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„Auftragsbücher voll – Arbeitsplätze leer?“

Marcel Smolka, Katharina Terörde, Rüdiger Neumeier, Dr. Christa Larsen, Stephan Eichberger, Nina Hoffmann, Gabriele Stützer, Jan-Henrik Bartmann, Ivette Amato, Michael Wilhelm und Wenke Uchtmann (v.li.). Foto: Susanne Asel
Marcel Smolka, Katharina Terörde, Rüdiger Neumeier, Dr. Christa Larsen, Stephan Eichberger, Nina Hoffmann, Gabriele Stützer, Jan-Henrik Bartmann, Ivette Amato, Michael Wilhelm und Wenke Uchtmann (v.li.). Foto: Susanne Asel

Felsberg. Zu einem Fachtag „Fachkräftemangel“ hatten die Jugendwerkstatt Felsberg mit ihrem Projekt „ALF (Ausbildung im ländlichen Raum fördern)“ und die Wirtschaftsförderung des Schwalm-Eder-Kreises mit Unterstützung von OloV Schwalm-Eder nach Felsberg eingeladen.

Erfolg versprechende Strategien

Unter dem Titel „Auftragsbücher voll – Arbeitsplätze leer?“ kamen am 08. November etwa 50 Teilnehmende aus Verwaltung, Kammern, Unternehmen und Bildungseinrichtungen in der Jugendwerkstatt zusammen. Sie diskutierten Erfolg versprechende Strategien zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs in der Region. In einer Gesprächsrunde stellten Vertreterinnen und Vertreter aus fünf Unternehmen bzw. Branchen ihre individuellen Lösungsansätze vor.

Größtes Risiko der Zukunft

Ein möglicher Fachkräftemangel wird von vielen Unternehmen inzwischen als eines der größten Risiken für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung eingestuft. Dr. Christa Larsen stellte in ihrem Impulsvortrag aktuelle Prognosen des IWAK (Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Zentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main) vor, denen zufolge auch im Schwalm-Eder-Kreis bis 2024 eine Arbeitskräftelücke von etwa 7.500 Beschäftigten, überwiegend Fachkräften, entstehen könnte.
Neben konkreten Beispielen für unterschiedliche Branchen zeigte die Referentin auch auf, wie die Prognosen sich in Abhängigkeit von aktuellen Entwicklungen z. B. in der Automobilindustrie oder durch die Digitalisierung noch verändern können.

Gezielte Gegenmaßnahmen, Abwanderung verhindern

Die Geschäftsführerin des IWAK betonte jedoch vor allem, dass die prognostizierte Entwicklung nicht unabwendbar sei: Durch gezielte Maßnahmen aller Akteure in der Region könne der Fachkräftebedarf auch in Zukunft gedeckt werden. Die klassische Berufsausbildung ist dabei aus Sicht des IWAK nur ein Baustein: Es gelte darüber hinaus, die Abwanderung aus dem Landkreis zu verhindern, für ein Studium oder aus anderen Gründen Abgewanderte, aber auch Pendler zurückzugewinnen oder Ältere und Teilzeitkräfte länger zu beschäftigen. „Die Attraktivität des Standorts und einzelner Arbeitgeber sind nicht voneinander zu trennen“, machte Dr. Larsen zusammenfassend deutlich.

Erfahrungen heimischer Unternehmen

Beispiele aus der Region lieferten in der anschließenden Gesprächsrunde Friseurmeisterin Ivette Amato (Friseursalon Ivette Amato), Jan-Henrik Bartmann (Karrierenetzwerk „Network Waldeck-Frankenberg“), Stephan Eichberger (Metallbau Anders), Nina Hoffmann (Wikus) und Dorothea Pampuch (Pflegelehrerin). Alle bemühen sich in besonderer Weise um die Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften. Amato beispielsweise ermöglicht ihren Auszubildenden den mehrwöchigen Besuch externer Fortbildungen; Wikus kooperiert im Projekt „Plus 5“ mit der Burgsitzschule Spangenberg; Network Waldeck-Frankenberg bringt junge Talente mit heimischen Unternehmen in Kontakt und fördert den Einsatz innovativer Methoden; Metallbau Anders macht auch mit der Ausbildung von geflüchteten Menschen und Älteren gute Erfahrungen.

Zwischendurch gaben Auszubildende und Ausbildung Suchende sehr persönliche Einblicke in ihre jeweilige Situation und ihren Werdegang.

Vermittlung und Einstellung besser koordinieren

Das Publikum fragte interessiert nach und diskutierte engagiert mit. So ergaben sich im Plenum, aber auch in kleineren Gesprächsrunden bereits ganz konkrete Ansätze für neue Projekte. Beispielsweise wollen zwei der teilnehmenden Unternehmen und die Veranstalter die in Felsberg formulierte Idee einer digitalen Matching-Plattform zur besseren Koordinierung der Vermittlung und Einstellung von Auszubildenden aktiv und zeitnah weiterverfolgen.

Gute Netzwerkarbeit im Schwalm-Eder-Kreis

Die Veranstalter zogen eine insgesamt positive Bilanz der ersten gemeinsamen Veranstaltung, der möglichst bald weitere folgen sollen: „Unser Ziel war, Lösungsansätze zu erarbeiten bzw. Prozesse zu initiieren, die dem Fachkräftemangel entgegenwirken sollen“, erläuterte Michael Wilhelm, Geschäftsführer der Jugendwerkstatt Felsberg. Dafür sei mit dieser Veranstaltung eine Grundlage gelegt, auf der sich gemeinsam weiterarbeiten lasse.

Gabriele Stützer ergänzte seitens der Wirtschaftsförderung. „Die zukünftigen Herausforderungen lassen sich nur in Kooperation bewältigen.“ Sie freue sich darüber, wie viele potentielle Kooperationspartner in Felsberg zusammengekommen sind.

Wilhelm und Stützer sind sich einig: „Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, dass die gute Netzwerkarbeit ein echter Standortvorteil im Schwalm-Eder-Kreis ist. Auf dieser Basis arbeiten wir nun gezielt weiter. Das Konzept für eine regionale Matching-Plattform ist dabei nur der erste Schritt.“

(red)



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