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Stefanie Klein gewinnt Silber im Fünfkampf

Friedberg/Melsungen. Nach der Bronzemedaille im Fünfkampf der männlichen Jugend durch Henri Alter, wollten Stefanie Klein und Katharina Wagner ihrem Trainingspartner nacheifern. Julia Klute  wollte in der Vielseitigkeitsprüfung zumindest einen Platz in den TOP-TEN erreichen. Allerdings sollte man, bevor die sportlichen Leistungen im einzelnen würdigt werden, noch einmal die Organisation kritisch überdenken, denn diese Mehrkämpfe müssen beim nächsten Mal besser organisiert werden. Eine Veranstaltung wie das Landesturnfest, bei dem in so vielen Wettbewerben gleichzeitig um Punkte gekämpft wird, lebt davon, dass alle Beteiligten, Aktive, Betreuer, Zuschauer und Berichterstatter möglichst schnell und oft mit den Zwischenständen unterrichtet werden.  In Friedberg war man verloren, wenn man sich auf offizielle Informationen verlassen hatte. Jeder war gut beraten, mitzuschreiben, mitzurechnen und zu hören, was die anderen mitgeschrieben und mitgerechnet hatten. Aber man sollte nicht den Männern und Frauen des Hessischen Turnverbandes Vorwürfe machen, die an Ort und Stelle die Veranstaltung vorbereitet hatten und ausrichteten. Sie taten was sie konnten, und das war sicher mehr, als man allgemein als zumutbar ansehen kann.

Der Fünfkampf der weiblichen Jugend brachte einen spannenden Kampf um Gold, Silber und Bronze; einen Kampf, der nicht spannender gedacht werden könnte und der erst im letzten Wettbewerb auf der Zielgeraden entschieden wurde. Es gab zwei großartige Favoritinnen: Sarah Weckbecker aus Lieblos und Jasmin Kapaun aus Hartenrod, und beide sollten sich am Ende auch durchsetzen.

Die Vielseitigkeitsprüfung begann mit dem Schleuderballwerfen. Die Wettkämpferinnen schienen überrascht zu sein, als sich Annalena Mickel aus Glauberg mit wunderschönen Würfen – ihr bester Wurf wurde mit 43,35 Meter gewertet – an die Spitze des Feldes setzte. Während S. Weckbecker auf 38,70 Meter kam, wurde der beste Wurf von J. Kapaun mit 34,77 Meter gemessen. Stefanie Klein überraschte mit zwei schönen Drehungen und kam mit der neuen Bestweite von 32,27 Meter in die Wertung. Katharina Wagner, die bereits vor drei Jahren über 30 Meter werfen konnte, zeigte in dieser Disziplin keine Fortschritte und erzielte nur 26,49 Meter. Julia Klute, die im Training meistens bei 20 Meter hängenblieb, steigerte sich in Friedberg auf 25,89 Meter.

Als zweiter Wettbewerb stand das Kugelstoßen auf dem Programm. Mit 11,67 Meter wurde Weckbecker ihrer Favoritenrolle gerecht und setzte sich mit 22,73 Punkten klar von den Verfolgern Annalena Mickel (22,04 Punkte), Stefanie Klein (19,11 Punkte) und Jasmin Kapaun (18,98 Punkte) ab. Katharina Wagner, die sich auf gute 10,07 Meter verbessern konnte, lag nach zwei Wettbewerben mit 17,64 Punkten nur auf Rang sieben und hatte den Anschluss an die Spitze verloren. Julia Klute fiel durch einen ganz schwachen Kugelstoß von 5,53 Meter auf den letzten Platz (12,93 Punkte) zurück.

Im Weitsprung hoffte Katharina Wagner wieder zur Spitzengruppe aufschließen zu können, aber der Anlauf klappte dieses Mal  nicht so wie erwartet.  Sie hatte zwar die Herausforderung angenommen und gleich im ersten Durchgang 4,99 Meter erzielt, aber weiter kam sie nicht mehr. Stefanie Klein, die sich vorher im Kugelstoßen auf 9,86 Meter verbessert hatte, traf ebenfalls nicht das Absprungbrett und kam mit 4,71 Meter in die Wertung. Mit 3,99 Meter behielt  Julia Klute im Fünfkampf auch nach drei Wettbewerben die rote Laterne.  Sarah Weckbecker erlitt mit 4,54 Meter einen leichten Einbruch, blieb aber dennoch mit 32,72 Punkten an der Spitze. Jasmin Kapaun überraschte mit 5,28 Meter und kam bis auf 2,12 Punkten an die Führende heran. Annalena Mickel verlor durch ihren Sprung von 4,20 Meter einiges an Boden und hatte nach drei Wettbewerben nur noch 1,81 Punkte Vorsprung vor Stefanie Klein. Als vierter Wettbewerb stand der Sprint über 100 Meter auf dem Programm. „Ich wusste, dass ich nach dem schwachen Schleuderballwurf kaum noch eine Chance auf eine Medaille hatte, aber ich dachte mir, versuche es doch einmal. Ich bin gesprungen und gerannt, so gut ich konnte!“, sagte Katharina nach dem 100 Meter-Lauf, wo sie mit der Jahresbestzeit von 13,24 Sekunden die schnellste Zeit aller Mehrkämpferinnen lief. Nach vier Wettbewerben hatte sie 40,85 Punkte und lag damit plötzlich um 0,34 Zähler vor Stefanie Klein, die die 100 Meter in 13,89 Sekunden zurück gelegt hatte. Jasmin Kapaun war mit 13,88 Sekunden nur um einen Wimpernschlag schneller als Stefanie, die nach vier Übungen 40,51 Punkte gesammelt hatte. Sarah Weckbecker wurde nur in 14,20 Sekunden gestoppt, behielt aber mit 43,24 Zählern die Pole-Position. Enttäuschend die Vorstellung von Annalena Mickel, die nach 14,52 Sekunden immer noch mit 41,28 Punkten  auf Rang drei lag. Aber die beiden Melsunger Mädchen kamen ihr immer näher.  Für Julia Klute blieb die elektronische Uhr bei 14,75 Sekunden stehen, so dass sie nach vier Wettbewerben auf 31,35 Punkte kam.

Der abschließende 1000Meter-Lauf wurde mit Spannung erwartet.  Dieser Lauf der Mehrkämpferinnen der U18 sollte kurz nach 12 Uhr als erster gestartet werden. Aber was dann kam, spottet jeder Beschreibung.  Nachdem sich die Jugendlichen auf der Bahn aufgestellt hatten, wurde das Startsignal nicht frei gegeben, so dass nicht gestartet werden konnte. Eine Stunde später wurden die anderen Altersklassen auf die Reise geschickt und die Mehrkämpferinnne der U18 schlichtweg vergessen. Immer wieder mussten sich die Läuferinnen mental vorbereiten und sich durch gymnastische Übungen fit halten. Endlich, fast zwei Stunden später, als niemand mehr mit einem Start gerechnet hatte, wurde ihr Lauf gestartet. Stefanie Klein hatte es in der Hand, sich in die Medaillenwertung zu laufen, denn Annalena Mickel, die bis dahin auf einem Bronzerang lag, machte bereits über 100 Meter keine gute Figur. Das frühere Melsunger Mittelstrecken-Ass legte die erste Runde in 80 Sekunden zurück und hatte bereits einen größeren Vorsprung herausgelaufen. Katharina Wagner überraschte nach der ersten Runde, denn sie lag mit 85 Sekunden noch vor Julia Klute, die die ersten beiden 400 Meter-Teilstrecken in jeweils in 90 Sekunden anlaufen sollte, um im Schlussdrittel noch einmal richtig aufzudrehen. Nach 800 Meter  hatte Stefanie Klein 2:50 Minuten vorzuweisen. Jasmin Kapaun kämpfte, denn sie wusste, dass sie nicht mehr als 15 Sekunden auf Stefanie Klein verlieren durfte. Julia Klute hatte inzwischen Katharina Wagner eingeholt und wurde bei der 800 Meter-Zwischenmarke mit genau drei Minuten gestoppt. Damit lief sie genau die vorgegebene Zeit und war  nun in der Lage, die letzten 200 Meter noch unter 38 Sekunden zu laufen. Vorne ging die Post ab, denn Stefanie Klein spurtete das letzte Drittel der Strecke in 38 Sekunden und erreichte nach ganz starken 3:27,72 Minuten das Ziel. Julia Klute überholte auf der Zielgeraden Jasmin Kapaun und kam als Zweite nach 3:37,05 Minuten ins Ziel.  J. Kapaun fightete unter den Anfeuerungsrufen ihres Teams bis zum Schluss und blieb 14,23 Sekunden hinter Stefanie Klein, so dass sie in der Mehrkampfwertung ganze 0,07 Punkte Vorsprung hatte und somit bei der Siegerehrung mit Silber dekoriert werden konnte.  Sarah Weckbecker kämpfte sichtlich bis zur Erschöpfung und wurde mit 3:49,45 Minuten notiert.

Für eine positive Überraschung sorgte Katharina Wagner, die diesen abschließenden 1000 Meter-Lauf  als Vierte  nach 3:46,44 Minuten beendete und mit 49,84 Punkten im Mehrkampf auf den vierten Rang landete, weil Annalena Mickel  mit 3:59,59 Minuten wieder einige Punkte abgeben musste. Julia Klute belegte am Ende – dank ihres guten 1000 Meter-Laufs – mit 41,02 Punkten Platz acht in der Gesamtwertung und erfüllte damit ebenfalls das Ziel, einen Platz unter den TOP-TEN zu belegen. (ajw)



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