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Mittelstrecken-Asse trumpften beim Pfingstsportfest auf

Eine starke Vorstellung bot die 17-jährige Lynn Olson als Siegerin der W20 mit 2.26,90 Minuten. Foto: nh

Eine starke Vorstellung bot die 17-jährige Lynn Olson als Siegerin der W20 mit 2.26,90 Minuten. Foto: nh

Baunatal/Melsungen. Nachdem bei den Bahneröffnungswettkämpfen in Eschwege die Melsunger Sprinterinnen mit guten Zeiten ihre Visitenkarte abgegeben hatten und in den zurückliegenden Wochen auch die Melsunger Werfer mit Norbert Weinreich, Luis André und Lisa Arend für die Schlagzeilen sorgten, galt das Melsunger Interesse beim 48. Baunataler Pfingstsportfest den Mittelstreckenläuferinnen. Trainer Alwin J. Wagner wollte neben einer Standortbestimmung seiner Schützlinge auch wesentliche Erkenntnisse bei der Nominierung für die anstehenden Meisterschaften auf Landesebene gewinnen.

Einen starken Eindruck hinterließ dabei die 12-jährige Pia Gille, die sich bereits bei den Kreismeisterschaften den 800 Meter-Titel mit der neuen persönlichen Bestzeit von 2:43,29 Minuten sichern konnte. Auch beim 800 Meter-Rennen der WU14 im Baunataler Parkstadion zeigte sie, welche beachtlichen Fortschritte sie in den letzten Wochen auf der Mittelstrecke gemacht hat. Ohne beim Start in Positionskämpfe verstrickt zu werden, drückte sie gleich zu Beginn des Rennens auf das Tempo und legte die erste Runde in 78 Sekunden zurück. Als sie bei 600 Meter mit 1:58 Minuten herausgestoppt wurde, lag sie mit dieser Zeit genau im Plan, der sie zum ersten Mal unter 2:40 Minuten bringen sollte. Auch auf dem letzten Viertel der Strecke bot Pia Gille mit 38 Sekunden eine beeindruckende Vorstellung und siegte überlegen nach 2:36,25 Minuten vor Anna-Lena Lenz (2:50,12) und Lea Neurath (beide Niederelsungen, 2:52,95). Mit dieser Zeit dürfte sich die Melsunger Gesamtschülerin eine Anwartschaft bei den Landesmeisterschaften der U16 am 16. Juni in Darmstadt gesichert haben. Das Präsidium des Hessische Leichtathletik-Verbandes hatte am 21. März entschieden, die Normen für die Landesmeisterschaften mit sofortiger Wirkung abzuschaffen und die Teilnahme über eine maximale Anzahl von Athleten zu regeln. Somit darf die noch 12-Jährige hoffen, dass sie mit ihrer Zeit von 2:36 Minuten auf der Meldeliste der 36 schnellsten W14-Schülerinnen in Hessen geführt wird.

Im 800 Meter-Lauf der WU16 belegte Maya Knaust mit 2:45,12 Minuten hinter Vanessa Wyryma (Hess. Lichtenau, 2:38,51), Celine Kahle-Roos (GW Kassel, 2:42,89) und Alisa Rudolph (Kaufungen, 2:44,39) den vierten Platz. Die ehemalige MT-Leistungsschwimmerin hofft, dass sie am Wochenende bei den nordhessischen Meisterschaften in Bad Sooden Allendorf ihren Hausrekord auf dieser Strecke erneut verbessert.

Marvin Knaust - ganz rechts - verbesserte sich über 200 Meter auf 24,16 Sekunden und unterbot dabei seinen Hausrekord um 1,5 Sekunden. Foto: nh

Marvin Knaust – ganz rechts – verbesserte sich über 200 Meter auf 24,16 Sekunden und unterbot dabei seinen Hausrekord um 1,5 Sekunden. Foto: nh

Eine Rückkehr zu ihrer großartigen Form, wo sie im Jahr 2016 die 800 Meter in 2:24,15 Minuten lief, kündigte Lynn Olson im Parkstadion mit ihrer Siegerzeit von 2:26,90 Minuten an. Die 17-Jährige lief beherzt an und imponierte mit guten Zwischenzeiten und einem starken Finish. Obwohl sich Elisa Köhler (TV Wetter, 2:31,54) und Tabea Rehbein (Hess. Lichtenau, 2:34,17) sich mit allen Kräften wehrten, konnten sie das Tempo von Lynn Olson nur für eine kurze Zeit mithalten. Nach 72 Sekunden für die erste Runde und 1:50 Minuten für die 600 Meter, spulte die angehende Physiotherapeutin die letzten 200 Meter noch unter 37 Sekunden herunter und löste somit sehr überzeugend ihre Aufgabe, die beiden Stadionrunden wieder einmal unter 2:30 Minuten zu laufen und sich für die Landesmeisterschaften in Darmstadt zu qualifizieren.

Luise Zieba, die amtierende deutsche Hallenmeisterin der W35 über 3000 Meter, hatte sich vorgenommen, zum ersten Mal die 3000 Meter unter elf Minuten zu laufen. Ihr Anfangstempo von 3:39 Minuten war genau die Zeit, die die Gartenbautechnikerin auf den ersten 1000 Meter laufen sollte. Allerdings wurde sie auf dem mittleren Abschnitt etwas langsamer, denn bei 2000 Meter betrug ihre Zwischenheit 7:23 Minuten, womit sie drei Sekunden über der Marschtabelle lag. Da sie ständig über ihre Zwischenzeiten informierte wurde, war man sich im Melsunger Lager sicher, dass Luise Zieba ihr Ziel erreichen würde. Schließlich trainierte sie in den letzten Wochen im Melsunger Waldstadion schnellere Einheiten auf der Mittelstrecke und konnte somit ihre Tempohärte und ihre Spurtfähigkeit auf den letzten 1000 m ausspielen. Zwei Runden vor Schluss, legte sie noch einen Gang zu und lief das letzte Drittel in 3:33 Minuten. Nach 10:56,86 erreichte Luise Zieba das Ziel als Tagesschnellste. „Ich konnte den Plan für eine Zeit unter elf Minuten fast sekundengenau einhalten. Das gibt mir weiter Selbstvertrauen und zeigt mir, dass ich für die deutschen Seniorenmeisterschaften in Mönchengladbach auf dem richtigen Weg bin“, sagte die strahlende Seniorin aus Spangenberg.

Die 12-jährige Pia Gille verbesserte sich als 800m-Siegerin der W12 auf 2.36,25 Minuten. Foto: nh

Die 12-jährige Pia Gille verbesserte sich als 800m-Siegerin der W12 auf 2.36,25 Minuten. Foto: nh

Auch Lorenz Funck zeigte sich weiter verbessert und sicherte sich in einem gut besetzten 3000 Meter-Lauf der Männer hinter Jens Nerkamp (8:50,51) und Hagos Ambassajer (8:54,50, beide GW Kassel) und dem Niedersachsen Michael Majewski (Garrel, 9:10,54) mit seiner neuen Jahresbestzeit von 9:26,68 Minuten den vierten Platz vor Florian Engel (Vellmar, 9:29,37) und Tom Sälzer (Baunatal, 9:40,37). „Ich hoffe, dass ich im September meine 3000m-Bestzeit von 9:11,5 Minuten in Heiligenrode unterbieten werde. Zurzeit fehlen mir noch einige Trainingseinheiten, die ich wegen meiner Verletzung im Winter nicht laufen konnte und die ich nur schwer aufholen kann“, sagte der frühere hessische Jugendmeister im Berglauf. Aber Lorenz Funck ist zuversichtlich, dass er bei den Landesmeisterschaften in Fulda die 5000 Meter mit einer Zeit von unter 16:10 Minuten beenden wird .

Mit diesen beachtlichen Ergebnissen auf der Mittelstrecke waren aber die guten Leistungen der Melsunger Teilnehmer noch nicht erschöpft, denn auch die Sprinterinnen und Sprinter liefen über 100 und 200 Meter ansprechende Zeiten.

Vivian Groppe, die sich im Aufbautraining für die hessischen U16-Meisterschaften befindet und dort das Finale erreichen möchte, gefiel mit ihrer Zeit von 13,07 Sekunden. Die 13-Jährige, die innerhalb eines Jahres ihre 100 Meter-Bestzeit in Eschwege mit 12,98 um über eine Sekunde nach unten korrigiert hatte, musste sich in Baunatal trotz ihrer guten Leistung der starken Josephine Otto beugen, denn das Mehrkampftalent vom Tuspo Borken beeindruckte mit 12,76 Sekunden. Bereits bei den Kreismeisterschaften in Felsberg hatte die vielseitige Athletin über 75 Meter mit 9,94 Sekunden auf ihre Sprintqualitäten aufmerksam gemacht. „Für die Landesmeisterschaften in Darmstadt hat unser Trainer für mich die zweite 12er-Zeit über 100 Meter geplant, aber ich wäre nicht traurig, wenn mir dieses Vorhaben bereits am nächsten Samstag in Bad Sooden-Allendorf gelingen würde“, sagte Vivian Groppe.

Ihre Spitzenstellung im Schwalm-Eder-Kreis unterstrich Sprinterin Nele Grenzebach mit zwei locker heraus gelaufenen Siegen bei den Frauen. Sowohl ihre 100m-Zeit von 13,25 als auch ihre Zeit von 27,05 Sekunden über 200 Meter bedeuten für die Sportstudentin jeweils persönliche Bestzeit.

Auf eine neue 100 Meter-Bestzeit hatte auch Marvin Knaust gehofft, denn er hinterließ beim Abschlusstraining einen starken Eindruck. „Ich wollte in Baunatal die 100 Meter zum ersten Mal im Wettkampf unter 12 Sekunden laufen, aber was ich vor meinem Lauf erlebt habe, das wünsche ich niemanden“, sagte der frisch gebackene Abiturient und war selbst noch nach Beendigung der Veranstaltung sauer auf den Startordner, der seiner Sache nicht gewachsen war und völlig überfordert schien.

Was war geschehen? Marvin Knaust stand mit zwei weiteren Konkurrenten auf der Startliste des 100 Metr-Lauf für die U20. Aber der Startordner ließ nicht nach der Startliste laufen. Während die beiden Konkurrenten, Amin Labdi (Bad Sooden-Allendorf, 12,25) und Dominik Schlick (TSV Kitzscher, 12,20) im zweiten bzw dritten Lauf starten durften, musste Marvin Knaust bis zum Schluss warten, obwohlder Startordner mehrfach vor den drei letzten Sprints hingewiesen, dass die anderen beiden U20-Läufer bereits ihren Lauf absolviert hatten. Lorenz Funck, der vor kurzem seine Kampfrichterprüfung ablegte, bat den Startordner Marvin Knaust in einen der beiden Läufe unterzubringen, da noch Startplätze frei waren. Aber dieser Baunataler Kampfrichter zeigte sich trotzig und unfügsam und war stur wie ein Esel. Selbst der Starter Rolf Kornherr konnte diesen überheblichen und vollkommen überforderten Mann nicht überzeugen. Marvin Knaust wartete in der Zwischenzeit über zehn Minuten mutterseelenallein vor seinem Startblock, denn man sich unschlüssig, diesen Lauf überhaupt noch durchzuführen. Weil sich kein anderer Sprinter für einen nochmaligen 100m-Lauf zur Verfügung stellte, der Wind hatte sich gedreht und man wollte auch noch die 200 Meter laufen, durfte ein Rollstuhlfahrer gegen Marvin Knaust antreten, der aber die Rolle als Pacemaker nicht ausfüllen konnte und erst nach 17 Sekunden völlig chancenlos das Ziel erreichte.

Luise Zieba mit Trainer Alwin J. Wagner, der den Plan für eine 3000m-Zeit unter 11 Minuten ausgearbeitet hatte. Foto: nh

Luise Zieba mit Trainer Alwin J. Wagner, der den Plan für eine 3000m-Zeit unter 11 Minuten ausgearbeitet hatte. Foto: nh

Während die beiden Konkurrenten von Marvin Knaust bei besseren Windverhältnissen 100 Meter-Zeiten von 12,20 und 12,25 Sekunden liefen, verbesserte sich der MT-Sprinter allein laufend und trotz eines Gegenwindes von 1,2 m/sec unter dem Beifall der wenigen Zuschauer auf 12,28 Sekunden. „Ich hatte von diesem Startordner vor meinem Lauf zumindest eine Entschuldigung erwartet, aber dieser Mann wusste, dass er einen großen Fehler begangen hatte und blieb dennoch stumm“, sagte der 17-Jährige, der sich durch diese Maßnahme um den Erfolg seines Trainings gebracht sah.

„Mit solch einem Startordner macht man keine Werbung für weitere Leichtathletikwettkämpfe im Baunataler Parkstadion. Startordner und Kampfrichter sollten immer korrekt, offen und freundlich sowie verständnisvoll und hilfsbereit sein. Sie sollten stets Chancengleichheit für alle Wettkämpfer unter Beachtung sportlicher Regeln herstellen sowie bestmögliche Bedingungen für alle Beteiligten schaffen“ sagte ein aufgebrachter Alwin J. Wagner, der vor dem vorletzten Lauf den Veranstaltungsleiter Peter Machner auf das inkompetente Handeln seines Mitarbeiters hinwies. Aber selbst dieser konnte sich nicht durchsetzen und musste mit ansehen, wie Marvin Knaust allein auf die 100 Meter-Strecke geschickt wurde.

Eine Stunde später demonstrierte der Jugendliche aus Felsberg – immer noch stark gefrustet – seine großartige Form über 200 Meter und unterbot seine bisherige Bestzeit bei Windstille um 1,5 Sekunden, so dass sein neuer 200m-Hausrekord seit Pfingstsamstag bei 24,16 Sekunden steht.

Verbessert zeigte sich auch Leonard Ebert, denn der Polizeikommissar-Anwärter lief die 100 Meter in 12,43 und beeindruckte anschließend über 200 Meter mit guten 24,77 Sekunden.

Auch der 58-jährige Bernd Gabel überzeugte im Stabhochsprung mit 2,70 Meter und war auch über 200 Meter mit 30,25 Sekunden sehr zufrieden. (ajw)



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