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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 15. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Der Junker und der Kommunist

junker-kommunistGuxhagen. Die Gedänkstätte Breitenau lädt für den 7. Juli, 19.30 Uhr, zur Vorführung des Films „Der Junker und der Kommunist“ ein. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit Regisseurin Ilona Ziok. „Der Junker und der Kommunist“ schildert das Leben von Carl-Hans Graf von Hardenberg (1891-1958), der am gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt war, und dem Arbeiter Fritz Perlitz (1908-1972). Beide begegneten sich 1944 im KZ Sachsenhausen und lernten sich trotz völlig unterschiedlicher Weltanschauungen schätzen.

Hatte der überzeugte Kommunist Perlitz von Anfang an gegen das verhasste NS-Regime gekämpft und war deshalb bereits 1941 inhaftiert worden, fiel Graf von Hardenberg den Nazis erst durch seine Beteiligung an der „Operation Walküre“, dem gescheiterten Attentat auf Hitler durch die Gruppe um Graf Stauffenberg, in die Fänge. Im KZ Sachsenhausen lernten sich zwei „Vaterlandsverräter“ kennen, deren soziale Herkunft und politische Einstellung nicht gegensätzlicher sein konnte. Auf der einen Seite der überzeugte Monarchist und Großgrundbesitzer von Hardenberg, auf der anderen Seite der Arbeiter und politische Aktivist. Beide waren sich schon 1931 bei einem Landarbeiterstreik auf feindlichen Positionen begegnet.

Im KZ kam es jedoch für kurze Zeit zur Annäherung zweier konträrer Geisteshaltungen. Die Kommunisten im Lager halfen dem Grafen und zeigten ihm, wie man sich bei Verhören am Geschicktesten verhielt. Nach dem Krieg wurde jedoch deutlich, dass sich ideologische Gräben nicht ohne weiteres schließen lassen. Während Fritz Perlitz in der DDR am Aufbau des Sozialismus beteiligt war, wurde Carl-Hans Graf von Hardenberg, dem die Rückkehr in seine Heimat verwehrt war, Vermögensverwalter der Hohenzollern in der Bundesrepublik. Die gegenseitige freundschaftliche Achtung blieb aber über die Grenzen des „Eisernen Vorhangs“ hinweg bestehen.

Die Regisseurin Ilona Ziok, die zuletzt mit „The Sounds of Silents“ und „Kurt Gerrons Karussell“ auf sich aufmerksam machte, drehte u.a. mit Reinhild und Astrid von Hardenberg, Wally Perlitz und Richard von Weizsäcker.

Veranstaltungsplanung, Information und Moderation: Horst Krause-Willenberg (Gedenkstätte Breitenau), Telefon: (05665) 3533; www.gedenkstaette-breitenau.de



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