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Hephata: Bio ist nicht gleich Bio

Jesberg. Vergnügt grunzend wälzt sich eine Sau im Außengelände ihres Stalls im frischen Stroh, munter gackernd laufen die Hühner über die Wiese und pieken hier und dort nach Futter. Es gibt sie wirklich, die konsequent artgerechte Tierhaltung auf dem Bio-Bauernhof. Zum Beispiel auf dem Hofgut Richerode in Jesberg, das von der Hephata Diakonie bewirtschaftet wird. Rund 60 Menschen mit Behinderung sind dort beschäftigt, angeleitet werden sie von etwa zehn Mitarbeitenden. Sie alle laden am 30. September zu einem Erntedankfest auf den Hof ein.

„Das Fest ist eine gute Gelegenheit für interessierte Besucher, unseren Hof näher kennen zu lernen“, sagt Betriebsleiter Frank Radu. Gerne gewähren die Mitarbeitenden auch an diesem Tag Einblicke in die Abläufe auf dem Hofgut Richerode. „Transparenz ist uns wichtig, nur so entsteht Vertrauen in artgerechte Tierhaltung und Qualität“, betont der Landwirtschaftsmeister.

Dass Qualität in der Bio-Landwirtschaft ihren Preis hat, hat einmal mehr die ARD-Sendung „Exclusiv“ gezeigt, die am Montagabend ausgestrahlt worden ist. In der Sendung wurden Missstände in der Bio-Landwirtschaft angeprangert. Eine Kernaussage der 30-minütigen Dokumentation lautete: „Bio ist nicht gleich Bio.“

„Innerhalb der Bio-Landwirtschaft gibt es große Qualitätsunterschiede“, stimmt  Kurt Dörrbeck zu. Er ist als Leiter des Geschäftsbereichs Soziale Rehabilitation bei der Hephata Diakonie für die verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebe verantwortlich. Sie alle sind vom Bioland-Verband zertifiziert. Dessen Richtlinien gelten als besonders streng. Die Auflagen von Bioland gewährleisten für den Verbraucher in besonderer Ausdrücklichkeit, dass der Erzeugung ein ethisch verantwortlicher Umgang mit der Natur zugrunde liegt.

Was passiert, wenn dem nicht so ist,  hat die ARD-Sendung am Montagabend in drastischen Bildern von geschundenen Hühnern und Schweinen gezeigt. „Billig-Bio“, so die Fernsehdokumentation, hat nicht unbedingt viel gemeinsam mit dem Wunsch vieler Verbraucher nach landwirtschaftlicher Idylle mit glücklichen Tieren und nachhaltigem Ackerbau.

Auf dem Hofgut Richerode indes spielt ein ethisch verantwortlicher Umgang mit der Natur per se eine besondere Rolle. „Es entspricht unserem diakonischen Auftrag, die Schöpfung zu achten“, betont Frank Radu. Vor diesem Hintergrund passen die beiden Arbeitsbereiche Öko-Landwirtschaft und Werkstatt für behinderte Menschen ideal zusammen, findet der Landwirtschaftsmeister. Die rund 60 überwiegend geistig behinderten Menschen gehen auf dem Hofgut Richerode nicht nur irgendeiner Beschäftigung nach, „sie leben mit dem Kreislauf der Natur und lernen bei der Tierhaltung Verlässlichkeit und Regelhaftigkeit kennen“, betont Radu und ergänzt: „Unsere Mitarbeitenden bringen sowohl pädagogisches Geschick als auch landwirtschaftliches Fachwissen ein und wir bilden insgesamt ein engagiertes und eingespieltes Team.“

Das Besondere an den landwirtschaftlichen Betrieben Hephatas ist die Tatsache, dass sie eine komplette regionale Wertschöpfungskette darstellen. Bei der Schweinehaltung etwa bedeutet das, dass die Tiere mit dem selber erzeugten Getreide gefüttert werden. Nach dem Schlachten wird das Fleisch im Hephata-Betrieb „Alsfelder Biofleisch“ verarbeitet und in Eigenregie vermarktet. Eine eigene Vermarktung hat die Hephata Diakonie darüber hinaus auch für Bio-Eier sowie für Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren aufgebaut.

„Es ist ein idyllisches Bild, das sich dem Betrachter auf unseren Bauernhöfen bietet“, sagt Kurt Dörrbeck. Eines räumt er allerdings ein: „Billig ist das nicht. Echte Bio-Qualität hat ihren Preis.“ (red)



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