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Zwei Halbersdorf-Beschäftigte feiern Verlobung

Spangenberg. „Ihr Aussehen hat mir auf Anhieb gefallen, ihr Lachen. Ich dachte, das kann was werden“, erinnert sich Dieter Langenbach (53) an den November vor einem Jahr. Damals lernte er auf einem Betriebsausflug Ingrid Friedl (56) kennen. Am 10. August haben sich die beiden Beschäftigten des Bio-Hofgutes Halbersdorf verlobt – spätere Heirat nicht ausgeschlossen. Elke Stark fiel es schwer, dichtzuhalten. Schließlich war sie die einzige, die von den Plänen von Ingrid Friedl und Dieter Langebach wusste. „Das kommt schon eher selten vor. Ich freue mich für die Beiden“, so Elke Stark. Die Diplom-Sozialpädagogin ist Mitarbeiterin des Bio-Hofgutes Halbersdorf bei Spangenberg und Betreuerin von Ingrid Friedl.

Das Hofgut gehört zur Sozialen Rehabilitation Hephatas. Dort leben stationär im Wohnhaus 35 Frauen und Männer mit Abhängigkeitserkrankungen, weitere 20 Menschen wohnen in Wohnungen des angegliederten Betreuten Wohnens in der Umgebung.  20 Mitarbeitende unterstützen die Bewohner, gemeinsam bewältigen sie die Arbeit auf dem landwirtschaftlichen Gut. 50 Klienten arbeiten im Kartoffelschälbetrieb, der Schweine- und Rinderzucht sowie in der Bewirtschaftung von Grünland. Dass Ingrid Friedl (56) und Dieter Langenbach zusammen fanden, hätte vor einem Jahr noch keiner von beiden gedacht.

Die 56-Jährige wohnt seit viereinhalb Jahren in Felsberg und ist seit eineinhalb Jahren im Betreuten Wohnen des Hofgutes. Alkoholprobleme machten die Hilfe der Sozialen Rehabilitation Hephatas notwendig. „Ich hatte meine Scheidung hinter mir und keinen Kontakt mehr zu meiner Familie“, erinnert sich die 56-Jährige. Im Februar dieses Jahres begann sie dann in der Hauswirtschaft des Hofgutes zu arbeiten. Im April wechselte sie in den Kartoffelschälbetrieb. Dort arbeitet ebenfalls Dieter Langenbach. Der 53-Jährige zog im Februar 1997 in das stationäre Wohnen des Gutes, wechselte 2002 in das Betreute Wohnen in Spangenberg. Alkoholprobleme hatten auch sein Leben durcheinander gebracht. Die Trennung von seiner vorigen Freundin war noch nicht verdaut: „Es ging mir schlecht, ich saß nur noch zu Hause. Ich dachte, es ist Schicht im Schacht, dann kam sie und hat mich wachgerüttelt.“ Das Wachrütteln dauerte nach dem Ausflug im November 2011 fünf Monate, dann wurden die Beiden ein Paar. „Ich hatte an dem Tag gerade einen Zahnarzttermin gehabt, vor dem ich große Angst gehabt hatte. Nachdem dort alles gut gelaufen war, habe ich meinen Mut zusammen genommen und Ingrid einfach umarmt“, erinnert er sich. Und das ging gut? „Ja, ich war schon überrascht, dass er mich in den Arm genommen hat. Aber er ist ein netter Mensch. Er gefällt mir“, sagt Ingrid Friedl.

Seitdem verbringen sie viel Zeit zusammen. Sie malen gemeinsam Mandalas, gehen spazieren, betreuen den Hund eines Nachbarn. Am 10. August verlobten sich Ingrid Friedl und Dieter Langenbach in Melsungen. Im Beisein von Elke Stark. Anschließend lud das Paar die Sozialpädagogin zu Kaffee und Torte ein. „Es war den Beiden auch ganz wichtig, dass wir einen Aushang im Haus machen und alle von der Verlobung erfahren“, erinnert sich Elke Stark. Die Verlobungsfeier im Haus war nur eine logische Konsequenz.

Dieter Langenbach: „Wir bauen uns eine neue Zukunft auf. Zusammenziehen wollen wir aber erst mal nicht, dafür fühlen wir uns noch zu unsicher. Wir gehen unsere Beziehung langsam an.“ (me)



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