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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

MT geht Füchsen in die Falle

Christian Hildebrand in Aktion. Foto: Heinz HartungKassel/Melsungen. Trotz einer erneut über weite Strecken guten Leistung musste sich die MT Melsungen vor 3.678 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle den Füchsen Berlin mit 24:30 (13:15) geschlagen geben. Bis zur Pause war es ein Duell fast auf Augenhöhe, in dem die Nordhessen spielerische Vorteile der Gäste durch Kampf und Einsatz wettmachten. Erst nach 40 Minuten und einigen strittigen Situationen setzte sich der Tabellenvierte mit 21:17 vorentscheidend ab. Gleich vier MT-Angreifer mit je vier Toren (Stenbäcken, Fahlgren, Schröder, Allendorf) standen stellvertretend für eine ausgeglichene Mannschaftsleistung. Für die Hauptstädter traf mit Johannes Sellin (6/1) ausgerechnet der Spieler am besten, der nächste Saison nach Melsungen wechseln wird.

Wenige Stunden vor dem Spiel gegen die Füchse Berlin hatte die MT Melsungen ihre Entscheidung über eine sofortige Freistellung von Grigorios Sanikis und Alexandros Vasilakis bekannt gegeben. Von diesem “Aufreger” war dann am Abend zunächst aber wenig zu spüren. In der Besetzung Allendorf, Vuckovic, Fahlgren, Schröder, Karipidis, Danner und im Tor Sandström, ging der Tabellenelfte mit viel Schwung und Selbstbewusstsein in die Partie gegen den frisch ausgeschiedenen Championsleague-Achtelfinalisten. Der trat übrigens in genau der Formation an, die vier Tage zuvor nur aufgrund eines einzigen fehlenden Treffers die Sensation gegen Atletico Madrid verpasst hatte. Einer der stärksten, Igropolu, markierte gegen die MT den ersten Treffer des Spiels. Aber Melsungen reagierte darauf gleich doppelt – Allendorf und Vuckovic brachten die Hausherren nach nicht einmal drei gespielten Minuten erstmals in Führung. Das gelang auch, weil zwischendurch Nincevic einen Strafwurf über das Tor von Sandström setzte.

Vor der ansehnlichen Kulisse der über dreieinhalbtausend Zuschauer sollten die folgenden 20 Minuten wie im Fluge vergehen. Hohes Tempo, offener Schlagabtausch, Tore am Fließband und stets knappe Zwischenstände waren charakteristisch für diese Phase des Spiels. Der Unterschied von sieben Tabellenplätzen war dabei nicht zu erkennen. Die MT stützte sich auf einen zunehmend sicherer agierenden Sandström, der nur in der 15. Minute, beim Stand von 7:7 bei einem Siebenmeter von Appelgren abgelöst wurde. Der dann den Strafwurf von Igropolu auch prompt vereitelte. Wirkungsvoll zeigte sich auch die Maßnahme von MT-Trainer Roth, das Aufbauspiel der Gäste durch Allendorf als Vorgezogener der 5:1-Formation zu stören. Das lähmte die Füchse auf dem Weg zum Melsunger Tor doch einigermaßen. Folglich versuchten die Rückraumspieler vermehrt in die Nahwurfzone einzubrechen, was Igropolu, Romero und Christophersen auch desöfteren gelang.

Auch auf Seiten der MT waren es die Rückraumspieler, in dem Falle Schröder, Fahlgren und Vuckovic, die bis dahin die Akzente im Angriff setzten. Treffsicher zeigte sich vor allem Malte Schröder, der bis zum 11:11 (23.) drei Treffer beigesteuert hatte. Dieser Zwischenstand sollte bis zum Ende der Partie der letzte sein, bei dem das Niveau der beiden Kontrahenten auch in blanken Zahlen zum Ausdruck kam. Denn ab diesem Zeitpunkt gelang es den Füchsen, sich leichte Vorteile zu erarbeiten. Unter anderem, weil Nationalkeeper Heinevetter seinen Kasten mehrfach vernagelte (gegen Schröder und Fahlgren) und sein Gegenüber, der mittlerweile im Tor für Sandström stehende Appelgren, gleich nach Einwechslung zwei Strafwürfe von Bult passieren lassen musste. Der zweite markierte gleichzeitig den 13:15-Halbzeitstand.

Genau wie zu Spielbeginn erzielte auch im zweiten Durchgang Füchse-Star Igropolu den ersten Treffer. Wenig später gelang Melsungens Hildebrand, für Karipidis am rechten Flügel, mit einem gefühlvollen Heber die Resultatsverbesserung zum 14:16. Und nachdem Sandström, eigens zum Siebenmeter gegen Bult eingewechselt, diesen parierte und im Gegenzug Schröder nach schnellem Pass von Fahlgren zum 15:16 aufschloss, war praktisch alles wieder offen. Die Uhr zeigte 33:31 gespielte Minuten an. Dieser knappe Verlauf setzte sich in den folgenden fünf Minuten fort: Berlin legt jeweils zwei Tore vor, Melsungen verkürzte auf eins. Beim Stand von 17:18 (39.) hielt Sandström zum zweiten Mal einen Strafwurf, in dem Fall von Romero. Die Halle tobte. Kurz darauf wurde Schröders Tor zum Ausgleich wegen vermeintlichem Stürmerfoul nicht anerkannt. Die Halle tobte noch mehr. Denn alle hatten gesehen, dass der betreffenden Abwehrspieler der Berliner ebenfalls in der Bewegung war.

Diese Schlüsselszene schien die Melsunger völlig aus dem Konzept gebracht zu haben. Denn innerhalb von nur 87 Sekunden mussten sie drei weitere Treffer (Nincevic, Laen, Sellin) hinnehmen. Beim 17:21 (42.) legte Roth die Grüne Karte. Würde die MT jetzt noch die Kraft aufbringen, sich wieder heran zu arbeiten?

Sie versuchte es. Gleich nach Wiederaufnahme des Spiels wuchtete Stenbäcken den Ball zum 18:21 in die Maschen. Dieser Zwischenstand leuchtete dann geschlagene sechs Minuten lang von der Anzeigentafel der Rothenbach-Halle. Diese Phase offenbarte – gerade weil keine Tore fielen – warum es Melsungen an diesem Abend nicht schaffen würde, die Füchse weiter in Bedrängnis zu bringen. Denn die Chancen waren zweifelsohne da. Vor allem weil hinten Appelgren über sich hinaus wuchs. Daran hätten sich seine Mitspieler aufbauen können. Stattdessen aber passierten ihnen vorne serienweise (technische) Fehler. Wohl auch aufgrund schwindender Kräfte. Für die Berliner verwaltete sich der Drei-Tore-Vorsprung quasi automatisch.

Die torlose Phase beendete Jaszka mit dem Treffer zum 18:22 in der 48. Minute. Und weil kurz darauf Hildebrand aussichtsreich an Heinevetter scheiterte und Laen den daraus eingeleiteten Tempogegenstoß zum 18:23 unterbrachte, war bereits 11 Minuten vor dem Ende abzusehen, dass sich die Berliner die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen würden. Denn einerseits verlor der Melsunger Angriff zusehends an Durchschlagskraft, anderseits hatte Heinevetter einige weitere starke Momente. So pendelte sich ab der 52. Minute, nachdem Christophersen gerade zum 20:25 eingenetzt hatte, der Abstand zwischen den Hausherren und den Gästen auf fünf bis sechs Tore ein. Was sich dann bis zum Schlusspfiff nicht mehr ändern sollte. Sellin, der künftige MT-Rechtsaußen, stellte per Siebenmeter den 24:30 Endstand her.

Trainerstimmen zum Spiel:

Dagur Sigurdsson: Zunächst Dank an Melsungen für das gute Spiel und Kompliment für die gezeigte Leistung. Gerade auch vor dem Hintergrund der heutigen personellen Aktion muss man sagen, dass Melsungen einen Riesenkampf geboten hat. Wir haben nach ausgeglichener erster Halbzeit in der zweiten Hälfte gut gedeckt und so den Melsungern weniger Raum gelassen und uns gleichzeitig einige Gelegenheiten für leichte Gegenstoßtore erarbeitet. Dass es nicht einfach ist, gegen die MT und gerade auch hier zu gewinnen, haben wir selber ja schon erfahren müssen. Umso mehr freuen wir uns natürlich über den heutigen Sieg.

Michael Roth: Gratulation an Dagur und an seine Mannschaft, der Sieg der Füchse ist aufgrund der letzten 15 Minuten des Spiels verdient. Wenn man so wie wir in einer Negativphase ist, ja man muss sagen in einer Krise, dann ist es sehr schwierig, sich da herauszuarbeiten. Was die Mannschaft heute zweifellos mit hohem Einsatz versucht hat. Aber das allein reicht natürlich nicht. Man muss auch versuchen, das eigene Spiel durchzusetzen. Aber wir haben einfach zu viele technische Fehler gemacht, ich glaube, es waren insgesamt 14. Die haben, wie Dagur schon sagte, oft zu direkten Gegenstoßtoren geführt. Wir hatten dann in der Phase als Sandström den Siebenmeter hält die Chance zum Ausgleich, bekommen dann aber ein Stürmerfoul, was ich völlig anders gesehen habe. Das war schade. Denn wir hätten da die Euphorie und die Halle mitnehmen können und es wäre uns vielleicht gelungen, das Spiel wieder besser zu kontrollieren. Es gab zwei, drei Entscheidungen, die ich nicht gut fand, aber das hat sich insgesamt dann über das Spiel auf beiden Seiten ausgeglichen. Ich selber muss mich hier auch nochmal entschuldigen für meinen Ausraster. Das darf nicht passieren. Ich habe eine Zweiminutenstrafe kassiert, was gerade in einer solchen Phase natürlich nicht hilft. Aber so etwas passiert eben, wenn man selber emotional so dicht dran ist und zusätzlich noch versucht, mitzukämpfen. Letztlich haben wir gegen eine Championsleague-Mannschaft verloren, die zudem ihre ganze Routine ausgespielt hat. Für uns geht es nach dieser unruhigen Woche, in der uns zwei Qualitätsspieler verlassen haben, darum, enger zusammen zu rücken und als Team die Qualtitäten der beiden fehlenden Spieler als Team auszugleichen. Wie schon gesagt, es reicht für uns nicht, nur zu kämpfen, wir müssen auch unser Angriffsspiel verbessern und die technischen Fehler minimieren. Gelingt uns das, dann werden wir auch wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.

MT Melsungen – Füchse Berlin 24:30 (13:15)

Melsungen: Appelgren, Sandström – Mansson, Kubes, Allendorf (4), Fahlgren (4), Danner (2), Zufelde, Karipidis (2/2), Stenbäcken (4), Schröder (4), Vuckovic (3), Hildebrand (1), Räbiger, Pregler – Trainer Michael Roth.

Füchse Berlin: Stochl, Heinevetter – Löffler (2), Laen (3), Spoljaric, Pevnov (1), Lund, Romero (3), Bult (2/2), Sellin (6/1), Jascka (1), Nincevic (2), Igropolu (5/1), Christophersen (5), Richwien – Trainer Dagur Sigurdsson.

Schiedsrichter: Lars Geipel/Marcus Helbig (Leipzig/Landsberg).

Siebenmeter: 2/2 – 8/4 (Nincevic wirft über das Tor, 2. Min.; Igropolu scheitert an Appelgren, 15. Min.; Bult scheitert an Sandström, 34. Min.; Romero scheitert an Sandström, 39. Min.).

Zeitstrafen: 4 – 3 (Fahlgren, Schröder, Hildebrand (Roth), Danner – Spoljaric, Lund, Bult).

Zuschauer: 3.678, Rothenbach-Halle Kassel.

Spielfilm: 1:1 (2.), 2:1 (3.), 3:2 (5.), 3:4 (7.), 4:4 (9.), 6:5 (12.), 7:7 (15.), 8:7 (17.), 8:9 (19.), 10:11 (21.), 11:12 (23.), 11:13 (25.), 12:13 (26.), 12:14 (27.), 13:15 (HZ), 13:16 (31.), 14:16 (33.), 15:17 (35.), 16:18 (36.), 17:18 (38.), 17:19 (40.), 17:21 (41.), 18:21 (43.), 18:21 (47.), 18:23 (49.), 19:24 (51.), 20:26 (54.), 20:27 (55.), 22:28 (57.), 23:28 (58.), 24:30 (EN)

Das nächste Spiel:
Sonntag, 31. März, 17.30 Uhr: TV Neuhausen – MT Melsungen, Paul-Horn-Arena Tübingen. (Bernd Kaiser)



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