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Gehölzverjüngung für Artenvielfalt

Friedigerode. „Was im ersten Moment radikal wirken mag, dient der natürlichen Verjüngung von Hecken und Feldgehölzen und verhindert, dass diese überaltern“, erläutert Franziska Mehlhorn, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Schwalm-Eder e.V. (LPV). „Besonders junge und dichte Hecken und Sträucher bieten vielen Tieren einen geeigneten Lebensraum“, so die Biologin weiter.

Die Mitarbeiterinnen des LPV (v.li.) Isabel Schmidt und Franziska Mehlhorn freuen sich mit Schutzgebietsmanager Nico Flügel (RP Kassel) über den Start der Gehölzverjüngung ab Oktober 2024. Foto: N.N. | LPV Schwalm-Eder

Die Mitarbeiterinnen des LPV (v.li.) Isabel Schmidt und Franziska Mehlhorn freuen sich mit Schutzgebietsmanager Nico Flügel (RP Kassel) über den Start der Gehölzverjüngung ab Oktober 2024. Foto: N.N. | LPV Schwalm-Eder

Doch diese Struktur gehe nach und nach verloren, wenn fachgerechte Rückschnitte ausblieben und Hecken sich selbst überlassen würden.

Artenreiche Gehölze und Wiesen

Die reich strukturierte Wiesenlandschaft bei Friedigerode in der Gemeinde Oberaula bietet ideale Bedingungen für Heckenbrüter wie den Neuntöter. Dieser Vogel brütet in dichten und dornenreichen Hecken und jagt in umliegenden Wiesen ohne sich dabei weit von seinem Nest zu entfernen. Seinen gefährlichen Namen verdankt er der Angewohnheit, seine Beute auf Dornen oder Zweigen der Hecken aufzuspießen. Auch für den vom Aussterben bedrohten Raubwürger sind artenreiche Wiesen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Während sein Nest gut versteckt in unterschiedlich hohen Hecken liegt, bewacht und jagt er von höheren Bäumen aus.

Wertvollen Lebensraum erhalten

„Mit der Gehölzverjüngung möchten wir diesen wertvollen Lebensraum langfristig erhalten und in den überalternden Hecken und Feldgehölzen in dem Gebiet wieder mehr Vielfalt entwickeln“, beschreibt Mehlhorn das Ziel der geplanten Maßnahmen. Der LPV plant und koordiniert die Gehölzverjüngung in einem Schwerpunktraum des Vogelschutzgebietes Knüll bei Friedigerode, die erstmalig im Herbst 2024 startet.

Das Konzept basiert auf einem sogenannten Bewirtschaftungsplan für das Vogelschutzgebiet Knüll als Teil des Natura 2000 – Schutzgebietsnetzwerks. Die Umsetzung organisiert der LPV in enger Abstimmung mit den Eigentümern und Bewirtschaftern vor Ort, dem Schwalm-Eder-Kreis, dem Regierungspräsidium Kassel, der Gemeinde Oberaula, sowie den zuständigen Forstbehörden.

Abschnittweiser Rückschnitt

Ein langfristiges Konzept solle für eine vielschichtige Altersstruktur der Hecken und Feldgehölze sorgen und durch einen regelmäßigen Pflegeturnus gleichzeitig den Pflegeaufwand reduzieren, erläutert die Biologin die Maßnahmen und ergänzt: „Fachgerecht geschnittene Gehölze wachsen in der Regel schnell und dicht von unten nach. Die geplanten Rückschnitte sollen über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren umgesetzt werden.“ Dabei werden laut Mehlhorn nur Abschnitte von Gehölzbeständen verteilt über das gesamte Gelände zurückgeschnitten, sodass immer ausreichend Sträucher und Bäume als Lebensraum vorhanden bleiben, bis die geschnittenen Bereiche nachgewachsen sind.

Zentrale Rolle der Public Relations

Der LPV befasst sich außerdem mit der Information der Bevölkerung zum Vogelschutzgebiet Knüll und den geplanten Maßnahmen. „Die Öffentlichkeitsarbeit spielt bei solchen Projekten eine zentrale Rolle“, so Mehlhorn. Neben zwei Mitte Oktober im Gebiet aufgestellten Informationstafeln werden auch die gepflegten Gehölzabschnitte entlang von Wegen durch kleinere Hinweisschilder markiert, sodass Spaziergänger, Wanderer und interessierte Bürger sich jederzeit informieren können.

Weitere Informationen zum LPV, zum Vogelschutzgebiet Knüll sowie Hinweise für eine fachgerechte Gehölzpflege gibt es bei Franziska Mehlhorn, Tel. 05683/9238-35 sowie unter:
www.lpv-schwalm-eder.de.

(Landschaftspflegeverband Schwalm-Eder | red)



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