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Meike Naumann sicherte sich Geldprämie und Pokal

15,5 Meter beim Dr. Friedrich-Stracke-Pokalstoßen

Melsungen. Es war ein Jammer, denn beim ursprünglich angesetzten zweiten Dr. Friedrich-Stracke-Sportfest am 29. Juni  goss es mit nur wenigen Unterbrechungen von Beginn an in unterschiedlicher Stärke, so dass die MT-Verantwortlichen das mit über 300 Athleten gut besuchte Feriensportfest noch vor dem Aufziehen eines starken Gewitters abbrechen musste. Als Nachholtermin wurde der 8. August terminiert. Da es bereits am Sonntagvormittag stark regnete, sagten allein drei Kugelstoßer der deutschen Spitzenklasse ihren Start in Melsungen ab. Die Melsunger Verantwortlichen entschieden sich dennoch für die Durchführung dieser zweiten Auflage, weil am Nachmittag sich der Himmel aufhellte. Als es aber beim Stoßen um den Dr. Friedrich-Stracke-Pokal in die Endphase ging, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen und störte die Athleten in der Entfaltung ihrer Leistungsstärke.

Man musste die fast 100 Zuschauer bewundern, die in echter Sportbegeisterung mit Schirmen in das Waldstadion kamen, um diesen interessanten Wettkampf beizuwohnen. Die, die gekommen waren, durften ihrerseits bewundern, was unter diesen miserablen Umständen die Athleten leisteten.  Allesamt gaben sie bei diesen unglücklichen Voraussetzungen ihr Bestes. Leid tun konnten einem an diesem Sonntagnachmittag eigentlich alle:  die Wetttkämpfer aus 24 Vereinen, die Kampfrichter und die Verantwortlichen der Melsunger Turngemeinde, die dennoch gute Miene zum bösen Spiel der Natur machten.

Mit der besten Vorkampfleistung von 15,42 m hatte sich der hessische B-Jugend-Vizemeister Lukas Bangert (LG Reinhardswald) qualifiziert. Für die zweitbeste Leistung sorgte der 15-jährige Tobias Reinhardt aus Thüringen, der für die LG Ohrahörselgas startet. Der talentierte Mehrkämpfer erreichte mit der 4kg-Kugel 14,94 Meter und verdrängte damit Meike Naumann, die für den TSV Frankenberg startet auf Rang drei.  Die Hessenmeisterin im Kugelstoßen kam mit dem Vorsatz nach Melsungen, den Pokal gewinnen zu wollen. Auf Rang vier der Vorausscheidung platzierte sich Karl Westphal aus Wanfried. Der vielseitige Junge aus dem Werratal kam mit 13,68 Meter dicht an seine Bestleistung heran. Auch Anna-Maria Bischof aus Fritzlar hatte sich für diesen Tag etwas vorgenommen. Mit 13,51 m belegte sie den 5. Platz.

Die hessische A-Schülermeisterin Lea Hennrich aus Frankenberg hatte mit 12,31 Meter keine Probleme, sich für das Finale der besten zehn Kugelstoßer zu qualifizieren. Ebenso der 65-jährige Torsten Lange vom TV Bad Ems, denn mit 11,52 Meter belegte er den siebten Platz.  Die Ranglisten-Erste im Hessischen Leichtathletik-Verband in der Altersklasse der W13, Janina Rohde aus Melsungen, konnte beim Qualifikationswettkampf mit 10,80 Meter nicht ganz überzeugen, dennoch belegte die mehrfache nordhessische Meisterin Rang acht, der ihr die Finalteilnahme sicherte.  Mit dem vierzehnjährigen Jan Ullrich, der 10,08 Meter erreichte, qualifizierte sich der zweite Melsunger Teilnehmer für das Finale der besten Zehn. Für die Überraschung sorgte aber Tobias Ludwig, denn der Dreizehnjährige aus Obermelsungen kam zum ersten Mal über die 9,00m-Marke und schaffte mit der neuen Bestweite von 9,57 Meter sogar den Sprung ins Finale, das eine Stunde nach dieser Ausscheidung stattfand.

In dieser Entscheidung sah man plötzlich eine ganz andere Janina Rohde als beim Vorkampf. Sie stieg bei 10m in den Wettkampf ein und überzeugte mit guten Stößen um die 11,50 Meter. Als der Balken auf der 11m-Marke lag, wuchtete sie die 3 Kilogramm schwere Eisenkugel fast 80 Zentimeter weiter.  Nachdem das Hindernis auf 11,50 Meter gelegt wurde, scheiterte sie zweimal nur recht knapp. Somit belegte sie vor Tobias Ludwig und Jan Ullrich den achten Platz. Auf Rang sieben landete der Senior Torsten Lange, der  – wie in der Qualifikation –  die 11,50 Meter übertraf. Bei 12 Meter war auch für Lea Hennrich Endstation, so dass die fünf Prämiengewinner nach dem Ausscheiden der hessischen Schülermeisterin aus Frankenberg feststanden. Als der Balken auf die 13m-Marke gelegt wurde, zeigte der A-Schüler Tobias Reinhardt plötzlich Nerven und schied überraschend aus. Für Anna-Maria Bischof und Karl Westphal war der Balken bei der 14m-Marke ein zu großes Hindernis, so dass nur noch die beiden Favoriten Meike Naumann und Lukas Bangert im Wettbewerb blieben.

Jeder Stoß wurde von dem fachkundigen Publikum mit Beifall bedacht und man rätselte, wer von den beiden großen hessischen Talenten den Pokal mit nach Hause nehmen würde.

Als der Holzbalken auf 14,50 Meter lag, setzte der Regen ein, aber der Wettkampfleiter ließ das Duell weiterlaufen.  Meike Naumann, die selbstbewusst erst bei 14,00 Meter in den Wettbewerb einstieg, konzentrierte sich und ließ die Kugel das erste Mal über der 15m-Marke landen.  Lukas Bangert machte es ihr unter den Anfeuerungsrufen der mitgereisten Fans sofort nach, so dass der Balken einen halben Meter weiter gelegt werden musste.  Wieder begann Meike Naumann, die am 15. Mai in Halle mit 16,14 Meter ihre Jahresbestleistung erzielte und bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig mit 15,23 Meter den achten Platz erreichte.  Unter dem Jubel der mitgereisten Eltern und Freunde stieß sie weit über das Hindernis und brachte den B-Jugendlichen Lukas Bangert in Zugzwang.  Der hessische B-Jugend-Vizemeister hatte bei den Landesmeisterschaften 15,77 Meter erreicht und war auch in Melsungen in der Lage, diese gute Leistung abzurufen. Trotz der nassen Kugel gelang auch ihm ein Stoß über den Balken, so dass die Barriere o,25 Meter nach hinten verschoben wurde.

Auch diese Weite machte der gut motivierten Meike Naumann nichts aus und erneut flog die Eisenkugel weit über das Hindernis. Lange konzentrierte sich Lukas Bangert – und auch er schaffte es, wenn auch nicht so deutlich wie die Favoritin. Diese Leistungen verdienen besonderen Respekt, weil sie bei strömenden Regen erreicht wurden. Die Zuschauer spürten, dass mit dem nächsten Stoß bereits die Entscheidung fallen könnte, denn Lukas Bangert hatte bei diesem Wetter nicht mehr viel Reserven.  Das wusste auch seine Konkurrentin. Nach einer kurzen Konzentrationsphase im Kugelstoßkreis wuchtete sie die Eisenkugel auch über den Holzbalken, der bereits 15,50 Meter von ihr entfernt lag. Lukas Bangert war geschlagen, denn er scheiterte zweimal an dieser Barriere. Der hoffnungsvolle Nachwuchsathlet der LG Reinhardswald erhielt aber viel Beifall und durfte als Zweiter die Prämie von 100 Euro entgegennehmen. „Zum ersten Mal bekam ich einen Scheck für meine Kugelstoßleistung überreicht“, freute sich der Jugendliche und versprach auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Meike Naumann, die die Kraft und das Können zu größeren Weiten hat, erreichte das, was sie sich vorgenommen hatte.  Sie erhielt bei der Siegerehrung den großen Pokal und die Siegprämie von Christian Khin, der für Melsungens Vorsitzenden Claus Schiffner bzw. für dessen Vertreter die Ehrung vornahm. „Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht, und ich werde auch im nächsten Jahr wieder dabei sein“, sagte die strahlende Siegerin nach der Ehrung.  Und auch der Senior Torsten Lange aus Bad Ems, bedankte sich beim Veranstalter für den schönen Wettkampf und freute sich darüber, dass die Kugelstoßathleten bei dieser Veranstaltung im Mittelpunkt standen. „Das habe ich bisher noch nie so erlebt“,  sagte er begeistert, bevor er sich auf den Heimweg machte. (ajw)



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