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IG Metall will Protest auf die Straße bringen

Bierbaum fordert Regulierung der Finanzmärkte

igmetall1Nordhessen. „Es wäre nicht zu der weltweiten Wirtschaftskrise gekommen, wenn die internationalen Finanzmärkte von der Politik reguliert worden wären“, sagte Prof. Heinz Bierbaum vom INFO-Institut Saarbrücken am Samstag auf der Delegiertenversammlung der IG Metall Nordhessen in Fuldabrück-Bergshausen gesagt. Der globale Finanzmarkt habe sich weitgehend von der realen wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, kritisierte der Wirtschaftswissenschaftler. Die Politik vieler Unternehmen orientiere sich heute zu sehr an den Interessen der Aktionäre. „Der Finanzmarkt muss jetzt endlich reguliert werden“, forderte er.

Vorausgegangen sei der Weltwirtschaftskrise eine Umverteilung von unten nach oben. „Wir haben außerordentlich ungerechte Vermögensverhältnisse“, sagte Bierbaum vor den rund 160 Delegierten. Das Ausmaß der Krise sei für die Bundesrepublik beispiellos. So werde das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr so stark schrumpfen wie nie zuvor.

„Automobilindustrie hat lange die falschen Autos gebaut“
Sowohl das Konjunkturprogramm als auch die so genannte „Abwrackprämie“ seien sinnvolle Maßnahmen, um die Wirtschaft in der Bundesrepublik zu stabilisieren. Es seien aber von igmetall2der Automobilindustrie lange aus Profitgründen „die falschen Autos“ gebaut worden. „Wir können, auch unter ökologischen Gesichtspunkten, nicht immer nur die größten und schönsten Autos bauen“, sagte Bierbaum unter dem Applaus der Delegierten.

Bierbaum warnte die Unternehmen davor, die Finanzkrise zu nutzen, um unabhängig vom tatsächlichen Zustand der Unternehmen Kostensenkungen und Umstrukturierungen durchzusetzen. Selbst wenn ein Unternehmen saniert werden müsse, seien die Beschäftigten nicht zuerst gefordert. „Die müssen schon als Steuerzahler für die Milliarden der Banken aufkommen“, sagte Bierbaum. Vielmehr sollten die Kapitaleigner der Unternehmen einen Beitrag leisten und Kredite in Anspruch genommen werden.

Die Gewerkschaften rief Bierbaum auf, die Krise zu nutzen, um die Diskussion über die Demokratisierung der Wirtschaft wieder aufzunehmen. „Die Wirtschaft muss wieder stärker an gesellschaftlichen Zielen ausgerichtet werden“, sagte Bierbaum. Der Wert der Arbeit müsse wieder der zentrale Wert von Unternehmen werden.

IG Metall ruft zu Demonstrationen auf
Die Forderung nach einer Regulierung der Finanzmärkte kann nach den Worten des Betriebsratsvorsitzenden von VW, Jürgen Stumpf, nur durchgesetzt werden, „wenn unsere Argumente Füße kriegen“. Die Delegiertenversammlung  ruft alle Mitglieder der IG Metall einstimmig dazu auf, sich an den überregionalen Demonstrationen gegen das Abwälzen der Krise auf die Rücken der Arbeitnehmer am 28. März in Frankfurt und am 16. Mai in Berlin zu beteiligen. „In den Parlamenten wird sich nichts bewegen, wenn die Menschen nicht auf die Straße gehen“, bekräftigte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Ullrich Meßmer, den Aufruf.

Nordhessen: Kurzarbeit und Verschiebung von Tariferhöhungen
Die Finanzkrise habe auch in Nordhessen deutliche Auswirkungen. „In 31 der von uns betreuten Betriebe wird derzeit die Kurzarbeit angewandt“, sagte Meßmer. Zwar werde in einigen Betrieben noch eingestellt. In vier Betrieben habe die IG Metall aber bereits eine Verschiebung der im Jahr 2008 vereinbarten Tariferhöhung hinnehmen müssen. Weitere fünf Anträge auf Verschiebung lägen vor. Derartigen Verschiebungen will die IG Metall nach Meßmers Worten nur zustimmen, wenn eine Mehrheit der betriebsangehörigen Mitglieder dem in einer geheimen Abstimmung zustimmt.



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