Ackerbürgerhof als Herzensprojekt
Spangenberg. Am 24.06.2026 besucht eine Jury aus Vertretern der Denkmalbehörden, des Handwerks und der Stifter den Ackerbürgerhof, der unter neun Objekten in die engere Auswahl für den Hessischen Denkmalschutzpreis 2026 gekommen ist.

Der ehemalige Ackerbürgerhof in Spangenberg ist für die Denkmalschützer vor allem wegen seines sehr hohen Grades an erhaltener historischer Substanz interessant. Foto: Rahel Welsen | LfDH
Mit der denkmalgerechten Instandsetzung des ehemaligen rund 300 Jahre alten Ackerbürgerhofes innerhalb der historischen Stadtmauern wurde ein bedeutendes Zeugnis städtischer Wirtschafts- und Alltagsgeschichte bewahrt, heißt es dazu in einer Pressemitteilung aus dem Landesamt für Denkmalpflege.
Das Anwesen, einst der größte Ackerbürgerhof der Stadt, vereint Wohnhaus, Stallungen und Scheune und dokumentiert eindrucksvoll die Entwicklung vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Nutzung als Spedition und Kohlenhandel bis zur heutigen Wohnnutzung. Besonders bemerkenswert ist laut Landesamt der hohe Grad an erhaltener historischer Substanz.

Rund 300 Jahre ist das Anwesen alt und somit ein bedeutendes Zeugnis städtischer Wirtschafts- und Alltagsgeschichte. Foto: Rahel Welsen | LfDH
Bauernhof, Spedition und Kohlenhandel
Da umfassende Modernisierungen des 20. Jahrhunderts weitgehend ausgeblieben waren, hatten sich zahlreiche Zeugnisse der früheren Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb, Spedition und Kohlenhandel erhalten. Diese außergewöhnliche Authentizität sollte bewahrt und zugleich eine zeitgemäße Wohnnutzung ermöglicht werden. Seit 2016 wurde das Anwesen in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden schrittweise saniert.
Neben der Instandsetzung von Fachwerk, Fenstern und Sockelmauerwerk standen die Sicherung der historischen Konstruktion sowie die behutsame Anpassung an heutige Wohnansprüche im Mittelpunkt. Dabei kamen traditionelle Handwerks- und Baumaterialien zum Einsatz. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie privates Engagement zum Erhalt historischer Bausubstanz beitragen kann.
„Wir haben die schrittweise Sanierung mit Freude umgesetzt und inzwischen bei gern gelebter Gastfreundschaft viel Anerkennung erfahren“, so Ernst Wegener.



