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Regine Müller zum Thema Fracking: Energie für ein paar Jahre, Schäden für immer

Kassel/Schwalmstadt. Das „Hydraulic-Fracturing-Verfahren“, kurz „Fracking“ genannt, dass die Gewinnung von Erdgas aus unterirdischen Gesteinsschichten ermöglicht, war am Freitag Gegenstand einer öffentlichen Anhörung in Kassel. Bei diesem Verfahren wird ein Gemisch aus großen Wassermengen, Chemikalien und Sand mit hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepresst. Eingeladen hatte der Umweltausschuss des Hessischen Landtags eine Expertenrunde, die das Thema wissenschaftlich beleuchtete. Im Vorfeld der Anhörung hatte vor dem Regierungspräsidium, in dem Politiker und Fachleute getagt hatten, eine Demonstration gegen das Fracking-Verfahren stattgefunden. Bürgerinitiativen, Vertreter der Kreise und Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, Landes- und Bundespolitiker haben eindrucksvoll ihre Ablehnung kundgetan.

„Ich unterstütze den Widerstand aus ganzem Herzen“, so die Landtagsabgeordnete Regine Müller. „Die Anhörung hat sehr klar gezeigt, dass die Risiken beim Fracking unüberschaubar sind und Mensch und Umwelt in unverantwortlicher Weise gefährden. Boden- und Grundwasserbelastung mit giftigen Chemikalien können keinesfalls ausgeschlossen werden. Beim Verfahren können weit über 200 verschiedene Chemikalien verwendet werden, 10-30 pro Probebohrung, jeweils den bestehenden Umständen angepasst. Bis heute gibt es nicht für jede verwendete Substanz ein toxikologisches Gutachten. Vertreter der öffentlichen Wasserversorgung klagten, dass sie teilweise noch nicht einmal wüssten, auf was sie eventuell verunreinigtes Wasser überhaupt untersuchen sollten. Es ist weder auszuschließen, dass  vergiftetes Wasser, das in den Boden gepresst worden ist, wieder an die Oberfläche kommt, noch dass tief im Boden seismographische Ereignisse stattfinden, sprich die Erde  sich absenkt. Schon gar nicht ist die Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen. Und was das im schlechten Fall bedeutet, kann man sich kaum ausmalen.“

Alle Sachverständigen seien sich einig gewesen, dass das Bundesbergrecht dringend modernisiert werden müsse. Bürgerbeteiligung, kommunale Mitsprache und eine verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) müssten bereits Voraussetzung bei der Probebohrung sein. „Nach der heutigen Anhörung ist klar, dass eine Novellierung des Bergrechts zwingend ist. Frau Umweltministerin Puttrich muss sich fragen lassen, worauf sie noch wartet. Eine Bundesratsinitiative seitens des Landes Hessen ist längst überfällig. Nach den heutigen Erkenntnissen gibt es keinen Grund mehr, dass sich die Landesregierung noch länger Zeit lässt.  Zumal festgestellt wurde, dass die fehlende UVP-Pflicht sogar gegen geltendes EU-Recht verstößt. Hier muss endlich etwas passieren“, sagten Müller und Timon Gremmels, umweltpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion.

Nordhessische Kommunalparlamente, so auch der Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises, hatten sich bereits in der Vergangenheit  mit Resolutionen einmütig gegen Fracking gewehrt. „Ich kann alle Politiker, egal auf welcher Ebene, nur dazu auffordern, bei ihrer Ablehnung zu bleiben. Wenn es Konzerne gibt, die anscheinend mit riesigem Aufwand für wenige Jahre relativ kleine Mengen Gas glauben fördern zu müssen, dann zeigt mir das klar, dass wir den Ausbau der erneuerbaren  Energien voranbringen müssen. Alles andere ist großer Profit für wenige und unabsehbare Schädigungen für alle.“ (red)



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