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Ärztliche Versorgung soll sicher bleiben

Tagungsteilnehmer und Referenten auf Schloss Waldeck. Foto: IWG
Tagungsteilnehmer und Referenten auf Schloss Waldeck. Foto: IWG

Waldeck. Auf Einladung der IWG Ideenwelt Gesundheitsmarkt GmbH aus Gießen kamen am 21. Mai mehr als zwei Dutzend Vertreter nordhessischer Kommunen zur Fachtagung „Sicherung der medizinischen Versorgung“ ins Schloss Waldeck.

Was können die Kommunen tun?

Unter den rund 30 Tagungsteilnehmern waren 14 Bürgermeister aus dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Landkreis Kassel sowie weitere Akteure aus Politik, Verwaltung und Gesundheitswesen. Sechs Referenten gaben eine Einführung in das Thema ambulante und stationäre medizinische Versorgung, unter besonderer Berücksichtigung der Frage, was Kommunen tun können, um diese zu sichern.

Versorgungssituation „insgesamt fragil“

Jürgen Kaufmann, Erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises, ging in seinem Referat auf »Örtliche Aspekte und Gegebenheiten des Schwalm-Eder-Kreises« ein. Er machte deutlich, dass die Versorgungssituation in seinem Landkreis „insgesamt fragil“ sei. Es gebe zwar aktuell in allen 27 Kommunen mindestens einen Hausarzt, aber in den kommenden Jahren stehe ein erheblicher Nachbesetzungsbedarf bevor.

Trotz des prognostizierten Bevölkerungsrückgangs im Schwalm-Eder Kreis werde die Nachfrage nach ambulanten ärztlichen Leistungen bis zum Jahr 2030 nicht sinken, sondern wegen der wachsenden Zahl der Älteren in der Bevölkerung noch weiter steigen.

Mangel an Arbeitszeit und Verantwortung

Tagungsmoderator Dr. Oliver Bechtler, Fachanwalt für Medizinrecht, verwies darauf, dass die Nachbesetzung von Einzelpraxen im ländlichen Raum jetzt schon kaum noch möglich sei. Dr. Hans-Friedrich Spies, Vorstand im Spitzenverband Fachärzte Deutschlands, sieht den Grund für den Ärztemangel in geänderten Lebens- und Berufsvorstellungen jüngerer Ärzte. Es sei eher ein Mangel an ärztlicher Arbeitszeit. Der 75-jährige Internist und Kardiologe hat mehrere Jahrzehnte in berufspolitischen Gremien gearbeitet, unter anderem im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und im Berufsverband Deutscher Internisten. Er beschrieb den Strukturwandel des Arztberufs, der trotz steigender Zahl an Ärzten zu einem Mangel an der „Ressource Arzt“ führt: Die fehlende Bereitschaft vieler Berufsanfänger, sich selbstständig zu machen und damit wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen, ist die Hauptursache.

Kein Mangel an Köpfen

Nach Worten von Professor Dr. Edgar Franke (MdB) hat die Zahl der Ärzte in Deutschland mit 172.000 einen Höchststand erreicht. Einen „Mangel an Köpfen“ gebe es somit nicht. Bei der Ansiedlung von Ärzten genüge es aber nicht, finanzielle Anreize in Form einer Niederlassungsförderung zu bieten. Kommunen könnten beispielsweise auch beim Immobilienerwerb oder bei der Stellensuche für den Ehepartner helfen.

MVZ sind nicht die beste Lösung

IWG-Sales-Geschäftsführer Dr. Dominik Reinhardt stellte ein Analyseinstrument vor, das die Versorgungssituation erkennen und Herausforderungen individuell meistern helfen soll. Die Gründung Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) sieht die IWG kritisch. So berichtete Medizinrechtlerin Dr. Mareike Piltz, dass die wenigsten MVZ wirtschaftlich erfolgreich sind. Eine Alternative böte der Bau von Ärzte- oder Gesundheitszentren, in denen Arztpraxen, Apotheke, Optiker, Orthopädietechniker, Physiotherapie oder auch Wohneinheiten – mit oder ohne pflegerische Betreuung – untergebracht werden. Allerdings sei nicht in jedem Baugebiet eine solche Form der Ansiedlung erlaubt. Vor diesem Hintergrund will die IWG interessierten Kommunen Beratung und Expertise bieten.

(red)



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