wir wollten hier etwas Zählbares mitnehmen. Man hat heute wieder gesehen, dass wir uns jeden Punkt, den wir holen wollen, ganz hart erarbeiten müssen. Aber wir dürfen jetzt auch nicht alles schlecht machen nach dieser Niederlage, sondern müssen positiv nach vorn schauen.

Statistik
MT Melsungen: Sjöstrand (1 Tor, 14 Paraden / 17 Gegentore), Lenz (0 P. / 3 G.); Maric, Kühn 10, Lemke, Golla, Reichmann 4, Mikkelsen 4, Danner 1, P. Müller, Boomhouwer, Allendorf 5/3, M. Müller 3, Haenen, Langhans – Trainer Michael Roth.

SC DHfK Leipzig: Putera (10 P. / 27 G.), Vortmann (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Jurdzs 4, Krzikalla, Binder 1, Janke 1, Kunkel 1/1, Roscheck, Weber 8/1, Rivesjö, Strosack 2, Remke 1, Meschke 2, Milosevic – Trainer: Michael Biegler

Schiedsrichter: Christoph Immel (Erkelenz) / Ronald Klein (Mettmann)

Zeitstrafen: 6 – 8 Minuten (P. Müller 24:14, M. Müller 32:33, Allendorf 54:30 – Roscheck 35:13 45:13, Meschke 48:43, Binder 52:06)

Strafwürfe: 4/3 – 3/2 (Kunkel scheitert an Sjöstrand 8:14, Allendorf an die Latte 43:44)

Zuschauer: 4.300 in der Rothenbach-Halle, Kassel (Ausverkauft)

Die nächsten Spiele:
Do., 15.02.18, 19:00 Uhr, SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen, Flens-Arena
So., 25.02.18, 12:30 Uhr, MT Melsungen – TBV Lemgo, Rothenbach-Halle

(Bernd Kaiser)



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