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Polizist wird von freilaufendem Braunbär angegriffen

Kassel. Am heutigen Sonntagvormittag, gegen 10.20 Uhr, konnten aus bislang ungeklärten Gründen zwei ausgewachsene Braunbären aus dem Bereich eines derzeit auf dem Kasseler Messeplatz gastierenden Zirkus ausbrechen. Die Raubtiere bewegten sich in Richtung des so genannten Kreisels (Kreisverkehr), wo sich neben Wohnhäusern auch die Straßenbahnhaltestelle am Platz der Deutschen Einheit befindet. Ein 38-jähriger Beamter des Polizeireviers Ost wurde bei dem Versuch, die Tiere aufzuhalten, von einem Bären angegriffen und mit Bissen an der Wade verletzt. Daraufhin erschoss der Verletzte den Braunbär in Notwehr.

Eine Autofahrerin hatte die freilaufenden Bären an der B 83 gesichtet und umgehend die Polizei alarmiert. Eine, zur konkreten Gefahrenabwehr sofort herbei geeilte Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Ost in Waldau entdeckte daraufhin die Bären bereits unmittelbar vor der vierspurig befahrenen Bundesstraße 83, unweit des Kreisels. Die zwei Raubtiere drohten, auf die Straße bzw. weiter in Richtung der Haltestelle zu laufen. Während ein Beamter den aus Richtung Kreisel kommenden Verkehr durch Querstellen des Streifenwagens anhalten und warnen wollte, versuchte der 38 Jährige die Bären aus dem öffentlichen Verkehrsraum wieder in Richtung Zirkus zurück zu drängen. Dabei wurde er unvermittelt von einem Braunbär angegriffen und zweimal in die linke Wade gebissen. Daraufhin erschoss der verletzte und dem Angriff des Tieres ausgesetzte Polizist mit seiner Dienstpistole das Raubtier. Der andere Bär konnte durch den zweiten Beamten gestoppt und letztlich von einem Zirkusverantwortlichen eingefangen werden. Ein Notarzt übernahm die ärztliche Versorgung des 38 Jährigen, der an der Wade durch zwei Unterschenkelbisse schwer verletzt und von Rettungskräften zur stationären Aufnahme in ein Kasseler Krankenhaus gebracht wurde. Nach Angaben der Ärzte habe der Bär nur knapp einen Knochen verfehlt. Noch ist unklar, wie die Bären das Zirkusgelände verlassen konnten. Die dahingehenden  Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung, in die auch das Kasseler Ordnungsamt und das Veterinäramt eingebunden sind, dauern an. Die Zirkusverantwortlichen machen zur Sache keine Angaben. Den bisherigen Erkenntnissen des Veterinäramtes zufolge war dem Zirkus von der zuständigen Behörde ihres Heimatsitzes nicht erlaubt worden, die insgesamt drei Braunbären gewerblich zur Schau zu stellen, mit der Begründung, dass den Verantwortlichen die Sachkunde über diese Tiere fehle.



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