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MT muss sich Rhein-Neckar-Löwen mit 22:27 beugen

Mannheim/Melsungen. Im letzten Spiel des Jahres musste sich die MT Melsungen bei den Rhein-Neckar-Löwen nach 11:14 Halbzeitrückstand mit 22:27 geschlagen geben. Ein zehnminütiger Blackout zwischen der 25. und der 35. Minute, in dem die Hausherren einen sagenhaften 9:1-Lauf hinlegten, entschied das Spiel quasi vorzeitig. Die besten MT-Schützen vor gut 7.000 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena waren Allendorf (5/2), Karipidis (5/5) und Danner (4). Bei den Löwen trafen Schmid (6/5), Sigurmansson (5) und Myrhol (5) am häufigsten.

Die ohne die Verletzten Vasilakis und Vuckovic und mit einem nur bedingt einsatzfähigen Sanikis angereisten Nordhessen begannen in Mannheim mit Mikael Appelgren statt wie zuletzt mit Per Sandström zwischen den Pfosten. Die Außenpositionen besetzten Allendorf (links) und Karipidis (rechts); im Rückraum standen Stenbäcken, Fahlgren und Schröder und am Kreis Danner. Auf der Gegenseite liefen (von links nach rechts) Gensheimer-Ersatz Sigurmansson, du Rietz, Schmid, Myrhol, Petersson und Groetzki auf. Das Tor hütete Stojanovic.

Beide Kontrahenten operierten zunächst aus ihrer standardmäßigen 6:0-Deckung heraus, wobei die Hausherren diese etwas offensiver auslegten als die Gäste. Das Spiel begann verhalten, auch wenn Myrhol schon nach 28 Sekunden das 1:0 für die Löwen markierte. Erst 75 Sekunden später gelang Fahlgren der Ausgleich. Dennoch gehörte die Auftaktphase der Mannschaft von Trainer Gudmundsson. Dem 2:1 durch Petersson ließ nach Fehlwurf von Schröder und erfolgreichem Konter Myrhol das 3:1 folgen (4.). Aber Melsungen ließ sich davon nicht beeindrucken und schloss nach erfolgreichem Karipidis-Strafwurf und einem Fahlgren-Tor wieder auf (3:3, 6.).

Wenig später stellte du Rietz für die Gastgeber auf 4:3. Die nutzten danach jeweils eine Überzahlsituation – Schröder hatte kurz hintereinander zwei Zeitstrafen erhalten – um auf 6:3 zu erhöhen. Aber auch das brachte die MT nicht von der Bahn ab. Den Beweis lieferte sie in Form des Stenbäcken-Treffers in Unterzahl zum 6:4. Und weil der Torschütze von eben kurz darauf mustergültig Danner am Kreis bediente und sich danach Malte Schröder ein Herz nahm, war beim 6:6 (13.) wieder alles offen. Ja mehr noch, die MT übernahm in Person von Schröder sogar die Initiative – der Halbrechte hämmerte das Leder nämlich zum 6:7 in die Maschen. Keine halbe Minute später hätten die Gastgeber ausgleichen können, wenn Schmid beim Siebenmeter gegen den eingewechselten Sandström nicht am Pfosten gescheitert wäre.

Michael Roth sah die Zeit für ein Timeout gekommen. Konzentrierter kamen aber die Gegner aus dieser kleinen Erholungspause zurück. Kim Ekdahl du Rietz erzielte den Ausgleich, dem Danner nach feinem Karipidis-Zuspiel das 7:8 folgen ließ. Der Schlagabtausch wurde bis in die Endphase des ersten Durchgangs fortgesetzt, bis in der 25. Minute Sesum für die Löwen in Unterzahl die 11:10-Führung erzielte. Bis zum Halbzeitpfiff sollten zwar noch vier Tore fallen, doch mehrheitlich für die Löwen. Zunächst vergab der sich an den Kreis davongestohlene Fahlgren frei gegen Stojanovic. Daraufhin fielen zwei Löwen-Treffer zum 13:10. Dann machte der Melsunger Regisseur seinen Fauxpas von vorhin wieder mit einem klugen Anspiel auf den eingelaufenen Allendorf wett – Siebenmeter! Karipidis verwandelte zum 13:11. Dessen Kontrahent Groetzki hatte zwar eineinhalb Minuten später die Gelegenheit, es ihm gleich zu tun, scheiterte aber von der Linie aus an Sandström. Den Melsunger Anschlusstreffer verhinderte die Latte des Löwengehäuses, die beim Gewaltwurf von Stenbäcken im Wege war. Die letzte Torgelegenheit vor dem Halbzeitpfiff nutzte Schmid per Siebenmeter zum 14:11-Pausenstand.

Die Flaute im Melsunger Angriff setzte sich auch in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs fort. Karipidis und Fahlgren scheiterten am zusehends stärker werden Stojanovic – zwischendurch erzielte Petersson das 15:11 (32.), danach du Ritz das 16:11 (33.). Im Gegenangriff wurde ein Vergehen an Fahlgren nicht geahndet, die Löwen leiteten daraus einen Konter ein, den Myrhol zum 16:11 nutzte. Erst vier Minuten waren in dieser zweiten Hälfte gespielt, da nahm Melsungens Coach schon das Timeout. Die erhoffte Wirkung indes blieb aus. Denn nach Wiederaufnahme der Partie gelangen Schmid und wiederum Myrhol die Tore 18 und 19 für die Badener. Dazwischen hatte Karipidis mit einem Pfostenwurf Pech.

Erst dann ließ Stenbäcken den Melsunger Knoten platzen, indem er mit starkem 1:1-Einsatz das Tor zum 19:12 erzielte. Dann ein Melsunger Gegenstoß, Foul an Danner, Siebenmeter durch Karipidis (sein fünfter!) und Tor zum 19:13. War das das Signal der MT zur Aufholjagd? Das hätte man zumindest angesichts des Treffers von Danner zum 19:14 (41.) meinen können. Doch die Hoffnungen des mitgereisten Melsunger Anhangs wurden alsbald zunichte gemacht. Denn kurz darauf kam der eben noch als Torschütze in Erscheinung getretene Kreisläufer gegen Petersson zu spät – Zweiminutenstrafe, Unterzahl Melsungen! Zunächst wehrte Sandström gegen den einschussbereiten Myrhol noch ab, um im nächsten Angriff von Sigurmansson (nach technischem Fehler von Allendorf) bezwungen zu werden 20:14, 42.).

Melsungen wollte sich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht geschlagen geben. Dem eingelaufenen Hildebrand gelang das 20:15. Das wurde zwar von du Rietz mit dem 21:15 beantwortet, aber für die MT schaffte Allendorf als Siebenmeterschütze das 21:16 (43.). Kurz zuvor hatte Schröder seine dritte Zeitstrafe kassiert, für den Linkshänder war damit die Partie beendet. Und dann gleich nochmal Allendorf zum 21:17. Zu spielen waren da noch rund 15 Minuten. Die Gäste schienen Morgenluft zu wittern, wollten ihre Chance suchen. Untrügliches Zeichen dafür: Die Abwehrumstellung durch Michael Roth. Der MT-Coach beorderte Allendorf auf die Vorgezogenen-Position und ließ auch Hildebrand auf der rechten Abwehrseite etwas offensiver agieren.

Die Löwen geboten der MT allerdings schnell wieder Einhalt. Nach Danner-Foul an Myrhol und der fälligen Zweiminutenstrafe markierte Schmid inn Überzahl das 22:17 (46.). Überhaupt dürften sich die Löwen desöfteren über Zeitstrafen für den Gegner gewundert haben. Die Auslegung der Vergehen und deren Ahndung durch die beiden Referees nahm mit zunehmender Spieldauer nur auf Melsunger Seite zu. Dort wurde in Ermangelung eines Linkshänders im rechten Rückraum nun sogar der lädierte Sanikis aufs Feld geschickt. Und prompt erzilte der Grieche auf ungewohnter Position den Treffer zum 23:18. Dann ein kurzer Schlagabtausch, Groetzki von Rechtsaußen, Danner vom Kreis – 24:19 (52.).

Die Löwen schienen sich aber noch nicht auf der sicheren Seite zu wähnen, denn ihr Coach nahm nochmal eine Auszeit. Weil sich aber die nach Wiederanpfiff erzielten sechs Treffer gleichmäßig auf beide Seiten verteilten, gingen die Hausherren verdientermaßen mit diesem Fünf-Tore-Vorsprung über die Ziellinie. Dennoch durfte die MT Melsungen die SAP-Arena erhobenen Hauptes verlassen. Die Roth-Schützlinge hatten auch bei eindeutigen Rückständen nie aufgesteckt und einmal mehr beweisen, dass sie zum Jahresende zu Recht unter den acht besten Mannschaften in der Bundesliga rangieren. Nun steht die WM-bedingte Pause an. Für die MT geht es danach weiter mit dem DHB-Pokalviertelfinale am 6. Februar beim ThSV?Eisenach und drei Tage später mit dem Liga-Heimspiel gegen den TBV Lemgo. (Bernd Kaiser)

Statistik

MT Melsungen: Appelgren, Sandström – Stenbäcken (2), Mansson, Kubes, Fahlgren (2), Schröder (2), Hildebrand (1), Danner (4), Sanikis (1), Karipidis (5/5), Allendorf (5/2), Räbiger (n.e.) – Trainer Roth.

Rhein-Neckar Löwen: Stojanovic, Landin – Schmid (6/5), Roggisch, Sesum (1), Guardiola (n.e.), Sigurmansson (5), Myrhol (5), Steinhauser (n.e.), Groetzki (2), Petersson (4), Bitz (n.e.), du Rietz (4) – Trainer Gudmundsson.

SR: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (Berlin).

Zeitstrafen: 3 – 7 (Roggisch, Myrhol – Kubes, 3x Schröder, 3x Danner)

Rote Karten gegen Schröder und Danner wegen jeweils dritter Zeitstrafe.

Strafwürfe: 5/8 – 7/8 (Schmid wirft an den Pfosten, Sesum scheitert an Sandström, Groetzki scheitert an Sandström – Karipidis scheitert an Landin).

Zuschauer: 7.588, SAP-Arena Mannheim.

Spielfilm:
2:1 (3.), 3:3 (6.), 5:3 (9.), 6:5 (12.), 6:7 (15.), 7:8 (18.), 9:9 (21.), 10:10 (24.), 13:10 (27.), 14:11 (HZ), 16:11 (33.), 19:12 (36.), 19:13 (39.), 20:14 (42.), 21:17 (45.), 22:17 (48.), 24:18 (51.), 25:19 (54.), 25:21 (57.), 27:22 (EN)



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