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Mitgliedsbeiträge sollen um rund eine Million Euro sinken

Vollversammlung: IHK rückt Ausbildungsreife und Berufsorientierung in den Fokus

Kassel. Die IHK-Mitgliedsbeiträge sollen ab 2011 um ein Volumen von rund eine Million Euro gesenkt werden: Diese Beschlussempfehlung hat das Parlament der Wirtschaft in der Sitzung der Vollversammlung des IHK-Bezirks Kassel am Dienstagabend verabschiedet. Damit folgten die Parlamentarier einer Empfehlung des Haushaltsausschusses. Das Gremium hatte auf Initiative der IHK-Präsidiums Ende August Beitragssenkungspotenziale erörtert. Der formale Beschluss soll in der nächsten Vollversammlung im Dezember verabschiedet werden. „Diese Maßnahmen erscheinen der Vollversammlung und dem Haushaltsausschuss verantwortlich und auch längerfristig tragfähig“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier.

Die Mitgliedsbeiträge setzen sich aus Grundbeitrag und Umlage zusammen. Der Grundbeitrag ist so gestaffelt, dass er der Leistungsstärke der Unternehmen entspricht. Die Umlage richtet sich nach den Erträgen der Firmen. Der IHK-Beitrag orientiert sich somit an den finanziellen Möglichkeiten der Betriebe.

Die Empfehlungen des Haushaltsauschusses: Ein Betrag von rund 800.000 Euro soll für ein Senken der Umlage verwendet werden. Damit würde der Umlagesatz von aktuell 0,29 auf 0,25 Prozent schmelzen. Die Grundbeiträge sollen für Betriebe von Kleingewerbetreibenden von 50 auf 40 Euro (Gewerbetreibenden ohne Handelsregistereintragung mit einem Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb bis 26.000,00 Euro) beziehungsweise von 60 auf 50 Euro (Gewerbetreibenden ohne Handelsregistereintragung mit einem Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb über 26.000,00 Euro) reduziert werden. Das entspricht einem Entlastungsvolumen von rund 180.000 Euro pro Jahr. Allerdings: Die nachhaltige wirtschaftliche Belastung der Unternehmen durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise schlagen sich erst in den Jahren ab 2011/2012 auf die Beitragseinnahmen der IHK Kassel nieder.

Der IHK-Beitrag liegt in der Regel zwei bis drei Jahre hinter der Gewerbesteuer zurück. Daher vertraten Vollversammlung und Haushaltsausschuss im vergangenen Dezember mehrheitlich die Auffassung, dass die damalige Lage für ein Senken der Beiträge nicht sicher genug sei – schließlich sollte eine Absenkung spürbar und dauerhaft sein. Im laufenden Jahr 2010 liegen die Erträge aus Beiträgen, die hauptsächlich auf Gewerbeerträge der Unternehmen aus den Jahren 2007/2008 zurückgehen, deutlich über dem Planansatz. Daher hatte der IHK-Haushaltsausschuss nunmehr der Vollversammlung vorgeschlagen, die IHK-Mitgliedsbeiträge mit Augenmaß zu senken.

Dank der Beiträge kann die IHK die ihr übertragenen gesetzlichen Aufgaben erfüllen, zum Beispiel im Bereich der Ausbildung. „Die Wirtschaft macht, organisiert und zahlt selbst“ lautet das Motto. Wenn die gewählten Unternehmer in der Vollversammlung mehr IHK-Leistungen beschließen, müssen diese letztlich über Beiträge und Gebühren finanziert werden.


IHK-Fokus auf Ausbildungsreife und Berufsorientierung

Die langfristige Sicherung qualifizierter Fachkräfte stand ebenfalls im Mittelpunkt einer Generaldebatte der IHK-Vollversammlung. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der Schulabgänger im Bezirk der IHK Kassel bis 2020 von aktuell 19.800 auf rund 16.500 zurückgehen. Vor diesem Hintergrund, so das einmütige Votum der Vollversammlung, werde der Verbesserung der Ausbildungsreife und der Optimierung der Berufsorientierung eine zentrale strategische Rolle zukommen. Wenn heute knapp 73 Prozent der ausbildenden Unternehmen im IHK-Bezirk laut Umfrage Defizite in der Ausbildungsreife der Schulabgänger als das Hauptausbildungshemmnis bewerten, müsse auch seitens der Wirtschaft, gemeinsam mit den Schulen und den Arbeitsagenturen, alles daran gesetzt werden, dass auch jeder Schulabgänger in den für ihn „richtigen“ Beruf fit für die berufliche Ausbildung ist. Die Vollversammlung ist gewillt, für Maßnahmen, die der nachhaltigen Verbesserung der Ausbildungsreife und der Berufsorientierung dienen, in den nächsten drei Jahren bis voraussichtlich jährlich 500.000 Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Damit sollte es unter anderem möglich sein, Kompetenztests weiter auszubauen, Potenziale von Schülern rechtzeitig zu erkennen und zu fördern, individuelle Förderpläne der Schulen zu unterstützen oder bei Bedarf weiteren Zusatzunterricht für lernschwache Schüler zu verwirklichen beziehungsweise Unterrichtsausfall in Berufsschulen zu kompensieren. Alle Maßnahmen sollen vor Ort und regionsnah über die IHK-Regionalausschüsse entwickelt und mit den Schulen und den Berufsagenturen abgestimmt werden. Auf IHK-Ebene wird die Koordination und der dazugehörige Erfahrungsaustausch durch Dr. Michael Ludwig als Projektleiter wahrgenommen. Formal wird die IHK-Vollversammlung die Entscheidungen über damit zusammenhängende Budget-Fragen in ihrer Sitzung am 2. Dezember mit der Verabschiedung des neuen Wirtschafts- und Finanzplanes treffen.

IHK-Präsident Dr. Martin Viessmann unterstrich in seiner Zusammenfassung der Debatte den erstrangigen Stellenwert dieser Initiative zur Stärkung der Ausbildungsreife und der Berufsorientierung: „Nur gut ausgebildete Fachkräfte werden künftig unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern. Auf diesem Weg darf niemand auf der Strecke bleiben.“(red)



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