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Der Wildpark bekommt seine »Mauer«

Doppelstahlmatten werden aktuell als zusätzliche Verstärkung im Wolfs- und Bärengehege eingebaut, während der zweite entflohene Wolf noch immer auf der Flucht ist. Foto: Wildpark

Doppelstahlmatten werden aktuell als zusätzliche Verstärkung im Wolfs- und Bärengehege eingebaut, während der zweite entflohene Wolf noch immer auf der Flucht ist. Foto: Wildpark

Allmuthshausen. So schnell hätte Donald Trump seine Mauer auch gern. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen am Wolfs- und Bärengehege werden nun so genannte Doppelstahlmatten eingesetzt, um künftige Wildtierfluchten zu verhindern.

Den Wolf zum Luderplatz locken

Dem Wildpark des Schwalm-Eder-Kreises liegt inzwischen eine Vielzahl Meldungen zu vermeintlichen Wolfssichtungen vor. Nach Auswertung der Meldungen ergibt sich ein vermutetes Bewegungsprofil des entflohenen Wolfes, sodass derzeit ein so genannter Luderplatz eingerichtet wird (das ist ein Ort mit einer jagdlichen Einrichtung zum Anlocken von fleischfressenden Tieren). Dort werden automatische Kameras installiert, die beim Auslösen Meldung auf hinterlegte Mobilfunknummern geben.

Todesschuss ist nicht vorgesehen

Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich führt ein dreiköpfiges Team von erfahrenen Kollegen an, welches bei einer Alarmierung den angelegten Futterplatz aufsuchen wird, um dann einen gezielten und möglichst erfolgreichen Betäubungsschuss auf den Wolf abzugeben. Ein regulärer Schuss mit Todesfolge ist nicht vorgesehen. Ob diese Strategie von Erfolg gekrönt sein wird, ist nur schwer einzuschätzen.

„Wir sind sehr dankbar, dass die Bevölkerung so aufmerksam ist und zahlreiche Wolfssichtungen an uns und die Polizei meldet. Nur so haben wir die Möglichkeit, den Aufenthaltsort einzugrenzen“, sagt Dr. Fröhlich.

Schwalm-Eder-Kreis und Wildpark bitten um Verständnis, dass der genaue Ort nicht bekannt gegeben wird. Der Wolf soll in Ruhe durch ausgelegtes Futter angelockt werden. Zudem soll vermieden werden, dass übereifrige Bürgerinnen und Bürger den Platz aufsuchen und so ein Annähern des Wolfes verhindern.

Verstärkung des Gehegezauns

Nachdem das Wolfs- und Bärengehege unmittelbar nach dem Ausbruch der zwei Wölfe an den notwendigen Stellen bereits gesichert und verstärkt wurde, sind inzwischen weitergehende Sicherungsmaßnahmen aufgenommen worden. Das Gehege wird durch Doppelstahlmatten verstärkt. Diese werden nun komplett umlaufend bis zu einer Höhe von einem Meter angebracht. Der verwendete Stahl ist so stark, dass ein erneutes Durchbrechen unmöglich sein soll. Damit wird die Anlage stärker gesichert sein, als vergleichbare Wolfsgehege in anderen Wildparks.

Park bleibt zunächst für Besucher geschlossen

Landrat Winfried Becker und die Wildparkleitung bitten um Verständnis, dass der Wildpark Knüll noch geschlossen bleibt. „Wir wollen die Bauarbeiten am Gehege erst abschließen. Das im Gehege lebende Wolfsrudel steht durch die Arbeiten unter Stress und soll zunächst zur Ruhe kommen, bevor wir den Wildpark wieder öffnen“, erklärt der Landrat.

Gutachter sind angefragt

Wie Becker bereits in der Pressekonferenz am Dienstag angekündigte, wurde inzwischen Kontakt mit potentiellen Gutachtern aufgenommen, um die Anlage von externen Fachleuten auf die sicherheitsrelevanten Standards überprüfen zu lassen. Konkret angefragt wurde der TÜV-Rheinland, der bereits Erfahrungen in der Begutachtung von Gehegen zur Haltung von gefährlichen Tieren vorzuweisen hat. Eine Antwort von Seiten des TÜV-Rheinland steht aktuell noch aus.

Fachleute über den Ausbruch verwundert

Eine Gruppe von Sicherheitsexperten in Zoos und Wildparks hat bis zum heutigen Donnerstag ein bundesweites Vernetzungstreffen in Neuenstein, im Landkreis Hersfeld-Rotenburg abgehalten. Diesen zeitlich, zufälligen Zusammenhang nutzte Dr. Wolfgang Fröhlich, indem er zu der Gruppe Kontakt aufgenommen hat. Eine Abordnung von neun Kollegen hat daraufhin den Wildpark in der heutigen Mittagszeit besucht und das Wolfs- und Bärengehege in Augenschein genommen. Hierbei handelte es sich um keine offizielle und tiefergehende Sicherheitsüberprüfung. Die Kollegen zeigten sich aber ebenso verwundert, dass es den Wölfen gelungen ist, aus dem Gehege auszubrechen.

(red)



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