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Liebe auf den ersten und zweiten Blick

Paar aus der Sozialpsychiatrie Hephatas gab sich das Ja-Wort

hochzeit-hephataSchwalmstadt-Treysa. Die Gravur in den Ringen fehlt noch. Wer Isabel (22) und Wolfgang Rumpf (21) kennt, den wundert’s nicht. Bei dem Pärchen geht eben alles etwas schneller als bei anderen. So auch die Hochzeit nach knapp anderthalb Jahren Beziehung.  Für die Gravur war einfach keine Zeit. „Ich habe sie gesehen und es war Liebe auf der ersten Blick“, sagt Wolfgang Rumpf. Kennengelernt haben sich die Eheleute in einer Wohngruppe der Sozialpsychiatrie Hephatas in Treysa. „Das war am 14. August 2007, da sind wir beide dort eingezogen“, erinnert sich seine Frau Isabel.

Wolfgang Rumpf hatte zuvor sechs Jahre in der Stiftung Beiserhaus in Homberg gelebt. Isabel Rumpf drei Jahre in einer Mädchenwohngruppe der Hephata Jugendhilfe in Neustadt. Aufgrund ihres Alters und psychischer Beeinträchtigungen begann für beide ein neuer Lebensabschnitt in der Rommershäuser Hohle. Mit größeren Auswirkungen als sie es sich selbst hätten träumen lassen: Sind sie doch die ersten Bewohner der Sozialpsychiatrie Hephatas, die sich offiziell das Ja-Wort gaben.

Der erste Kontakt kam zwischen Umzugskisten zu Stande: Wolfgang Rumpf half seiner neuen Nachbarin beim Schleppen. „Ich habe ihr geholfen und gleich gemerkt, dass ich sie mag, aber ich wollte es langsam angehen lassen.“ Nach einer Woche gestand der 21-Jährige seiner Zimmernachbarin seine Liebe, nach weiteren zwei Wochen küsste er sie das erste Mal. „Ich hatte Glück, hätte ja auch sein können, dass sie mir eine haut.“ Tat sie aber nicht, seit diesem Kuss sind die Beiden unzertrennlich.

„Bei mir war es zwar nicht Liebe auf den ersten Blick, aber ich mochte seine Augen. Wir können nicht ohne einander sein“, erklärt Isabel. Erzieher Andreas Schwarze nickt: „Wenn der Beifahrerplatz im Auto frei ist, setzen sich trotzdem beide nach hinten.“ Er ist beeindruckt, wie das Paar mit einander umgeht: „Sie sind sehr zärtlich zu einander, sagen sich aber auch, wo es langgeht. Sie gleichen gegenseitig ihre Defizite aus.“

Wie es ist, zu heiraten?
Nach drei Monaten in der Rommershäuser Hohle wurden aus den jeweiligen Einzelzimmern ein Wohn- und ein Schlafzimmer. Im August dieses zog das Paar dann in eine Zwei-Zimmer Wohnung in der Treysaer Innenstadt, die zum vollstationären betreuten Außenwohnen des Geschäftsbereiches Soziale Rehabilitation gehört.

„Wir hatten schon ein paar Mal darüber geredet, wie es wäre, zu heiraten“, sagt Wolfgang Rumpf. „Ich hatte mir schon überlegt, dass ich bei einem richtigen Antrag auf die Knie gehen müsste. Oder ich sie vielleicht auf einem Steg am See frage.“ Aber dann kam es doch irgendwie anders. „Er hat einfach gefragt und ich war einverstanden“, sagt die 22-Jährige.

Wünsche für die Zukunft
Am 5. Dezember gaben sich die Beiden in der Treysaer Hospitalskapelle das Ja-Wort. Familie und Freunde, ehemalige Mitbewohner und Mitarbeitende der Sozialpsychiatrie waren dabei. Anschließend ging es zur Feier ins Speisen- und Versorgungszentrum.

Jetzt hängen der getrocknete Brautstrauß und Bräutigamschmuck in der Küche an der Wand. Irgendwann sollen sie woanders hängen. Eine eigene Wohnung, möglichst wenig Assistenz, das wünscht sich das Paar für die Zukunft. Und: „Vielleicht holen wir die kirchliche Trauung noch nach, mal sehen“, sagt der 21-Jährige. Erst­mal werden aber die Ringe graviert. (me)



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