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MT Melsungen rupft tatsächlich die Eulen

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen gewinnt am 29. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga das Heimspiel gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit 35:26 (18:12) und klettert dadurch vom 14. auf den 12. Rang. Erfolgreichste Schützen vor 1.988 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle waren für die MT Savas Karipidis und Alexandros Vasilakis mit je neun Treffern sowie Andrej Kogut mit sechs Toren für Friesenheim.

Es war fast ein Sieg nach Ansage. Denn die kesse Parole aus dem MT-Lager lautete zuvor: ”Wir wollen die Eulen rupfen!”. Dabei ging es für beide Kontrahenten um wichtige Punkte zum Klassenerhalt – vor allem für die noch mehr gefährdeten Friesenheimer. Doch der Reihe nach: Michael Roth ließ seine Sieben in der gleichen defensiven 6:0-Formation beginnen, wie schon beim knappen 29:28-Hinspielsieg in Friesenheim, also im Tor mit Kelentric, auf dem Feld mit Klimovets, Vasilakis, Sanikis, Karipidis, Allendorf und Vuckovic. Damit war der Grundstein gelegt, um aus einer sicheren Abwehr ein schnelles Spiel nach vorne aufzuziehen. Das fruchtete nach dem 1:0-Auftakttreffer durch Karipidis auch in den folgenden vier Minuten. Hauk glich zwar zum 1:1 aus, aber die MT machte über das 3:1 und 4:2 bis zum 5:2 – erneut durch Karipidis (5.) – deutlich, wer Herr im Hause war.

Ab da wies TSG-Trainer Thomas König seine Hintermannschaft zu engerer und konsequenterer Deckung an und das zeigte Wirkung. Denn die MT rannte sich zusehends fest, wenn die schnellen Angriffe nicht gelangen und sie sich ins Positionsspiel begeben musste. Auf der anderen Seite wurde in der Abwehr nicht mehr so aufmerksam gearbeitet, wie in den Anfangsminuten. So kamen die Gäste, u.a. zweimal über Kreisläufer Pevnov, binnen rund 3 Minuten zum 6:6-Ausgleich (8.).

Wie gut aus MT-Sicht, dass sich mit zunehmender Spieldauer Torwart Kelentric zu steigern vermochte. Mit einem gehaltenen Strafwurf von Grimm – Vasilakis hatte gerade die 7:6-Führung erzwungen (11.), aber kurz danach eine Zweiminutenstrafe kassiert  –  sandte der MT-Keeper offenbar zur rechten Zeit ein wichtiges Signal an seine Mitspieler aus. Die hatten verstanden und bauten den Vorsprung binnen vier Minuten auf 11:7 (16.) aus. Unter anderem hatte dabei Vuckovic sogar einen Treffer in Unterzahl erzielt, während Karipidis mit einem erfolgreichen Gegenstoß glänzte.

Dass die MT an diesem Abend gewillt war, neben kämpferischen auch zusehends spielerische Elemente einfließen zu lassen, zeigten zwei Beispiele in der 22. und in der 24. Minute – beide Male mit erfolgreichem Abschluss durch Felix Danner. Erst wird der Kreisläufer nach feiner Vorarbeit des Rückraums von Vuckovic bedient, danach narrt er selbst nach abgesprochenem Täuschungsmanöver die Friesenheimer Innenverteidigung und wirft zum 15:10 ein. Für Thomas König war damit der Zeitpunkt gekommen, seine Eulen per Auszeit neu zu formieren und einzustimmen.

So schickte er nach dem Wiederanpfiff mit Linksaußen Ruß, Rückraum Mitte Matschke, Kreisläufer Becker und Rückraum rechts Veta gleich vier neue Kräfte auf die Platte. Doch die Wirkung seiner Maßnahmen war nur von geringer Dauer. Der baumlange  Dissinger vekürzte von Halblinks zwar auf 15:11 (25.), aber die MT konterte mit Vuckovic sogleich zum 16:11. Und als wenig später Matschke einen Siebenmeter an den Pfosten des kurzzeitig von Feshchanka gehüteten Tores setzte, und danach der zurückgekehrte Kelentric mit tollem Reflex den freistehenden Hauk entzauberte, hatte die MT keine Mühe, bis zum Halbzeitpfiff eine Sechs-Tore-Führung zu erzielen. Auf dem Weg dorthin hatte zunächst Rechtsaußen Karipidis aus spitzestem Winkel getroffen und dann Allendorf auf der gegenüberliegenden Seite den sich bietenden Freiraum aufgrund der kurzen Deckung von Hauk gegen Sanikis zum 18:12 Pausenstand genutzt.

Wacher aus dieser Pause kamen dann aber die Friesenheimer zurück und verkürzten nach Toren durch Matschke per Siebenmeter und Spielmacher Kogut auf 18:14 (3.). Die MT focht das nicht an, denn Vuckovic beendete die folgenden torlosen 90 Sekunden mit zwei feinen Einzelleistungen zum 19:14 und 20:15 – bei einem Gegentor durch Hauk. Und als Sanikis gekonnt Bozovic und Hauk aussteigen ließ und zum 21:15 einwerfen konnte, war der alte Sechs-Tore-Abstand wieder hergestellt (37.).

Einen gehörigen Schreck ereilte das MT-Team und die knapp 2.000 Zuschauer dann in der 40. Minute, als  Jens Schöngarth nach erfolgreichem Sprungwurf zum 23:16 (40.) schmerzzuckend liegen blieb. Der lange Linkshänder war an Kogut hängen geblieben und unglücklich umgeknickt. Für ihn war das Spiel damit beendet. Das schien die Hausherren in der Tat irritiert zu haben, denn vorne wollte in den folgenden Minuten nichts mehr so recht gelingen. Sie konnten sich bei Mario Kelentric bedanken, dass die Friesenheimer nur bis auf vier Treffer  herankamen (23:19, 45.).  Der MT-Keeper lief zur Höchstform auf, als er kurz nacheinander gegen Kogut, Bozovic und Hauk parierte.

Michael Roth hatte unterdessen eine Umstellung vorgenommen: Sanikis durfte verschnaufen, die Halblinke wurde von Vuckovic eingenommen und dessen Regieplatz wiederum von Schweikardt besetzt. Geschlagene sieben Minuten sollte es dann aber dauern, bis die Nordhessen den nächsten Treffer erzielen konnten. Der an diesem Abend prächtig aufgelegte Vasilakis war es dann, der den Bann mit seinem Tor zum 24:19 (47.) brach.

Auf der anderen Seite versuchten die Friesenheimer jetzt durch mehr Härte in der Abwehr dem Spiel eventuell doch noch ein Wende zu geben. Aber die rustikalen Aktionen von Kogut gegen Vasilakis und Bozovic gegen Danner wurden von den umsichtig leitenden Referees jeweils postwendend mit Zweiminutenstrafen geahndet. Die sich ergebenden Überzahlsituationen nutzte die MT eiskalt aus und zog endgültig uneinholbar auf 28:21 weg (52.). Diese Nackenschläge verdauten die Gäste nicht. Kraft und Konzentration schwanden bei der TSG zusehends. Vor allem, nachdem Vasilakis per Doppelschlag und Allendorf nach tollem Anspiel von Karipidis den Abstand auf 31:22 geschraubt hatten (54.).

Die dann von TSG-Trainer König genommene Auszeit bewirkte für die verbleibenden 6 Minuten des Spiels keinerlei Änderung mehr – die MT behauptete die Neun-Tore-Führung bis zum Abpfiff. Bis dahin konnten sich auf beiden Seiten jeweils noch einmal die Torhüter mit Glanzparaden auszeichnen (Kelentric gegen den freistehenden Veta, Bozic gegen den frei stehenden Schweikardt). Die Schlusspunkte setzten dann für die MT Milan Torbica – mustergültig von Allendorf bedient – mit dem Tor zum 35:25 und auf Seiten der TSG der 19-Jährige Alexander Becker mit dem 35:26. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Thomas König: Glückwunsch an den Kollegen Roth und seine Mannschaft zum über 60 Minuten gesehen verdienten Sieg. Wir konnten leider nur in den ersten 20 Minuten mithalten. Die Abwehr war heute keine große Unterstützung für unsere Torleute. Beim stand von 24:20 in der zweiten Hälfte hatten wir noch einmal leichte Hoffnung, aber gegen Ende haben ein paar Spieler wohl nicht begriffen, dass das Torverhältnis auch noch wichtig werden kann. Wir wissen, dass wir gegen eine Mannschaft wie die MT Melsungen nur an einem absoluten Sahnetag bestehen können.

Michael Roth: Ich bin sehr glücklich über Spiel und Ergebnis. Zumal wenn man bedenkt, wie wichtig die Partie war. Das waren absolute Big Points im Kampf um den Klassenerhalt gegen einen direkten Konkurrenten. Man hat sehen können, wie gut wir uns auf den Gegner eingestellt haben. Meine Mannschaft hat nicht nur kämpferisch, sonder auch spielerisch überzeugt. Ein Sieg in dieser Höhe ist natürlich auch für die Nerven immer gut. Jetzt sind wir in der Pflicht, genauso konzentriert weiterzuarbeiten. Was nicht einfach ist, weil immer wieder längere Pause sind. Mit dem Sieg sind wir auf Platz 12 gerutscht. Unser Ziel muss sein, den jetzt bis zum Ende der Saison zu behalten.

Statistik

MT Melsungen: Kelentric (14 P.), Feshchanka (bei zwei 7m, 0 P.) – Brovka, Schöngarth 1, Mansson, Klimovets, Schweikardt, Torbica 1, Vasilakis 9, Danner 2, Sanikis 4, Karipidis 9/1, Allendorf 4, Vuckovic 5, Dacevic, Sania.

TSG Friesenheim: Klier (4 P.), Bozic (5 P.) – Grimm, Kogut 6/1, Bozovic 3, Dietrich 1, Müller, Brand, Pevnov 2, Hauk 3, Matschke 2/1, Ancsin, Ruß 2, Veta 1, Becker 2, Dissinger 4.

SR: Holger Fleisch (Ostfildern) / Jürgen Rieber (Nürtingen).

Zeitstrafen: 4 – 4 (Vasilakis 10:42, Karipidis 38:30 – Kogut 46:18, Bozovic 48:59)

Strafwürfe: 1/1 – 5/2 (Grimm scheitert an Kelentric, 11.; Matschke wirft an den Pfosten, 27.; Matschke scheitert an Kelentric, 34.)

Zuschauer: 1.988, Rothenbach-Halle Kassel



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