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Medaillenregen für MT-Leichtathleten in Friedberg

Friedberg/Melsungen. Die Leichtathleten der MT 1861 Melsungen haben sich bei den hessischen Jugendmeisterschaften der U18 in Friedberg mit drei Siegen, vier zweiten Plätzen und einen dritten Rang über Erwarten gut geschlagen. Damit haben sie auch gezeigt, dass sie in der Konkurrenz der hessischen Spitzenkönner absolut bestehen können, obwohl keiner der MT-Athleten für diese Saison in einen HLV-Kader berufen wurde. Nachdem Karolin Siebert mit ihrem Superlauf über 400 Meter und dem Landestitel in 59,38 Sekunden für die einzige Medaille am ersten Tag sorgte, vollzog sich die ereignisreiche Wende bereits am Morgen des zweiten Tages. Als Marie Wagner im 800 Meter-Lauf mit ihrer Jahresbestzeit von 2:23,50 Minuten die Silbermedaille erkämpfte,  hatte die Trendwende schon eingesetzt. Fünf  Stunden später sicherte sich die Melsunger Athleten innerhalb von 30 Minuten weitere sechs Medaillen und machten die Zeit zwischen 15.30 und 16 Uhr zu einer MT-Time.

Zunächst holte sich Henri Alter im Speerwerfen die Silbermedaille, um anschließend mit seinem letzten Sprung noch Gold im Dreisprung zu gewinnen. In diesem Wettbewerb sorgte Sebastian Ludwig mit seiner Bronzemedaille für die Überraschung des Tages.  Zur gleichen Zeit krönten Karolin Siebert und Marie Wagner im 400 Meter-Hürden-Finale ihre Leistungen nicht nur mit Gold und Silber, sondern stellten auch zwei persönliche Rekorde auf. Unmittelbar nach diesem Super-Rennen der beiden MT-Teenager war es Tobias Stang, der im 400 Meter-Hürdenlauf der männlichen Jugend zu überzeugen wusste und die überraschendste Silbermedaille des Tages gewinnen konnte.

Die acht Melsunger Jugendlichen, die in diesen beiden Tagen in Friedberg starteten, waren auf die Minute top-fit und stellten in den zehn Wettbewerben zehn persönliche Jahresbestleistungen auf. Das MT-Team zeigte bei diesen Landesmeisterschaften, dass die oft gestellte Frage, warum der Traditionsverein in den letzten Jahren in der Jugend- und Juniorenklasse so wenige oder manchmal sogar keine Sieger stellte, in Friedberg längst nicht mehr zu stellen brauchte. HLV-Ehren-Vizepräsidentin Margret Lehnert aus Pfungstadt gratulierte Alwin J. Wagner zu diesem großartigen Erfolg und betonte, dass auch kleine ländliche Vereine bei einem richtigen Engagement der Trainer den Großvereinen Paroli bieten können, auch wenn sie keine hauptamtlichen Trainer haben und ihnen auch keine Halle mit einer Rundbahn im Winter zur Verfügung steht.

Um 11.15 Uhr wurde das 800 Meter-Finale der weiblichen Jugend mit 12 Teilnehmerinnen gestartet. Marie Wagner, die sich beim Pfingstmeeting in Baunatal auf 2:25,50 Minuten verbessert hatte, war sich sicher, dass sie bei diesem Finale zwei bis drei Sekunden schneller laufen konnte. Allerdings spielte im Gegensatz zum Vortag das Wetter eine entscheidende Rolle. Bei Temperaturen unter 15 Grad war es zu kalt und Nieselregen waren nicht leistungsfördernd. Aber Marie Wagner glaubte an sich und zog vom Start an mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit los. Bei der 200 Meter-Zwischenmarke, die sie nach 31 Sekunden passierte, hatte sie einen Vorsprung von mehr als fünf Meter herausgelaufen. Auch nach 300 Meter fand sie keinen Widerstand. Für die erste Runde wurden für sie 70 Sekunden notiert. Zwei Sekunden dahinter lief die hohe Favoritin Leonie Weber aus Wiesbaden. Sie hatte bereits am Vortag die 1500 Meter in großartigen 4:54,05 Minuten gewonnen und war in der Lage diese 800 Meter unter 2:20 Minuten zurückzulegen. In der zweiten Runde drehte sie auf und kam Marie Wagner bei jedem ihrer Schritte etwas näher. So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie eingeholt wurde. 300 Meter vor dem Ziel war es soweit. Während Marie Wagner die 600 Meter in 1:46 Minuten zurückgelegt hatte, war Leonie Weber bereits zwei Sekunden früher an dieser Zwischenmarke. Als Marie Wagner aus der letzten Kurve recht locker auf die Zielgerade lief stand ihr zweiter Platz fest. Obwohl die Französin Amelie Svensson aus Obereschbach auf den letzten Metern noch beschleunigen und sich damit aus einem Pulk lösen konnte, bedeutete sie keine Gefahr für die Jugendliche aus Gensungen. Leonie Weber siegte in 2:20,45 Minuten, Marie Wagner verbesserte sich als Zweite auf 2:23,50 Minuten und Amelie Svensson sicherte sich in 2:26,47 Minuten die Bronzemedaille. Madita Alter LG Baunatal, die bei den nordhessischen Meisterschaften nur knapp hinter Marie Wagner als Zweite die Ziellinie überquerte, blieb in Friedberg als Zehnte in 2:31,64 Minuten über acht Sekunden hinter der Landes-Vizemeisterin zurück.

Am Nachmittag, als der Himmel immer noch seine Schleusen geöffnet hatte, war MT-Time von 15.30 bis 16 Uhr. Um diese Zeit begann sowohl das Speerwerfen als auch der Dreisprung. Henri Alter, der in beiden Wettbewerben eine Chance, zumindest auf die Silbermedaille hatte,  musste ständig hin und herlaufen und seine Schuhe wechseln.

Das Schöne an der Leichtathletik ist, dass sie immer wieder voller neuer Überraschungen ist. Sebastian Ludwig reiste als dritter Melsunger Dreispringer mit einer Jahresbestweite von 11,89 Meter nach Friedberg und war von der Bestenliste her eigentlich nur dazu da, die Staffage für die höher notierten Athleten zu bilden. Schließlich waren  sechs Springer bereits 12 Meter und mehr gesprungen. Aber im Wettkampf schmolzen diese Differenzen. Während Sebastian Ludwig über sich hinaus wuchs, erreichten die anderen Dreispringer  – mit Ausnahme von  Repp und Alter –  nicht ihre Spitzenwerte. Und Sebastian Ludwig tat genau das Richtige: Mit einem guten ersten Sprung von 12,16  Meter stand seine Position im Endkampf schon früh fest.  Henri Alter (11,92 Meter) und Tobias Stang (11,84 Meter) hingegen hatten im ersten Durchgang einen zu niedrigen Einstand.  Felix Repp aus Langgöns, der mit 13,20 Meter gemeldet war, begann mit 12,76 Meter, steigerte sich im zweiten Durchgang auf 12,81 Meter und landete im vierten Versuch bei 12,96 Meter. Er sah wie der sichere Sieger aus, denn Henri Alter hatte bis dahin gerade einmal 12,31 Meter geschafft und wurde im fünften Versuch von Sebastian Ludwig mit 12,32 Meter sogar auf Platz drei verdrängt. Felix Repp meldete sich als vermeintlicher Sieger vom Wettkampf ab und verzichtete auf die beiden letzten Sprünge, da er wie Tobias Stang, noch am 400 Meter-Hürdenlauf teilnahm.

Im fünften Durchgang steigerte sich der Melsunger auf 12,87 Meter und lag nur noch neun Zentimeter hinter dem Führenden aus Langgöns. Als der letzte Versuch im Dreisprung aufgerufen wurde, hatten die 400 Meter-Hürdenläufer das Ziel erreicht. Während Repp auf seinen letzten Sprung verzichtete, imponierte Tobias Stang, der bis dahin mit 11,91 Meter nur auf Rang sechs gelegen hatte.  Obwohl er noch den Rundenlauf mit den zehn Hürden in den Beinen spürte, verbesserte er sich  auf 12,25 Meter und kam bis auf sieben Zentimeter an Tobias Ludwig heran. Nach diesem Sprung durfte sich Tobias nicht nur über seine erste Bronzemedaille bei einer HLV-Meisterschaft freuen, sondern hatte mit einer Steigerung um 43 Zentimeter auch die Norm für die Süddeutschen Meisterschaften erreicht.

Fünf Durchgänge lang sah es so aus, als seien die 12,96 Meter, die Felix Repp vorgelegt hatte, für eine Barriere für die anderen Dreispringer geworden. Sie mühten und mühten sich, aber diese Weite von knapp 13 Meter blieb unangetastet. Als Henri Alter zu seinem letzten Sprung antrat, hatte er es in der Hand. Bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen konnte er Repp, der bis dahin mit 13,20 Meter vor ihm lag, noch um fünf Zentimeter überflügeln. Bei miserablen Bedingungen lief der 16-Jährige an, wurde kurz vor dem Absprung noch langsamer, weil er das Tempo herausnahm, um den letzten Sprung nicht überzutreten. Dann holte er zum endgültigen und entscheidenden Schlag aus  und landete bei 13,11 Meter. Das bedeutete die Goldmedaille, eine neue HLV-Jahresbestweite und nach seinem Sieg in der Halle den zweiten Titel im Dreisprung im Jahr 2012. Bei der anschließenden Siegerehrung standen zwei Melsunger auf dem Podestplätzen, und Tobias Stang als Vierter sorgte für den Melsunger Triumph in dieser Disziplin.

Das Speerwerfen könnte mit folgendem Satz umschrieben werden: Karl Westphal aus Wanfried kam, sah und siegte, denn der 17-Jährige meldete nach seinem 53 Meter-Wurf von Obersuhl noch nach. Und so nahm der Wettkampf seinen erwarteten Verlauf. Der Freund von Henri Alter begann mit 53,82 Meter und drückte sofort diesem Speerwurffinale seinen Stempel auf. Henri Alter hatte sich vorgenommen, über 50 Meter zu werfen, aber er  zeigte sich übernervös und kam mit seinem ersten Versuch nur auf 46,77 Meter.  Was dann folgte, spottet jeder Beschreibung, denn nachdem er beim Abschlusstraining aus dem kurzen Anlauf über 53 Meter geworfen hatte, ließ er in Friedberg den Speer nach 48,19 Meter nur noch auf 44,84 und 40,96 Meter segeln.

Im letzten Durchgang, als Karl Westphal mit einem wuchtig ausgeführten Wurf seine Führung auf 54,80 Meter ausgebaut hatte und Henri Alter unmittelbar nach seinem Sieg im Dreisprung zur Speerwurfanlage im Laufschritt eilte, da bestätigte er mit einer Steigerung auf 50,27 Meter sein Talent auch in diesem Wettbewerb. Henri Alter und seine mitgereisten Eltern durften sich freuen, denn innerhalb von fünf Minuten holte er Gold und Silber. Die Bronzemedaille sicherte sich Sven Bergfeld aus Salmünster mit 48,13 Meter.

Noch während das Speerwerfen und der Dreisprungwettbewerb der männlichen Jugend lief, wurde die hessische Jugendmeisterin über 400 Meter-Hürden ermittelt. Nach ihrem großartigen Sieg über 400 Meter war natürlich Karolin Siebert die absolute Favoritin in diesem Rennen. Auch Marie Wagner, die sich fünf Stunden vorher über 800 Meter mit Jahresbestzeit die Silbermedaille holte, meldete Ambitionen für eine Medaille an. Unmittelbar nach dem Startschuss drehte Karolin Siebert auf und nach der ersten Kurve zeichnete sich beinahe von Schritt zu Schritt ihre Sonderstellung in diesem Wettbewerb ab. Im Ziel hatte sie fast zwei Sekunden Vorsprung und lief mit 65,48 Sekunden erneut persönliche Bestzeit. Damit blieb sie zum dritten Mal unter der Qualifikationszeit für die deutschen Jugendmeisterschaften.

Nach der Hälfte der Strecke ahnte man es, am Ziel wusste man es:  Marie Wagner beeindruckte nicht nur mit ihrer neuen Bestzeit von 67,45 Sekunden, sondern sie sorgte in dieser Disziplin für einen Melsunger Doppelsieg und holte sich die zweite Silbermedaille an diesem Tag. Wie überlegen dieses Melsunger Duo in Friedberg auftrat, kann man an den Zeiten der anderen Endlaufteilnehmer ablesen: Platz drei ging an Kim Medlnijk von der LG Odenwald in 69,50 Sekunden. Auf dem vierten Rang lief Hannah Becker vom TV Elz nach 70,23 Sekunden über die Ziellinie. Die höher eingeschätzte Nadine Luthardt von der LG Wetzlar benötigte 70,71 Sekunden und Nora Eisenberg (Bad Sooden-Allendorf) belegte mit 71,09 Sekunden den sechsten Platz.

Als letzter Wettbewerb dieser Meisterschaften stand der 400 Meter-Hürdenlauf der männlichen Jugend auf dem Programm. Tobias Stang, der im Training diese Strecke knapp unter 63 Sekunden gelaufen war und dem noch vier Versuche vom Dreisprung in den Beinen steckten,  lieferte ein hervorragendes Rennen ab. Felix Repp, der sich mit 57,57 Sekunden bereits für die deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert hatte, legte auch in diesem Finale ein sehr starkes Rennen vor. Allerdings hielt er nur 300 Meter durch. An der vorletzten Hürde passierte das Unglück. Der Jugendliche aus Langgöns, bis dahin mit einem großen Vorsprung unterwegs, kam beim Überlaufen der Hürde unglücklich auf, rutschte weg und stürzte. Die Gunst der Stunde nutzte Alexander Atkins aus Bad Homburg und lief als Sieger nach 57,65 Sekunden über die Ziellinie. Tobias Stang mobilisierte auf der Zielgeraden seine letzten Kräfte und kam nach großartigen 60,71 Sekunden ins Ziel. Er wurde dafür mit der Silbermedaille belohnt und hinterließ in diesem Wettbewerb einen ausgezeichneten Eindruck.

„Drei Goldmedaillen, viermal Silber und einmal Bronze, dazu zehn Bestleistungen, einfach großartig, wie sich die Jugendlichen der MT Melsungen in Friedberg geschlagen haben“, zog Alwin J. Wagner ein Fazit.  So kann es in den nächsten Wochen weitergehen. (ajw)



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