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Hoher Keller in sehr schlechtem Zustand

Auf Waldbegang attestierten die Jesberger Bündnisgrünen dem Hohen Kellerwald einen dramatischen Forstzustand. Foto: nh
Auf Waldbegang attestierten die Jesberger Bündnisgrünen dem Hohen Kellerwald einen dramatischen Forstzustand. Foto: nh

Jesberg. Auf sehr großes Interesse stieß jüngst die 2. Waldbegehung der Grünen. Auf derselben Strecke wie im vorausgegangenen Winter verglichen sie die Situation des Waldes vormals wie heute.

Klimafolgen, Pilzbefall und Krankheiten

Der Jesberger Forstamtsleiter Karl-Gerhard Nassauer erläuterte in einem sehr engagierten Vortrag den Waldzustand und Dr. Gitta Langer ergänzte mit ihrem fundierten Wissen die wahrscheinlichen Ursachen durch Klimaveränderungen, Schwächungen der Bäume, Pilzbefall und anderer Erkrankungen.

Der Zustand des Waldes im Raum Zwesten und Jesberg ist erschreckend. Fichten, die im Winter noch zu sehen und zum Teil noch grün waren, sind nun weg. Riesige Polter an geschlagenen Bäumen finden sich fortlaufend entlang der Strecke. Der Holzmarkt ist komplett zusammengebrochen.

Auch die Buchen sterben ab

Laut Forstamtsleiter ist davon ausgehen, dass in zwei Jahren sämtliche Fichten aufgrund der langjährigen Trockenheit abgestorben und somit verloren sind. Hauptgrund ist, dass die Bäume nun schon im dritten Jahr der Trockenheit sind und zusätzlich noch zu heiße Tage erleben. Das vertragen selbst die stärksten Buchen nicht und zeigen Schäden, auch ausgelöst durch Pilzerkrankungen. Selbst im nicht bewirtschafteten Naturschutzgebiet sterben die Buchen langsam aber sicher ab.

Wie sieht der Wald der Zukunft aus?

Die Aufgaben zur Wiederaufforstung sind auf 15 Jahre zu planen. Zum einen liegen Saatgüter und Jungpflanzen nicht in der Menge und Vielfalt vor, zum zweiten sind die zu bearbeitenden Flächen riesig (350.000ha in Deutschland). Insgesamt bedarf die Aufgabe auch der Planung, welche Baumarten künftigen klimatischen Bedingungen gewachsen sind. Erschreckend war dabei die fast beiläufige Einschätzung, die Temperaturanstiege bis zum Ende des Jahrhunderts lägen bei 4 bis 6 Grad. Einmal mehr zeigte sich, dass die politische Aufgabe des Klimaschutzes weiterhin ganz oben auf die Agenda gehört. Zu diesen Aufgaben zählt auch, dass noch viel mehr Forschung dazu nötig ist wie der Wald der Zukunft aussehen kann und wie der Weg dahin sein kann.

Das Interesse am 2. Waldbegang war wieder sehr groß. Foto: nh
Das Interesse am 2. Waldbegang war wieder sehr groß. Foto: nh

Zusätzliche Schäden durch Schalenverbiss

Ein weiteres Problem vor Ort und speziell im Urfftal sind die Jagdreviere und die Vorkommen an Rot- und Rehwild. Die Zahl insbesondere an Hirschen ist stark gewachsen und schadet massiv der Waldverjüngung. Schalenverbiss sogar an Buchen ist keine Seltenheit, abgefressene Felder der Landwirte mehr als ein Ärgernis.

Finanzielle Hilfen für Waldbesitzer

Für die Waldinteressenten ist die Lage allerdings besonders dramatisch. Holz ist derzeit kaum abzusetzen, Investitionen und Pflege sind intensiv, die Aufgabe muss auf Dauer staatlich koordiniert und gestützt werden sowie das Personal bei Hessenforst aufgestockt werden. Für die Zukunft müssen alle Waldverantwortlichen sich darauf einstellen, dass selbst mit einer Aufforstung eine Nutzung wie bisher nicht mehr möglich sein könnte und daher brauchen die Waldbesitzer finanzielle Hilfen, schreibt das Bündnis ’90/Die Grünen, Bad Zwesten, in seiner heutigen Pressemitteilung.

(red)



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