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Wolfgang Plag scheidet aus der Plag gGmbH aus

Schwalmstadt. Alles hat seine Zeit. Für Wolfgang Plag (62) ist jetzt die des Abschiednehmens dran. Der ehemalige Betriebsleiter der Plag gGmbH hat am 30. Dezember seinen letzten Arbeitstag. „Ich gehe glücklich aus dem Laden, es war ein Stück meines Lebens, aber es ist jetzt gut so“, sagt der 62-Jährige. Seine nächsten Projekte sind die Familie und er selbst. „Alles hat seine Zeit. Der Spruch des Predigers Salomo ist mein Trauspruch und mein Lebensmotto“, sagt Plag. Auch wenn Zeit generell für den Schriftsetzer-Meister und Betriebswirt im Handwerk immer ein knappes Gut war. Sein Beruf war eine Berufung. „Wenn ich es noch mal entscheiden müsste, würde ich mir trotzdem wieder diesen Beruf aussuchen. Ich habe ihn mit Leib und Seele gemacht.“ Und quasi in die Wiege gelegt bekommen.

Sein Vater war Buchbinder, Wolfgang Plag half schon als Kind im Geschäft seines Vater aus. In dieser Zeit entstand auch sein Kontakt zu Hephata: Sein Vater beschäftigte schon damals Bewohner der Behindertenhilfe.

Nach Schule und Lehre arbeitete Plag in Werbestudios in Stuttgart und Frankfurt, danach in Druckereien in Marburg und Kassel. 1974 machte er sich mit der Druckerei Plag selbstständig, auch hier arbeiteten Hilfskräfte, die in Wohngruppen Hephatas lebten. 1994 wurde die Druckerei Teil der Gena, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Entwicklung neuer Arbeitsplätze, die von Kreis, Stadt und Hephata getragen wurde. Plag wurde Geschäftsführer, aus den ehemals 16 wurden 32 Mitarbeitende, 25 davon waren Menschen mit Behinderungen. „Aber: Alles hat seine Zeit. Das galt auch hier. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so weiter geht“, erinnert sich der 62-Jährige. Er musste kürzer treten, 2008 stieg Hephata in die Geschäftsführung ein, Wolfgang Plag wurde Betriebsleiter. „Das war eine große Entlastung, weil ich mich nicht mehr um den administrativen Teil kümmern musste.“ Genug zu tun gab es trotzdem. „Die Technik hat sich ständig verändert, vom Buchdruck meiner Zeit zum Offsetdruck, vom Bleisatz zum Fotosatz bis hin zum Digitaldruck.“ Und dann kam das Internet, über das man „hau ruck auch Druckprodukte bestellen konnte“. Angesichts dessen sei der persönliche Kontakt zu seinen Kunden, der Service, immer wichtiger geworden. „Ich habe nicht nur Aufträge erfüllt, sondern auch Vorschläge gemacht, Rückmeldungen gegeben, Konzepte entwickelt. Ich habe hinter allen Drucksachen gestanden.“

Seit 1. Oktober stand Plag jetzt hinter Olaf Podszuweit, dem neuen Betriebsleiter der Plag gGmbH, um diesen die Einarbeitung zu erleichtern. Zum 31. Dezember beginnt ein neuer Abschnitt. Zum einen will Plag, der Kirchenvorsteher der evangelischen Kirchengemeinde Franz-von-Roques in Treysa, Mitglied des Kreisdiakonieausschusses und der Kreissynode ist, sich stärker ehrenamtlich engagieren. Und er will mehr Zeit für sein Privatleben, seine Ehefrau – „so weit ich ihr nicht auf den Wecker gehe“ – seine zwei Söhne und zwei Enkelkinder haben. „Meine Enkelin kommt nächstes Jahr in die Schule, ich freue mich schon darauf, mit ihr Hausaufgaben zu machen.“ Und ansonsten? „Mal sehen, alles hat seine Zeit.“ (me)

 

 

 



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