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Erfolgreicher MT-Auftritt in Hannover

mt-logo_origdarkredHannover/Melsungen. Handball-Bundesligist MT Melsungen holt die ersten Auswärtspunkte. Mit einer insgesamt überzeugenden Vorstellung gewannen die Nordhessen am Mittwochabend beimAufsteiger TSV Hannover-Burgdorf mit 30:26 (12:12). 3.050 Zuschauer in der AWD-Hall (ehemals Stadionsporthalle) erlebten sehr unterhaltsame, bisweilen spannende, 60 Minuten und sahen amEnde einen verdienten Sieger. Die Hoffnung von MT-Trainer Ryan Zinglersen, mit einem nahezu kompletten Kader antreten zu können, erfüllte sich leider nicht.

Neben dem länger ausfallenden Savas Karipidis (Wadenbeinbruch) musste auch Allrounder Franck Junillon passen. Der Franzose leidet derzeit an einer Wadenverhärtung. Dafür aber voll einsatzfähig waren der Halblinke Grigorios Sanikis und Flügelflitzer Ivan Brovko. Letztgenannter fand sich nach dreieinhalbwöchiger Verletzungspause am Mittwochabend in Hannover sogar in der Startformation wieder. Und die legte gegen den Aufsteiger gleich los wie die Feuerwehr. Kurz nachdem Nenad Vuckovic den ersten Treffer des Spiels erzielt hatte, verhängten die beiden Unparteiischen Pritschow/Pritschow einen Siebenmeter für die Gastgeber. Den von Lars Lehnhoff ausgeführten Strafwurf aber entschärfte Mario Kelentric. Es sollte von dem MT-Keeper ein erster Fingerzeig auf seinen bis dahin noch nicht zu erahnenden großen Handballabend sein.

Den Gastgebern war anzumerken, dass sie sich gegen die punktgleichen Nordhessen einiges vorgenommen hatten. Aber genau das ließ sie etwas verkrampft und im Spielaufbau zu umständlich agieren, was selbst “Intuitiv-Regisseur” Daniel Brack zu diesem Zeitpunkt noch nicht besser zu steuern vermochte. Schuld daran war auch die emsig arbeitende MT-Abwehr, in deren Zentrum Thomas Klitgaard und Neuzugang Dalibor Anusic rackerten.

Schon nach nur sechs Minuten war die MT auf 1:4 enteilt. Sie ließ sich zunächst auch durch eine Zweiminutenstrafe gegen Anusic (wegen angeblich absichtlichem Fußspiels) und einen vergebenen Strafwurf von Tzimourtos nicht aus dem Konzept bringen. Zwischendurch vereitelte Kelentric unmittelbar hintereinander die beiden 100-Prozent-Chancen von Rechtsaußen Hohenberg und Linksaußen Lehnhoff. Als Vasilakis nach gut zehn Minuten Spielzeit auf 1:5 erhöht hatte, zog TSV-Trainer Carstens grün und rief seine Männer zur Ordnung. Kreisläufer Andrius Stelmokas setzte den Trainerruf als erstes um und verkürzte vom Kreis auf 2:5. Dann hätte Vuckovic per Strafwurf auf 2:6 stellen können, aber der Rückraumspieler setzte den Wurf neben das von Jendrik Meyer gehütete TSV-Tor. Besser machte es anschließend Kreisläufer Klitgaard, der ein “Sahne-Anspiel” von Stojanovic verwertete (13.).

In der Folge aber schwand die Melsunger Überlegenheit – sei es durch Flüchtigkeitsfehler imAngriff oder Unachtsamkeiten in der Abwehr. Und so erhielten die Hausherren gleich mehrere Gelegenheiten, den Abstand immer weiter zu reduzieren. Bis zum7:8 (22.) konnte sich das MT-Teamhauptsächlich bei Keeper Mario Kelentric und bei Kanonier Alexandros Vasilakis bedanken, dass es noch in Front lag. Doch die Zwei-Mann-Show musste irgendwann an Energie einbüßen. Wohlweislich nahm Trainer Zinglersen in dieser Phase ein Team- Timeout. Aber der gewünschte Effekt auf Melsunger Seite blieb aus. Spätestens beim Ausgleich zum 10:10 (27.) merkte der Kontrahent: Hier geht heute was! Hannover gab sich weiter hartnäckig und wurde mit einem 12:12-Remis zum Pausenpfiff belohnt.

Die Halbzeitpause schien den “Bartenwetzern” dann richtig gut getan zu haben. Denn nach dem Wiederanpfiff ging die Post ab. Die Überzahl, bedingt durch eine Zweiminutenstrafe gegen Pauzuolis kurz vor Ende des ersten Durchgangs, nutze das Zinglersen-Team optimal und stellte mit einem Dreierschlag (zweimal Vasilakis, einmal Tellander) binnen zwei Minuten den alten Abstand wieder her 12:15 (32.). Lediglich Lehnhoff funkte einmal kurz dazwischen und erzielte das 13:15 (33.). Aber die MT drehte jetzt erst richtig auf. Durch eine engagierte Abwehrarbeit wurden ein ums andere Mal Kontergelegenheiten erarbeitet. Hinten wurde clever zugepackt und die daraus vermehrt erzielten Ballgewinne in ein teilweise atemberaubend schnelles Spiel nach vorne umgesetzt. Hauptnutznießer davon als Torschützen waren die Spieler aus der Nahwurfzone. Klitgaard, Brovko und Tellander erhöhten innerhalb von sieben Minuten auf 13:21 (40.). Kurz zuvor hatte Burgdorfs Trainer mit einer Auszeit versucht, die MT aus dem Rhythmus zu bringen – allerdings ohne Erfolg. Sein Pendant auf Melsunger Seite, Ryan Zinglersen, machte indes alles richtig. Um den als Goalgetter wirbelnden Vasilakis zu entlasten, hatte er Danner in die Abwehr und Schöngarth in den Angriff beordert. Die beiden passten sich nahtlos dem zu dieser Zeit hoch effektiven MT-Spiel an. Stojanovic, der imersten Durchgang nur imAngriff gespielt hatte, blieb nun auch in der Defensive auf dem Feld und sorgte bei Ballgewinn dafür, dass das Spielgerät turboschnell an den richtigen Mitspieler gelangte. Die Hausherren taten ihrerseits alles, um das drohende Debakel zu verhindern. Angetrieben von Spielmacher Brack kämpften sie um jeden Zentimeter. Auch wenn der Regisseur seine sonst von ihmbekannte Schlitzohrigkeit an diesem Abend vermissen ließ, versuchte er seine Nebenleute in Szene zu setzen. Aber die TSV-Schützen fanden gleich serienweise in Kelentric ihren Meister. Beispielhaft dafür war die Phase nach dem Burgdorfer Timeout, als der MT-Torwart kurz hintereinander den frei von Rechtsaußen herein schwebenden Hohenberg entzauberte, einen Gegenstoß von Habbe vereitelte und dann noch Przybecki verzweifeln ließ. Diese Glanztaten verdienten umsomehr Anerkennung, als Kelentric nur drei Minuten zuvor durch einemunbeabsichtigten Kopftreffer von Linksaußen Lehnhoff auf die Bretter geschickt wurde.

Von diesem starken Rückhalt im Tor ließen sich die übrigen MT-Akteure gerne anstecken. Sie nahmen die Dynamik aus der Abwehr mit nach vorne und setzten weitere Treffer, die den bis dahin sich vergeblich aufbäumenden Gastgebern wie Nadelstiche vorkommen mussten. Ob Schöngarths Hammer zum 14:22 oder die Treffer des immer wiedermit viel Druck agierenden Vasilakis, der von der gegnerischen Abwehr fast nicht zu bändigen war. Mit dem 16:25 in der 50. Minute hatte die MT erstmalig eine Neun-Tore-Führung heraus gespielt. Das war die Vorentscheidung. Vor allem, weil es den bis dahin regelrecht aufgedrehten Bartenwetzern gelang, diesen komfortablen Vorsprung weitere fünf Minuten zu halten. Das müsste reichen, hatten sie sich dann wohl gedacht, und ließen es etwas ruhiger angehen. Der nie aufsteckende Klassenneuling witterte jetzt eine Gelegenheit, das Ruder eventuell doch noch einmal herum zu reissen und setzte zum eigentlich aussichtslosen Endspurt an. Die Hallenuhr zeigte 56:14 Minuten, als Daniel Brack das 21:27 erzielte. Dann schlugen die 128 Sekunden des Frank Habbe. Der bullige Burgdorfer Kreisläufer tankte sich dreimal in Folge durch und markierte die Tore Nummer 22, 23 und 24. Würden die Hausherren die verbleibenden 106 Sekunden nutzen können, um doch noch die Sensation zu schaffen? Diese Frage beantwortete Melsungens Nenad Vuckovic eine halbe Minute später mit dem 24:28 (59.). ImFinale Furioso gelangen beiden Teams noch jeweils zwei Treffer. Den Schlusspunkt zu dem aus Melsunger Sicht hoch verdienten 26:30-Endstand setzte Alexandros Vasilakis, der mit seinem 12. Tor die eigene Leistung und die seiner Mitspieler krönte.

Stimmen zum Spiel
Ryan Zinglersen, MT-Trainer: „Ich bin sehr zufrieden mit der Abwehrleistung, vor allem in der zweiten Halbzeit. Das wir dort sauber gearbeitet haben zeigt sich auch daran, dass wir keinen einzigen Siebenmeter mehr verursacht haben. Kelentric war ein großer Rückhalt im Tor. Mit der starken Abwehr haben wir die Basis für unser druckvolles Angriffsspiel gelegt, wobei endlich auch wieder der Gegenstoß zum Tragen kam. Außerdem hatten wir mit Vasilakis heute einen sehr guten Einzelschützen. Nicht gefallen haben mir lediglich die letzten Minuten. Da hat sich die Mannschaft im Gefühl des Sieges wohl etwas zu früh gefreut. Natürlich ist dieser erste Auswärtssieg für uns eine tolle Sache. Aber die größere Herausforderung wartet auf uns am Samstag in Kassel, wenn die Rhein-Neckar Löwen kommen“.

Frank Carstens, TSV-Trainer: „Dieses Ergebnis ist für uns natürlich umso enttäuschender, weil wir uns gerade für dieses Spiel sehr viel vorgenommen hatten. Es war ein Spiel, in dem beide Halbzeiten fast identisch begonnen haben. Wir sind jeweils sehr schnell einem Rückstand hinterher gelaufen. Dabei wäre in Anbetracht unserer guten kämpferischen Einstellung und mit der gezeigten großen Unterstützung des Publikums mehr drin gewesen. Doch wir haben zwischendurch immer wieder zu viele Bälle einfach weggeworfen. Zudem hatte Melsungen einen sehr starken Torwart. Jetzt müssen wir dieses Spiel zwar schnell abhaken, aber trotzdem das Richtige daraus lernen“.

Statistik
TSV Hannover-Burgdorf – MT Melsungen 26:30 (12:12)

TSV Hannover-Burgdorf: Meyer (1.-60., 8 P.), Hübe – Przybecki 5, Jonsson 1, Habbe 5, Pauzuolis, Jurdzs 3, Buschmann, Stelmokas 2, Lehnhoff 3, Hohenberg 1, Rydergard, Brack 5/3, Bedzikowski 1

MT Melsungen: Kelentric (1.-60., 19 P.), Lechte (bei einemSiebenmeter) – Brovko 2, Schöngarth 1, Klitgaard 5, Anusic, Tellander 2, Tzimourtos 1, Vasilakis 12, Stojanovic 1, Treutler (n.e.), Danner, Sanikis 2, Vuckovic 4

SR: Andreas Pritschow / Marcus Pritschow (Stuttgart)

Zeitstrafen: 8 Min. – 4 Min. (Pauzuolis, Stelmokas, Rydergard, Bedzikowski – Anusic, Vuckovic)

Strafwürfe: 4/3 – 2/0; Lehnhoff scheitert an Kelentric (3.) – Tzimourtos scheitert an Meyer (9.), Vuckovic wirft neben das Tor (12.)

Zuschauer: 3.050, AWD-Hall Hannover

Spielfilm: 0:1 (2.), 1:2 (5.), 1:5 (11.), 4:7 (15.), 6:8 (20.), 8:10 (25.), 12:12 (HZ); 12:15 (32.), 13:18 (35.), 14:21 (40.), 15:22 (44.), 16:25 (50.), 19:26 (54.), 22:27 (58.), 25:28 (59.), 26:30 (EN)

Das nächste Spiel der MT Melsungen findet am Samstag. 10. Oktober, 20.15 Uhr: MT – Rhein-Neckar Löwen,  in der Rothenbach-Halle Kassel statt. (red)



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