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Hauptversammlung der Borkener Feuerwehren

Achim Hilgenberg neuer Stadtbrandinspektor der Großgemeinde

Borken. Achim Hilgenberg von der Freiwilligen Feuerwehr Singlis/Lendorf ist neuer Stadtbrandinspektor der Stadt Borken. Damit löste er Bernhard Stirn ab, der auf eine Wiederwahl nach 25 Jahren ehrenamtlicher Zeit als Stadtbrandinspektor verzichtete. Als Stellvertreter wurden gewählt: Holger Raude von der Kernstadt-Wehr und Lars Bax von der Freiwilligen Feuerwehr Kerstenhausen. Sie sind jetzt die Führungsspitze der 13 Einsatzabteilungen der Großgemeinde. 203 Frauen und Männer aus den Einsatzabteilungen, dazu passive Mitglieder aus Alters- und Ehrenabteilungen, konnten Bürgermeister Bernd Heßler, Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn, Kreisbrandinspektor Werner Bähr und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Dieter Ide zur Hauptversammlung im vollbesetzen Saal des Hotel am Stadtpark-Bürgerhaus begrüßen.

2.000 Mitglieder
Nackte Statistik, hinter der sich jede Menge ehrenamtliche Arbeit verbirgt, zählte Bernhard Stirn in seinem letzten Bericht als Stadtbrandinspektor auf: 286 Frauen und Männer in den 13 Einsatzabteilungen der Großgemeinde, 218 Jugendliche in elf Jugendfeuerwehren, 112 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung und rund 2.000 Mitglieder in 15 Feuerwehrvereinen. 57 Mitglieder der Einsatzabteilungen besuchten mit Erfolg Lehrgänge zur Aus- und Weiterbildung. Hinzu kommen 43 Teilnehmer aus Erste-Hilfe-Lehrgängen. 93 Feuerwehrleute stellten ihre uneingeschränkte Atemschutztauglichkeit auf Atemschutzübungsanlagen unter Beweis. Zu 150 Einsätzen, davon 32 Brandeinsätze und 96 technische Hilfeleistungen, rückten die freiwilligen Brandschützer aus. Bei den Einsätzen konnten vier Personen nur tot geborgen werden, acht Personen rettete man das Leben. 29.000 Dienststunden ehrenamtliche Arbeit leisteten die Borkener Feuerwehren, weitere 13.475 Stunden wurden in die Jugendarbeit investiert.

Warten auf digitales Funknetz
Bernhard Stirn ging auf durchgeführte Beschaffungen von technischem Gerät sowie von Dienst- und Schutzbekleidung ein und erwähnte Baumaßnahmen an den Feuerwehrhäusern in Arnsbach, Singlis, Kleinenglis, Kerstenhausen und Trockenerfurth. Dringend erneuerungsbedürftig sei das analoge Funksystem. Die Wartezeit auf das neue digitale Funknetz erweise sich als wahre Reparaturschlacht. Kritik übte Bernhard Stirn am immer noch vorhandenen Kirchturmdenken in so manchen Köpfen und setzte auf eine schnelle Lösung bei den Führerscheinproblemen zum Fahren der schweren Einsatzfahrzeuge. Vor seinem Dank an viele Kameraden aus 25 Jahren als Stadtbrandinspektor hob er noch mahnend den Finger: „Es wird den freiwilligen Feuerwehren immer mehr zugemutet. Je mehr andere staatliche Einrichtungen sich zurückziehen, umso mehr schiebt man diese Arbeiten der freiwilligen Feuerwehr zu. Das kann so auf Dauer nicht weitergehen.“

Persönlicher Rückblick
Der scheidende Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn ließ es sich nicht nehmen ein Resümee auf 25 Jahre Dienstzeit als Stadtbrandinspektor zu ziehen. Persönliche Emotionen gehörten dazu, spontan begleitet von stehendem Applaus der Feuerwehrkameradinnen und Kameraden. Höhen und Tiefen, Erfolge und Enttäuschungen kamen zur Sprache. Das gemächliche und gemütliche der ersten Jahre wurde verdrängt durch hohe Anforderungen, gestiegene Belastungen und enormer Verantwortung. Und in fast allen Bereichen stehe heute das Geld an erster Stelle. „Aber auch damals war man schon immer in eine große, geschlossene Feuerwehrfamilie eingebettet. Das hat sich bis heute nicht geändert.“

Neuer Stadtjugendfeuerwehrwart ist seit dem 1. April Alexander Wilhelm aus Kerstenhausen. Sein Vorgänger Tobias Hiebsch berichtete von einem ereignisreichen Jahr 2010 in den Jugendfeuerwehren. „Das Hobby Feuerwehr ist längst nicht immer nur ein Hobby, aber ein Hobby, das Spaß macht.“

Gefährliche Arbeit
Aufmerksam verfolgte Bürgermeister Bernd Heßler die beeindruckenden Berichte, die verdeutlichten, welch gute Arbeit in den Wehren geleistet wird. „Wir wissen, was die Feuerwehren leisten, wir wissen, was wir an Euch haben,“ stellte er fest. „Wer Großbrände oder schwere Unfälle miterlebt hat, dem wird bewusst, welch gute aber auch gefährliche Arbeit geleistet wird.“ Trotz rückläufiger Zahlen in den Einsatzabteilungen lobte Bürgermeister Bernd Heßler das beispielhafte Engagement in der Jugendarbeit. In die Einsatzfähigkeit der Wehren investierte die Stadt Borken unter anderem 280.000 Euro für ein neues Hilfeleistungstanklöschfahrzeug und 70.000 Euro für einen modernen Einsatzleitwagen. Ein Antrag für die Beschaffung eines Rettungs-Transportbootes mit Kosten von 40.000 Euro sei gestellt. Weitere 330.000 Euro sind in den Jahren 2012 und 2013 als Investition in den digitalen Funk notwendig. Kurz erwähnte Bürgermeister Bernd Heßler abgeschlossene, angelaufene und anstehende Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern in Singlis, Arnsbach, Trockenerfurth, Kerstenhausen, Freudenthal und Gombeth. Die Lösung des Problems zur Führung der Wehr in Pfaffenhausen bereite ihm nach wie vor Sorgen. Zwei wichtigen Themen, dem Motivations- und demografischen Wandel in der Gesellschaft, müsse man ein besonderes Augenmerk widmen.

Kameradschaft und Befehlsebene
Mit Geld sei zwar viel zu regeln, so Kreisbrandinspektor Werner Bähr, doch für den Umgang mit engagierten ehrenamtlichen Frauen und Männer gilt es eine kameradschaftliche Form zu finden. Die Veränderungen in der Gesellschaft, die nachlassende Bereitschaft zur ehrenamtlichen Arbeit, muss Auftrag sein, um Mittel und Wege zu finden, um junge Menschen an die Feuerwehren heranzuführen. „Der Verlust von Wehren in Orts- oder Stadtteilen wird verlängerte Hilfeleistungsfristen zur Folge haben“, warnte Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Die Mitgliedschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr bedeute gelebte Kameradschaft aber auch strenge Befehlsregeln. Dies gelte es stets zu beachten.

Ehrungen und Beförderungen
Folgende Ehrungen und Beförderungen wurden in der Hauptversammlung vollzogen: Eisernes Leistungsabzeichen: Andreas Spanknebel; Bronzene Leistungsabzeichen: Alexander Wilhelm, Ephraim Möser, Florian Landgrebe (alle Kerstenhausen); Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande für 25 Jahre aktiven Dienst: Ralf Krecks, Jochen Haase, Sascha Heider, Thomas Weis (alle Borken), Martin Jankowski, Lars Nitsch (beide Singlis), Rainer Gutberlet, Markus Swoboda, Markus Warnecke (alle Trockenerfurth). Katastrophenschutz-Medaille in Bronze: Lars Knigge (Borken). Florian-Medaille in Silber: Stefan Wiegand (Kerstenhausen).

Befördert wurden: Löschmeister: Christin Plein (Borken), Sören Most (Großenenglis), Thomas Streitmatter (Gombeth). Oberlöschmeister: Frank Israel, Oliver Klatte, Thomas Schedler (alle Borken), Christoph Lohr (Arnsbach). Hauptlöschmeister: Peter Nagel (Pfaffenhausen), Simon Appel (Kleinenglis), Edgar Rose (Freudenthal). Brandmeister: Oliver Batz (Borken), Stefan Wiegand (Kerstenhausen). Oberbrandmeister: Lars Bax (Kerstenhausen).

Ernennungsurkunden erhielten: Markus Döring (Wehrführer Kleinenglis), Dieter Möller (stv. Wehrführer Kleinenglis), André Kalb (Wehrführer Dillich). (sb)



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