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Insekten fressen die Wälder auf

Die Zahl der von Insekten kaputt gefressenen Bäume steigt rasant an. Foto: Marek Matecki | Pixabay
Die Zahl der von Insekten kaputt gefressenen Bäume steigt rasant an. Foto: Marek Matecki | Pixabay

Wiesbaden. Die Waldschäden sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich der Schadholzeinschlag durch Insektenbefall binnen fünf Jahren mehr als verzehnfacht.

Die erschreckenden Zahlen in zwei Schlagzeilen:

○ 75 % des 2020 eingeschlagenen Holzes stammte von geschädigten Bäumen – ein Rekordwert
○ Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen auf Höchststand

Das Desaster im Hintergrund

Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer machen den heimischen Wäldern immer mehr zu schaffen. Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich in den geschwächten Bäumen besonders schnell aus – mit gravierenden Folgen für den Waldbestand.

So gingen im vergangenen Jahr von den insgesamt rund 60,1 Millionen Kubikmeter Schadholzeinschlag knapp 43,3 Millionen Kubikmeter Schadholz auf Insektenschäden zurück. Das war fast 13 Mal so viel wie im Jahr 2015, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Damals waren es noch 3,3 Millionen Kubikmeter. Die eingeschlagene Schadholzmenge insgesamt war im Jahr 2020 fast 5 Mal so hoch wie 2015 (12,9 Millionen Kubikmeter).

Nadelhölzer besonders schwer betroffen

Der Insektenbefall ist inzwischen die Hauptursache für den Einschlag von Schadholz: Fast drei Viertel (72 %) der insgesamt eingeschlagenen Schadholzmenge von 60,1 Millionen Kubikmetern ließ sich im Jahr 2020 darauf zurückführen. 2015 hatte der Anteil noch bei einem Viertel (26 %) gelegen. Damals waren Wind und Sturm – darunter insbesondere Orkan Niklas im März 2015 – die Hauptursache für den Einschlag des Schadholzes; 2020 gingen nur noch 17 % auf diese Ursache zurück.

Diese harmlos aussehende Maden ist für nahezu drei Viertel aller Baumschäden verantwortlich. Der Schädling stammt vom Borkenkäfer. Foto: David Hablützel | Pixabay
Diese harmlos aussehende Maden ist für nahezu drei Viertel aller Baumschäden verantwortlich. Der Schädling stammt vom Borkenkäfer. Foto: David Hablützel | Pixabay

Unter dem Borkenkäferbefall leiden insbesondere Nadelbäume, allen voran die Fichten: 99 % des durch Insektenbefall verursachten Schadholzeinschlags entfiel auf Nadelbäume wie Fichten, Tannen oder Kiefern. Diese Entwicklung wird durch die anhaltende Trockenheit der vergangenen Jahre begünstigt.

Anteil von Schadholz am Gesamteinschlag auf Rekordhoch

Die fortschreitende Schädigung des Waldbestands zeigt sich auch im wachsenden Anteil des Schadholzeinschlags am Holzeinschlag insgesamt: Im vergangenen Jahr stammten drei Viertel (75 %) des eingeschlagenen Holzes (80,4 Millionen Kubikmeter) von geschädigten Bäumen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag der Anteil des Schadholzes am Gesamtholzeinschlag von 55,6 Millionen Kubikmetern lediglich bei 23 %.

37 % der Bäume wiesen 2020 deutliche Kronenverlichtungen auf

Insektenbefall und längere Trockenperioden können bei Bäumen zu Nadel- und Blattverlusten führen. Verlichtete Kronen sind daher ein nach außen sichtbares Zeichen für Waldschäden. Der Anteil an Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg laut der Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf 37 % im Jahr 2020 (2015: 24 %) – das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984.

Nur gut ein Fünftel der Bäume (21 %) wies demnach im Jahr 2020 gar keine lichteren Kronen auf. Verschlechtert hat sich besonders der Zustand von Fichten und Buchen: Bei ersteren stieg der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen von 28 % im Jahr 2015 auf 44 % im vergangenen Jahr. Bei Buchen nahm er binnen fünf Jahren von 33 % auf 55 % zu.

Weiterführende Informationen

Detaillierte Ergebnisse zum Holzeinschlag sind in der Fachserie »Forstwirtschaftliche Bodennutzung – Holzeinschlagsstatistik« sowie in der Datenbank GENESIS-Online unter der Kennung 41261 verfügbar.

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

(ots | red)



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