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Gedenken an die Novemberpogrome

Stolperstein im Gedenken an den Treysaer Salomon Katzenstein, der im Alter von 87 Jahren im Folter-KZ Theresienstadt ermordet wurde. Foto: nh
Stolperstein im Gedenken an den Treysaer Salomon Katzenstein, der im Alter von 87 Jahren im Folter-KZ Theresienstadt ermordet wurde. Foto: nh

Schwalmstadt. Zum Gedenken an die Novemberpogrome des Jahres 1938 finden verschiedene Veranstaltungen statt. So auch die Verlegung von Stolpersteinen am 7. und 9. November.

Mit Ausgrenzung hat’s angefangen

Die Novemberpogrome 1938 markierten den für alle sichtbaren Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung hin zu ihrer systematischen Verfolgung, die mit den Deportationen in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern und dem millionenfachen Massenmord endete.

In Treysa kam es am 8. November 1938 zu ersten antijüdischen Ausschreitungen, die am Vormittag des 9. November von aufgehetzten Schülern der Stadtschule gewalttätig fortgesetzt wurden. Im Mai 1939 gab der damalige Ziegenhainer Bürgermeister Simon bekannt, dass die Stadt Ziegenhain „judenfrei“ sei. Die letzten in Treysa lebenden Jüdinnen und Juden wurden 1942 in die Lager deportiert.

Stolpersteinverlegungen

In Kooperation der Stadt Schwalmstadt mit Gedenkstätte und Museum Trutzhain und dem Schwalmgymnasium Treysa werden anlässlich der Pogrom-Gedenkveranstaltungen am 7. und 9. November weitere 15 Stolpersteine verlegt, die an das Schicksal jüdischer Mitbewohnerinnen und Mitbewohner aus Treysa und Ziegenhain erinnern. Der Stolpersteinprojekt-Initiator und Künstler Gunter Demnig beziehungsweise seine Frau Katja Demnig sowie einige Angehörige von damaligen Opfern werden an den Stolpersteinverlegungen teilnehmen.

Mit Engagement vorbereitet, Angehörige angesprochen

Schülerinnen und Schüler zweier Klassen des Schwalmgymnasiums haben gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Astrid Meschede und Alexandra Hellmig die Verlegung der Stolpersteine mit großem Engagement vorbereitet. Sie warben Spenden für die Stolpersteine ein, forschten zu Lebensgeschichten und fanden Angehörige der Familien Weinberg und Kaufmann, die die Verlegung der Stolpersteine in Treysa und Ziegenhain begleiten werden.

Gedenkakte am 7. November

Am Donnerstag, 7.11. beginnt die Stolpersteinverlegung zum Gedenken an Familie Stern um 10.30 Uhr in Treysa in der Wagnergasse 5. Anschließend werden in Ziegenhain Stolpersteine zum Gedenken an die Geschwister Rothschild (Wiederholdstraße 11) und die Familie Kaufmann (Kasseler Straße 23) verlegt. Eine Angehörige der Familie Kaufmann wird an der Verlegung teilnehmen.

Für die Fahrt von Treysa nach Ziegenhain und zurück steht ein kostenloser Bus zur Verfügung.

Gedenkakte am 9. November

Die Verlegung weiterer Stolpersteine findet am Samstag, 9.11. um 14.00 Uhr in Treysa in der Steingasse vor Haus Nr. 1 statt. Zur der Verlegung von Stolpersteinen zum Gedenken an die Familie Weinberg werden deren Familienangehörige aus den Niederlanden anreisen.

Im Anschluss an die Stolpersteinverlegung am 9.11. besteht die Möglichkeit einer Führung auf dem jüdischen Friedhof Treysa unter Leitung von Bernd Lindenthal.

Lesen Sie auch: Ausstellung über die Kindertransporte

(red)



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