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MT konnte die Füchse nicht bezwingen

Auch Julius Kühn war für die MT Melsungen im Bundesliga-Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin (28.11.19) dieses Mal keine Trumpfkarte. Foto: Alibek Käsler
Auch Julius Kühn war für die MT Melsungen im Bundesliga-Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin (28.11.19) dieses Mal keine Trumpfkarte. Foto: Alibek Käsler

Berlin. Die MT Melsungen hat ihr erstes von zwei Aufeinandertreffen mit den Füchsen Berlin innerhalb von nur fünf Tagen auswärts mit 22:28 (15:15) verloren.

Einzug ins DHB Pokal-Final Four

Dabei waren die Nordhessen in den ersten 25 Minuten klar spielbestimmend, verloren dann aber völlig ihre Linie. Eine Viertelstunde ohne jeden Torerfolg brachte Berlin in einen Vorteil, den die Hauptstädter sich nicht mehr nehmen ließen. Überschattet wurde die Begegnung vom Tod eines Berliner Anhängers im Vorfeld der Partie, was zu einer Verzögerung des Anwurfs um 35 Minuten führte. Schon am Dienstag stehen sich beide Kontrahenten erneut gegenüber. Dann geht’s in Kassel um den Einzug ins DHB Pokal-Final Four.

Nervosität bei den Mannschaften

Der tragische Beginn – zuvor war ein Füchse-Fan im öffentlichen Cateringbereich der Max-Schmeling-Halle tot zusammengebrochen – machte sich bei beiden Mannschaften mit Nervosität bemerkbar. Lasse Mikkelsens Versuch eines Schlagwurfes landete abgefälscht am Pfosten, den Gegenstoßpass von Fabian Wiede vermochte Hans Lindberg nicht unter Kontrolle zu bringen. Erst Kai Häfner brachte das Leder nach etwas mehr als zwei Minuten erstmals im Netz unter. Und der Vorteil blieb trotz einer frühen Strafe gegen Felix Danner zunächst bei den Gästen. Erst als Dejan Milosavljev beim dritten Versuch Häfners erstmals Sieger blieb und sich Mijajlo Marsenic am Kreis durchsetzte, führten die Füchse mit 4:3 (6.).

Am weiter engen Spiel änderte das nichts, zumal Michael Allendorf den Vorteil per Gegenstoß zum 5:6 zurückholte (9.). Julius Kühn erhöhte gar auf 5:7 und Kai Häfner mit seinem schon dritten Treffer nach Parade von Nebojsa Simic auf 5:8 (11.). Ebenso viele verbuchte auch Paul Drux nach dem sechsten Tor für Berlin trotz zwischenzeitlicher Zeitstrafe gegen Jakov Gojun und nach der nächsten Parade von Milosavljejev gegen Häfner war Berlin wieder dran (7:8, 13.).

Gleichstand noch vor der Halbzeitsirene

Zwei Volltreffer von Julius Kühn führten zum frühen Torhüterwechsel bei den Hauptstädtern. Der künftige Melsunger Silvio Heinevetter war nach Lasse Mikkelsens Traumpass auf Michael Allendorf allerdings auch machtlos. Die MT führte mit vier und Velimir Petkovic bat zur Auszeit (16.). Mit dem Resultat, dass Michael Müller gegen seine alten Kameraden ran durfte.

Die Grün-Weißen Tore machten jedoch andere. Tim Matthes verkürzte für die mittlerweile mit zwei Kreisläufern agierenden Berliner auf 10:12 (17.). Auch wenn Hans Lindberg zwischenzeitlich das 12:13 glückte, zogen die Nordhessen noch einmal weg, denn Timm Schneider traf doppelt vom Kreis. Jacob Holm schaffte allerdings den nächsten Anschluss zum 14:15 (28.), Fabian Wiede nach Michael Allendorfs Hinausstellung, bereits der vierten gegen Melsungen, sogar den 15:15-Gleichstand noch vor der Halbzeitsirene.

Grimms Auszeit brachte keine Änderung

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Gastgeber. Obwohl Nebojsa Simic gleich zwei Mal zur Stelle war, ging der erste Torerfolg auf das Konto von Fabian Wiede. Timm Schneider musste wegen eines „Schubsers“ runter, nachdem auf der anderen Seite ein ungleich härteres Einsteigen gegen ihn unbestraft blieb; Lindberg traf per Siebenmeter. Nun lief überhaupt nichts mehr für die Gäste. Heinevetter hielt, Johan Koch traf und erhöhte gar auf 18:15 (37.).

Die Auszeit von Heiko Grimm war folgerichtig nach nunmehr zwölfeinhalb torlosen Minuten seiner Mannschaft. Sie brachte jedoch keine Änderung der Lage. Im Gegenteil wiederholte sich die Abfolge: Parade Heinevetter, im Gegenstoß Siebenmeter für Berlin und Lindberg verwandelt. Erst nach rekordverdächtigen fünfzehn Minuten ohne Torerfolg traf mit Roman Sidorowicz wieder ein Rot-Weißer (19:16, 40.).

Überraschungseffekt schnell verpufft

Die Füchse hatten längst Lunte gerochen und zogen ihr Programm insbesondere in der Deckung knallhart durch. Die Folge: Ballgewinne in Reihe und durch das blitzschnelle Umschalten nach vorn meist schon der erfolgreiche Abschluss, noch bevor sich die Gäste auch nur halbwegs wieder sortiert hatten. Das führte geradewegs zum 22:16 durch Tim Matthes und der letzten möglichen Auszeit von Heiko Grimm schon nach 45 Minuten.

Mit dem siebten Feldspieler als taktischer Option zwangen die Melsunger ihren Gegner in eine defensivere Deckungsvariante. Was Julius Kühn nach langer Zeit mal wieder den nötigen Raum zum Abschluss gab – 22:17 (47.). Doch schon sein nächster Versuch landete klar neben dem Gehäuse und der Überraschungseffekt war schnell verpufft. Auch dass Simic erst überragend gegen Michael Müller sowie Hans Lindberg im Tempogegenstoß hielt und Johan Sjöstrand einen Siebenmeter von Lindberg mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte, gereichte nicht zum Vorteil der Nordhessen.

Listige Füchse spielen auf Sieg

Im Vorwärtsgang wurden die Bälle in Serie verloren und Berlin musste nicht einmal jede sich bietende Chance nutzen, um den Vorsprung weiter auszubauen. Nach Johan Kochs Treffer stand achteinhalb Minuten vor Spielende ein 25:19 auf der Anzeigetafel – die Vorentscheidung. Zumal auch der nächste Pass auf Schneider am Kreis schiefging und Matthes ins verwaiste Melsunger Tor traf. Da nutzte es nichts, dass der in die Nahkampfzone gerückte Felix Danner doppelt traf. Die Berliner hatten die Weichen längst auf Sieg gestellt und ließen sich das in der verbleibenden Spielzeit auch nicht mehr nehmen.

Stimmen zum Spiel

MT-Trainer Heiko Grimm: „Wir sind gut in das Spiel hineingekommen, haben auch insgesamt in der ersten Halbzeit eine gute Leistung gezeigt. Besser geht natürlich immer. In der zweiten Halbzeit hatten wir große Probleme mit der Berliner 5:1-Abwehr, haben zu viele schlechte Entscheidungen getroffen und darüber die Linie verloren. Wir werden das Spiel analysieren, unsere Schlüsse daraus ziehen, nach vorne schauen und uns noch besser auf das Pokalspiel am Dienstag vorbereiten. Dazu muss sich jeder einzelne Spieler klarmachen, dass er Teil eines Systems ist – sei es in der Abwehr oder im Angriff, und sich diszipliniert an die Absprachen halten muss. Werden zum Beispiel im Angriff die Laufwege nicht eingehalten, führt das meist zum Durcheinander und der Angriff verpufft. Das kann dann auch ein Spielmacher nicht mehr in den Griff bekommen. Aber es hilft jetzt kein Jammern, sondern wir müssen schnell wieder nach vorne schauen und im Pokalspiel mit viel Disziplin und Konzentration und natürlich gemeinsam mit unseren Fans eine viel bessere Leistung erreichen.“

MT-Linksaußen Michael Allendorf im sky-Interview: „Wir machen nach 16 Minuten in der zweiten Halbzeit erst unseren ersten Treffer im zweiten Durchgang. Das kann einfach nicht sein. Da müssen wir uns für den Angriff etwas anderes einfallen lassen. In der Defensive waren wir gar nicht so schlecht, aber nach vorne war es eine Katastrophe. Uns sind keine Lösungen eingefallen und wir haben das Angriffsspiel so gut wie eingestellt.“

Füchse-Rückraumspieler Michael Müller im sky-Interview: „Wenn man sechs Jahre bei Melsungen gespielt hat und dann etwas unglücklich verabschiedet wurde, will man natürlich beweisen, dass man Handball spielen kann. Wir haben nun die Punkte hier in Berlin gelassen. Unsere Abwehr stand vor allem im zweiten Durchgang sehr gut und es war zwar kein schönes Spiel, aber das interessiert morgen niemanden mehr. Im Pokal wird es nochmals ein heißer Kampf, denn jeder will eine Runde weiterkommen.“

Statistik

• MT: Simic (9 Paraden / 28 Gegentore), Sjöstrand (bei einem Siebenmeter, 1 P. / 0 G.); Maric, Kühn 5, Lemke, Reichmann, Ignatow, Kunkel, Mikkelsen 1/1, Danner 2, Schneider 3, Allendorf 4, Sidorowicz 1, Häfner 6, Salger, Pavlovic – Trainer Heiko Grimm.

• FB: Milosavljev (2 P. / 10 G.), Heinevetter (8 P. / 12 G.); Wiede 7, Holm 2, Struck, Mandalinic, Gojun, Lindberg 5/2, Simak, Müller, Matthes 6, Kopljar, Koch 2, Marsenic 3, Drux 3 – Trainer Velimir Petkovic.

• Schiedsrichter: Tobias Tönnies / Robert Schulze (Magdeburg)

• Zeitstrafen: 10 – 4 (Danner 2:08 16:34, Häfner 7:05, Allendorf 28:33, Schneider 34:51 – Gojun 11:02, Wiede 57:05)

• Strafwürfe: 3/2 – 1/1 (Lindberg scheitert an Sjöstrand 48:17)

• Zuschauer: 7.428 in der Max-Schmeling-Halle, Berlin.

Das nächste Spiel:
Di., 03.12.19, 19:00 Uhr,
DHB-Pokal Viertelfinale, MT Melsungen – Füchse Berlin, Rothenbach-Halle Kassel

(red)



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