Inklusion, Teilhabe und Wahlkampf
Treysa. Von einem Beispiel, das Mut macht, erzählt Daniel Diebel (40) aus Schwalmstadt-Treysa. Ihm ist wichtig zu zeigen, wie Teilhabe das Leben verändern kann. Er selbst stand vor zehn Jahren an einem Wendepunkt: Gärtner von Beruf, lungenkrank, mit anerkannter Behinderung und begleitet von Depressionen.
„Damals hatte ich das Gefühl, am Rand des Lebens zu stehen“, sagt er heute. Aufgeben kam für ihn aber nicht infrage. Er kämpfte sich zurück zu einem selbst bestimmten Leben.
Werdegang in der sozialen Arbeit
Seine Erfahrungen bei der Bahnhofsmission in Kassel ebneten ihm den Weg in die Soziale Arbeit. Unterstützt vom OIKOS Sozial- und Teilhabezentrum und von Hephata absolvierte er eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer über das Projekt »Lebens(t)raum« und das Diakoniezentrum Frielendorf. Dozenten und Projektbegleiter ermutigten ihn immer wieder – der Einsatz lohnte sich.
Schon früh übernahm Diebel Verantwortung. Er war stellvertretender Schulsprecher an der CBS in Ziegenhain, Klientenvertreter bei OIKOS und bis kurz vor seinem 25. Lebensjahr aktives Mitglied der Feuerwehr. Sein Engagement für Ehrenamt, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzt er bis heute fort.
Sieben Jahre arbeitete er im Nachtdienst bei Hephata. 2019 wurde er fest eingestellt und entwickelte sich von einer 30-Stunden- zu einer 35-Stunden-Stelle. Heute ist er Vertrauensperson der Schwerbehindertenvertretung und Mitglied der Mitarbeitervertretung – ein Beispiel für gelebte Inklusion.
Superwahljahr mit der SPD
2026 ist für Diebel ein Superwahljahr: Er kandidiert für die Stadtverordnetenversammlung in Schwalmstadt, den Ortsbeirat in Schwalmstadt-Treysa sowie erneut bei den Wahlen zur Mitarbeiter- und Schwerbehindertenvertretung bei Hephata. Seit 2018 ist er Mitglied der SPD, seit 2023 Ortsvereinsvorsitzender in Treysa und seit August 2025 Co-Vorsitzender der SPD AG SelbstAktiv für Menschen mit Behinderungen im Schwalm-Eder-Kreis. Die Hälfte seines Lebens lebt Diebel bereits in Schwalmstadt – hier setzt er sich mit Herz und Haltung für Inklusion, Teilhabe und das Miteinander ein.
Aktiv genutzte Chancen
Privat ist er angekommen: Seit 2019 ist er mit Pia verheiratet, und seit 2022 gehört auch Hund Yoda zur kleinen Familie. Auf seinem Weg haben ihn viele Menschen unterstützt – doch ebenso entscheidend war sein eigener Einsatz.
„Ich habe Chancen bekommen, aber ich habe sie auch aktiv genutzt. Ohne die vielfältigen Teilhabe-Möglichkeiten und die Menschen, die an mich geglaubt haben, wäre vieles schwerer gewesen. Gleichzeitig war es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und dranzubleiben. Besonders dankbar bin ich für die Unterstützung meiner Frau in den vergangenen zwei Jahren. Engagement gelingt nur, wenn die Familie mitgenommen wird – und dieser Rückhalt macht vieles erst möglich“, ist Daniel Diebel überzeugt.
Diebel/red




