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Trotz großem Kampf keine Punkte

Lasse Mikkelsen hat den Ball fest im Griff. Foto: Heinz Hartung
Lasse Mikkelsen hat den Ball fest im Griff. Foto: Heinz Hartung

Kassel. Die MT Melsungen hat ihr letztes Heimspiel der Saison gegen die Füchse Berlin mit 32:35 (15:16) verloren. Dabei aber keinesfalls enttäuscht, denn es waren nur Kleinigkeiten, die beide Mannschaften trennten.

Abschied für Danner und Mikkelsen

Vor allem die Berliner Zuverlässigkeit im Abschluss gab letztlich den Ausschlag. Vor 1.000 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle, die erstmals nach acht Monaten wieder richtige Handballstimmung unters Hallendach zauberten und dabei auch die verbalen Störfeuer vor der Partie wegignorierten, entwickelte sich über viel Kampf am Anfang ein gutklassiges Handballspiel. Tobias Reichmann war beim sehr emotionalen Abschied von Felix Danner und Lasse Mikkelsen mit sieben Toren bester MT-Schütze, für Berlin war Jacob Holm neunmal erfolgreich.

Wie schon im Spiel vor Wochenfrist musste Domagoj Pavlovic nach dem Aufwärmen passen. Für ihn startete erneut Ole Pregler an Stelle von Lasse Mikkelsen, der sein letztes Heimspiel für die Nordhessen also auf der Bank begann. In der Anfangsaufstellung dafür dabei: Felix Danner, der ebenfalls seinen Abschied aus der Rothenbach-Halle gab. Im Tor setzte „Cheftrainer Arjan Haenen, der wieder den noch in seiner isländischen Heimat weilenden Gudmundur Gudmundsson vertrat, auf Emotionen und ließ Silvio Heinevetter gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen beginnen. Den ersten Jubel in der Halle löste aber Julius Kühn aus, als er schon nach wenigen Sekunden zum 1:0 traf. Auch die zwei anderen Asse stachen: Heinevetter parierte gegen Jacob Holm glänzend und Danner erhöhte auf 2:0 (3.).

Hitzige Stimmung auf dem Parkett

Im Spiel selbst war, insbesondere von Melsunger Seite, gleich Feuer drin. Die Abwehr bissig und beweglich, Heinevetter dahinter hochmotiviert. Einzig Holm vermochte ihn in seinem zweiten Versuch zum 2:1 zu überwinden, dann rollte wieder der MT-Express. Auffällig dabei: Ole Pregler steuerte gut und seine Wechselspiele mit Julius Kühn verschafften dem Rückraum-Kanonier Räume. Als Kühn zum dritten Mal traf, war das schon zum 6:2 (10.), denn die Hauptstädter bekamen nur schwer Zugriff. Wenn, dann allzu oft nur per Foulspiel – was nach knapp acht Minuten bereits zu einer doppelten Unterzahl geführt hatte und den Melsunger Führungsausbau begünstigte.

Überhaupt war die Stimmung auf dem Parkett ausgesprochen hitzig. Als Felix Danner nach drei Berliner Toren in Folge zum 7:5 getroffen hatte und zurückeilte, geriet er kurz mit Lasse Andersson aneinander. Die Strafe gegen Danner war bereits angezeigt, da mischte sich Mijajlo Marsenic ein. Flugs war die Rudelbildung da und es bedurfte einiger ordnender Hände, um das Knäuel wieder zu entwirren. Als Folge dieser Aktion ging auch Marsenic mit runter, und das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt zum zweiten Male (14.). Feiner Handball wurde jedoch nebenbei auch gespielt: nach herrlicher Ballstaffette im Rückraum über Pregler, Häfner und Kühn kam der Ball zum an den Kreis eingelaufenen Tobias Reichmann: 10:7 (18.).

Felix Danner disqualifiziert, trotzdem Beifall

Berlin berappelte sich, glich durch Jakov Gojun zum 11:11 aus (21.). Der schlug im Überschwang der Gefühle zweimal gegen die Torlatte, bekam dadurch aber nicht mit, dass Heinevetter den Ball geangelt hatte und schnell nach vorn spielen wollte. Der Zusammenprall war unvermeidlich, beide gingen zu Boden und es drohte das nächste Rudel. Die Unparteiischen Colin Hartmann und Stefan Schneiderbehielten jedoch die Übersicht, beruhigten besonnen und ließen die kurz unterbrochene Partie ohne Strafen wieder aufnehmen. Ari Haenen nahm mit einer Auszeit zusätzlich Dampf raus (22.).

Zu viel vielleicht, denn der Druck nach vorn war plötzlich weg. Dazu kam, dass Finn Lemke angeschlagen raus musste und Berlin über die ersatzweise von Arnar Freyr Arnarsson besetzte Mitte Lücken fand. Paul Drux, Hans Lindberg und Lasse Andersson drehten die Partie auf 12:14 (26.). Zwei Minuten später wurde es ganz kurios, als eine Strafe gegen Melsungen frenetisch mit Standing Ovations gefeiert wurde. Der Grund: Felix Danner hatte in einer Abwehraktion unglücklich Jacob Holms abgesenkten Kopf erwischt und musste in seinem letzten Heimspiel nach über einem Jahrzehnt im MT-Trikot das Feld durch Disqualifikation verlassen (29.). Es war ein ungewöhnlicher Abschied von „seinem“ Publikum, aber dafür ein höchst emotionaler, als plötzlich alle standen und dem scheidenden Urgestein anhaltend applaudierten. Dass Marino Maric kurz vor der Pause noch auf einen Treffer Rückstand verkürzen konnte, ließ für die zweite Hälfte hoffen.

Felix Danner (re.) und Lasse Bredekjaer Andersson (Nr.11). Foto: Heinz Hartung
Felix Danner (re.) und Lasse Bredekjaer Andersson (Nr.11). Foto: Heinz Hartung

Immer wieder den freien Mann gefunden

Den zweiten Durchgang begannen beide Teams mit frischen Torhütern. Nebojsa Simic kam für Silvio Heinevetter, Fredlik Genz löste Dejan Milosavljev ab. Den ersten Torerfolg verbuchte Mijajlo Marsenic für sich, die erste Fahrkarte Julius Kühn. Weil aber anschließend Paul Drux an Simic und Tobias Reichmann am Innenpfosten scheiterten, dafür jedoch Hans Lindberg über Außen traf, stand es plötzlich gar 15:18 (33.). Berlin hatte Oberwasser, Melsungen Probleme vor allem in der Vorbereitung seiner Möglichkeiten. Dazu kam noch der ausgefallene Innenblock Lemke/Danner, den Maric und Arnarsson nicht adäquat ersetzen konnten. Am Kreis wusste sich Maric jedoch durchzusetzen: die klasse Anspiele von Julius Kühn und Lasse Mikkelsen verwertete er zum 17:19 und 18:19 (39.).

Die Partie sah Gegner auf Augenhöhe, der Spielstand bewegte sich immer ganz leicht zu Gunsten der Gäste. Doch was sie vorlegten, knabberte Melsungen zuverlässig wieder ab. Lasse Mikkelsen verstand es, immer wieder den freien Mann zu finden, so auch beim 20:21 Yves Kunkel. Dass Stefan Salger für Kai Häfner kam und auch Ole Pregler bei Lasse Mikkelsens Zeitstrafe wieder aufs Feld durfte, bedeutete keinen wirklichen Bruch im Spiel. Dennoch bauten die Füchse sogar auf 22:25 aus, als Marko Kopljar den ersten Ballverlust der Gastgeber seit längerer Zeit im Gegenstoß ins Netz wuchtete. Die zweite Auszeit von Arjan Haenen war die Folge (46.).

Konzentrierte, gnadenlose Füchse

Jakov Gojun kassierte im Zweikampf mit Salger eine Zeitstrafe, Häfner kam zurück und Reichmann traf. Das taten Fabian Wiede und Marino Maric ebenso, die beiden zur Pause eingewechselten Torhüter waren keine Faktoren, so dass Dejam Milosavljev nach dem 24:26 von Marino Maric zwischen die Pfosten zurückkehrte (48.). Doch auch der war absolut machtlos gegen Lasse Mikkelsens Schlagwurf ins Dreieck zum 26:28 (52.). Dann allerdings war er zweimal zur Stelle und prompt zogen die Hauptstädter durch Marko Kopljar noch weiter davon: 26:30 (54.).

Es war so etwas wie die Vorentscheidung, auch wenn Silvio Heinevetter ebenfalls wieder zurück auf dem Feld war. Der hielt sogar einen als Heber angesetzten Siebenmeter von Hans Lindberg und Lasse Mikkelsen drehte in seinen letzten Heim-Minuten in der Rothenbach-Halle noch einmal auf. Dennoch reichte es nicht gegen bis zuletzt konzentrierte, konsequente und vor allem gnadenlose Füchse, die sich kaum einmal einen Fehlwurf leisteten. Auf fünf Tore zogen sie durch Hans Lindbergs Siebenmeter gar davon, eher nochmal Mikkelsen und zum Abschluss Tobias Reichmann nach starkem Pass von Heinevetter verdient wenigstens auf minus drei verkürzten.

Stimmen zum Spiel

Arjan Haenen: „Glückwunsch an Jaron und Berlin zum Sieg. Das war heute ein sehr emotionales Spiel nach der Frage im Vorfeld, ob wir das letzte Spiel nochmal vor Zuschauern spielen können. Das hat geklappt und unsere Fans waren heute absolut super. Für uns war natürlich bitter, dass Felix schon nach 20 Minuten raus musste und auch Finn nicht mehr zur Verfügung stand. Dadurch fehlte uns der Innenblock. Gleichwohl haben Arnar und Marino ihre Sache ganz gut gemacht. Überhaupt haben heute alle gut gekämpft.“

Jaron Siewert: „Ich möchte gar nicht so viel über das Spiel und das Ergebnis reden. Ich möchte mich vielmehr bei den Fans hier bedanken. Es war durch das, was im Vorfeld war, ein sehr emotionales Spiel. Das hat man besonders in den ersten 20 Minuten gemerkt, die sehr hart geführt wurden. Aber wir sind zu jeder Zeit sehr fair behandelt worden von den Melsunger Fans. Und dafür möchte ich mich bedanken.“

MT Melsungen – Füchse Berlin 32:35 (15:16)

○ Melsungen: Heinevetter (8 Parade / 22 Gegentore), Simic (2 P. / 13 G.); Maric 5, Kühn 6, Lemke, Reichmann 7/2, Kunkel 1, Mikkelsen 5/1, Danner 2, Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner 6, Salger, Kastening, Pavlovic – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

○ Berlin: Milosavljev (6 P. / 24 G.), Genz (1 P. / 9 G.); Ernst, Wiede 3, Holm 9, Gojun 1, Andersson 4, Lindberg 8/5, Chrintz, Matthes 2, Kopljar 2, Vujovic, Koch 1, Marsenic 3, Drux 2 – Trainer Jaron Siewert.

Schiedsrichter: Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Irxleben).

Zeitstrafen: 8 – 10 (Danner 13:35 19:10 28:20, Mikkelsen 42:36 – Gojun 6:59 46:06, Marsenic 7:21 13:35, Vujovic 53:35).

Disqualifikation: Danner (MT, 3×2 Minuten, 28:20).
Strafwürfe: 2/2 – 6/5 (Lindberg scheitert an Heinevetter 57:10).

Zuschauer: 1.000 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Das nächste und gleichzeitig letzte Saisonspiel:
So., 27.06.21, 15:30 Uhr, TVB Stuttgart – MT Melsungen, Porsche Arena Stuttgart

(red)



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