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Karolin Siebert läuft 2:24,45 Minuten über 800 Meter

ajw-091002aBruchköbel/Melsungen. Beim Ausscheidungswettkampf der besten südhessischen Nachwuchsvereine für den Hessen-Cup in Niederselters starteten mit Karolin Siebert, Robin Hohmann und Tobias Stang auch drei Mittelstrecken-Asse der MT 1861 Melsungen, denn diese drei Nachwuchs-Hoffnungen hatten in der zu Ende gehenden Saisonende bis zuletzt mit guten Zeiten über 1000 beziehungsweise 800 Meter immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und wollten ihre Bestzeit noch einmal in der „Höhle des Löwen“ steigern. Vor allem verblüffte die B-Schülerin Karolin Siebert mit ihren schnellen Läufen über die zwei Stadionrunden immer wieder die Konkurrenz und die Trainer.  Dennoch konnte sie in Nordhessen keine guten Zeiten erzielen, musste sie doch mangels Konkurrenz immer vor dem Feld herlaufen und hatte niemanden in ihrer Altersklasse, in deren Windschatten sie laufen konnte. So hatte sie souverän mit 2:27,60 Minuten in Heiligenrode gesiegt und dabei über drei Sekunden Vorsprung vor der Zweitplatzierten herausgelaufen.

Auch eine Woche später war das Melsunger Lauftalent in Allendorf/Eder mit 2:26,49 Minuten ebenfalls nicht zu bezwingen. Nun gab sie Ihr jüngstes Glanzstück in Bruchköbel bei Hanau ab, als sie sich entschied, die zwei  Stadionrunden gegen die besten A-Schülerinnen Hessens zu laufen. Im diesem Feld der zwei Jahre älteren Mädchen standen mit der deutschen Meisterin Michelle Dietz (SSC Hanau – Rodenbach) und Kathrin Schermuly von der LG Brechen, der Landesmeisterin über 2000 m, zwei renommierte Schülerinnen des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Während sich beim Lauf der schnellsten B-Schülerinnen Amelie Svensson aus Obereschbach mit 2:33,06 Minuten vor Staffa Rachel aus Idstein (2:34,26 Minuten) durchsetzen konnte, hatte der Lauf der A-Schülerinnen ein ganz anderes Format.

Von Beginn an drückte ein Quintett, bei dem auch Karolin Siebert frech mitlief, auf das Tempo. Die ersten 200 m wurden in genau 34 Sekunden angelaufen, und für die erste Runde wurden die Läuferinnen mit 68,5 Sekunden gestoppt.  Es war schon überraschend, wie Karolin diesem Tempo der besten hessischen 800m-Läuferin folgen konnte. Als die 600 Metermarke passiert wurde, blieb aus dem anfänglichen Quintett nur noch ein Trio, denn zwei Schülerinnen konnten das hohe Tempo nicht mehr mit laufen und fielen zurück.  Genau 1:47 Minuten zeigte die elektronische Uhr für die 600m-Zwischenheit für  Karolin Siebert.  Die Entscheidung über Sieg und Niederlage fiel im Scheitelpunkt der letzten Kurve. Während die beiden A-Schülerinnen das Tempo noch einmal anzogen, konnte Karolin ihre Pace nicht mehr halten und fiel aus dem Windschatten der beiden Meisterläuferinnen heraus. Michelle Dietz, die deutsche Meisterin und eine der talentiertesten Schülerinnen des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, forcierte auf den letzten 50 Meter noch einmal ihr hohes Tempo und triumphierte nach 2:20,22 Minuten als Siegerin. Während Kathrin Schermuly  als Zweite nach 2:22,89 Minuten über die Ziellinie lief, hatte Karolin Siebert noch wenige Schritte bis zum Zielstrich.

ajw-091002bBedingt durch den Altersunterschied von zwei Jahren, hatten Dietz und Schermuly einfach mehr Härte und konnten so den Spurt im Zweikampf auf der Zielgeraden besser durchstehen. Dennoch beeindruckte Karolin Siebert mit diesem bravourösen Rennen. Als sie die Ziellinie überquert hatte, stellte sich die Frage, ob sie bei der ungewöhnlich drückenden Hitze, die ein bis zwei Sekunden an Zeit gekostet hatte, persönliche Bestzeit gelaufen war. Und da sie trotz der schnellen ersten Runde von 68,5 Sekunden  die letzten 200 Meter noch in 37,4 Sekunden zurückgelegen konnte, erzielte sie eine Endzeit von 2:24,45 Minuten. Völlig erschöpft lag sie nach dem Zieleinlauf auf der Laufbahn und wusste nach der Bekanntgabe der tollen Siegerzeit nicht, ob sie sich ärgern oder freuen sollte. Wenn man den 35 Jahre alten Kreisrekord in der W13, der seit Juni 1974 bei 2:23,6 Minuten steht,  so dicht vor Augen hat, dann ist man natürlich zuerst schon etwas traurig, das ist doch klar, sagte Alwin J. Wagner, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Nach zwei-, dreimal Luftholen sah das aber schon ganz anders aus:  Karolin freute sich über ihre 2:24,45 Minuten, denn damit hatte sie ihren Hausrekord, den sie bei den Schüler-Landesmeisterschaften in Alsfeld lief, um über eine Sekunde weiter nach unten gedrückt und ihre hessische Jahresbestleistung vor Madita Alter (LAV Kassel) um fast zwei Sekunden ausgebaut.

Für die Verbesserung des Kreisrekordes hat sich das Athleten-Trainer-Duo Siebert/Wagner den letzten Wettkampf auf dieser Strecke in der Freiluftsaison 2009 vorgenommen.  „Wir haben so trainiert, dass Karolin beim  1. Traumeel-Cup Finale der besten B-Schülerinnen Hessens eine 800m-Zeit von 2:22 Minuten und schneller laufen kann. Sie ist auf dem besten Weg dazu, denn  bei ihren letzten drei Läufen wurde sie von Woche zu Woche jedes Mal um über eine Sekunde schneller. Warum sollte das bei ihrem letzten Freiluftrennen nicht so sein“, sagte Alwin J. Wagner, als er von einigen Heimtrainern nach dem Training von Karolin Siebert befragt wurde.

Die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, ist der Dreizehnjährigen, die bereits Landes-Hallenmeisterin bei den A-Schülerinnnen wurde, fast wichtiger, als das „rein statistische Ergebnis“ von 2:24,45 Minuten. Und so erlauben es ihre Stärken, nämlich ihre Ausdauerfähigkeit, ihr Ehrgeiz und vor allem ihr Spaß am Laufen, im nächsten Jahr sogar von Zeiten unter 2:20 Minuten zu reden.

Das Endergebnis von Bruchköbel im 800m-Lauf der A-Schülerinnen sah wie folgt aus:
1.  Michelle      Dietz        1994        2:20,22  Minuten
2.  Kathrin      Schermuly    1994        2:22,89  Minuten
3.  Karolin      Siebert    1997        2:24,45  Minuten
4.  Eva-Florina   Kaminsyk    1994        2:28,33  Minuten
5.  Milena      Sämmler    1994        2:29,86  Minuten
6.  Caroline      Nebe        1994        2:29,94  Minuten

Nicht ganz zufrieden mit ihren Zeiten konnten die beiden vierzehnjährigen Robin Hohmann und Tobias Stang sein, die nach Bruchköbel gefahren waren, um noch einmal ihre zwei Wochen alte Bestleistung über 1000 Meter zu korrigieren. Als Lauftaktik war vorgesehen, dass die beiden im Windschatten dem Landesschülermeister Anusan Rajeentan (SSC Hanau-Rodenbach) so lang wie möglich folgen sollten. Aber während die Melsunger Schüler im zweiten Lauf starteten mussten, lief Rajeentan bereits im ersten Rennen.  Der Junge aus Sri Lanka lief ein gleichmäßiges Tempo und siegte in 2:46,24 Minuten.  Im zweiten Lauf starteten Dominik Pfeiffer (TV Assenheim), Landesschülermeister der M15 sowie Luke Messner (Hanau/Rodenbach), Hessens schnellster A-Schüler in dieser Saison.  Außerdem war mit Alexander Cappel (Uberach) der hessische Schülermeister über 2000 Meter in diesem Lauf vertreten.  Dass Robin Hohmann und Tobias Stang Mut zum Tempolauf haben, der sich vielleicht auch eines Tages auszahlen wird, zeigten sie auch wieder in Bruchköbel. Hohmann setzte sich gleich nach dem Startschuss, der bei ungewöhnlich warmer Temperatur um 12.20 Uhr erfolgte,  an die Spitze des 16köpfigen Feldes und legte ein mörderisches Tempo vor.

ajw-091002cNach 66 Sekunden für die erste Stadionrunde folgte eine 67er Zeit auf Runde zwei, so dass er für die 800 Meter eine Zwischenzeit von knapp unter 2:14 Minuten vorweisen konnte. Nur wenig folgte Tobias Stang wie ein Schattenmann. Die drei großen Favoriten in diesem Rennen hielten sich noch zurück und ließen die Melsunger Vertreter die Führungsarbeit durchführen. Wenn sie dieses hohe Tempo auch auf den letzten 200 Meter gehalten hätten, wären R. Hohmann und T. Stang auf eine Zeit von 2:48 Minuten und schneller gekommen, aber so kam es auf dem letzten Fünftel der Strecke anders als geplant. 200 Meter vor dem Ziel ergriff Dominik Pfeiffer mit einem kraftvollen Endspurt die Initiative und lief leichtfüßig an den beiden Melsungern vorbei.  Auch Luke Messner spielte seine Spurtqualitäten aus. Während die beiden älteren Mittelstrecken-Asse aus Südhessen Kopf an Kopf die Zielgerade herunter liefen, wurden Robin Hohmann und Tobias Stang durch das hohe Anfangstempo langsamer. Auch liefen sie auf der Zielgeraden schwerer als in ihren Rennen in Heiligenrode.

So platzten 150 Meter vor dem Ziel die Erwartungen von einer Zeit unter 2:50 Minuten. Robin Hohmann und Tobias Stang zahlten das nötige Lehrgeld in einer solchen Bewährungsprobe. Sie sollten  für die Zukunft gelernt haben, dass man in einem solch Klassefeld keine Tempoarbeit machen muss, denn man wird im Sog zu einer Spitzenzeit mitgezogen.  Auch Alexander Cappel fing die beiden Melsunger im Ziel noch ab und belegte hinter Messner (2:50,01 Minuten), Pfeiffer (2:50,10 Minuten) in 2:52,98 Minuten den dritten Platz.  Robin Hohmann wurde als Vierter nach 2:53,45 Minuten gestoppt und Tobias Stang belegte mit 2:55,87 Minuten den fünften Platz.



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