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Wo ist Moses?

Krippenausstellung mit vielen Helfern auf den Weg gebracht

Schwalmstadt-Treysa. „Es ist wie beim Rasenmähen, man sieht, was man gemacht hat.“ Günter Donats Hände stecken in derben Leder-Handschuhen, an seinem Hemd hängen Holzfasern. Zusammen mit Helmut Schween und Georg Wüst hat er schon einen Tag Aufbau hinter sich gebracht. Ein weiterer liegt vor den Dreien, die als „Schreiner“ zum ehrenamtlichen, 50-köpfigen Team der Krippenausstellung gehören.

Donat, Schween und Wüst bauen 31 Vitrinen für insgesamt 40 biblische Geschichten auf, verkleiden diese teilweise, hängen Wandbilder auf und bauen am Ende das Ganze auch wieder ab. Für eine Vitrine brauchen sie eine halbe Stunde. Die Seitenteile zusammenschrauben, Rück­­wand und Deckel reinschieben – fertig.

Die Schreiner werkeln  schon zum zweiten Mal in dieser Konstellation. Georg Wüst war 42 Jahre lang Schreiner in Hephata. Günter Donat arbeitete  25 Jahre lang als Hausmeister im Brüderhaus, Helmut Schween war Sozialpädagoge in der Jugendhilfe und dann in der Personalverwaltung. „Wir machen das aus Solidarität zu Hephata“, sagt Donat. „Wir fühlen uns noch als Hephataner – und für Herrn Altmann“, ergänzt Schween.

Hephata-Pfarrer Johannes Altmann ist derweil mit dem Transporter unterwegs, um Ausstellungsstücke aus Kulmbach abzuholen. Dort lebt der Krippenbauer  Georg Ochsenkühn, der 25 Exponate zur Ausstellung beisteuert. Aufbauen wird diese und 15 weitere, eigene Exponate  ein Kollege, Krippenbauer Peter Reus aus Nürnberg. Neben dem Zyklus von der Geburt Jesu bis Pfingsten werden dann auch acht Bilder aus dem Alten Testament zu sehen sein.

Insgesamt organisierte Altmann seit 1997 mit der aktuellen schon sechs Krippenausstellungen im Hephata-Kirchsaal. Bei der vergangenen Ausstellung vor zwei Jahren kamen 2.904 Besucher. Auch damals war Krippenbauer Reus dabei. Gemeinsam mit Altmann hat er die Ausstellung entwickelt. In der ersten präsentierten sie noch Weihnachtskrippen, dann ging es immer mehr in Richtung biblische Geschichten.

„Wo ist Moses?“ Peter Reus und Ehefrau Edith schauen sich suchend im Kirchsaal um. Kisten und Kartons überall, in einigen lagern in zwanzigfacher Ausfertigung Jesus-Glieder­puppen. In anderen Tannenzweige, Moos, Holzstücke, Steine, Sand. Drei Tage haben die Beiden Zeit, das Chaos zu ordnen. Dabei werden die biblischen Szenen nicht einfach in die Vitrinen gestellt, sie werden arrangiert. Zudem spielt das Licht eine wichtige Rolle – Reus ist gelernter Elektriker.

Die Exponate des Krippenbauers Georg Ochsenkühn baut er nach Fotos auf, die jedem Karton beiliegen. Die eigenen Exponate kann Reus im Schlaf aufbauen. Wie viele Krippen er zu Hause hat? „Zwischen 200 und 300“, schätzt seine Frau.

Doch der 63-Jährige sammelt nicht nur, sondern baut auch selbst die Gebäude und Umgebungen zu den Figuren, manche gießt er auch aus Keramin. Nur ans Schnitzen wagt er sich nicht  dran. Edith Reus (61) näht die Kleider. Das hat ja fast schon was von Modelleisenbahn-Bau. Oh nein, das hört Reus gar nicht gern. „Wenn man beim Krippenbau richtig dahinter steht, dann ist das eine Verkündigung.“ Und genauso wenig mag  es Reus, wenn Leute ihn fragen: „Na, bastelst Du wieder an Deinen Krippen?“ Basteln sei da ja wohl der falsche Ausdruck, „Bauen hört sich doch gleich viel solider an“.

Eröffnet wird die Krippenausstellung in Hephata am Donnerstag, 27. November, 19.30 Uhr, im Hephata-Kirchsaal. (me)

Bild 1: Volle Konzentration: Alle Figuren haben einen festen Platz. Krippenbauer Peter Reus ordnet die Szenen an.

Bild 2: Die Schreiner: Günter Donat, Georg Wüst und Helmut Schween (von links) machen mal Pause.       (Fotos: me)



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