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Landesmeisterschaften: Silber für Janina Rohde, Bronze für Marie Wagner

ajw130603aBad Homburg/Melsungen. Steigende Tendenz auf breiter Ebene demonstrierten Hessens Leichtathleten bei ihren Titelkämpfen in Bad Homburg, wo über 500 Athleten aus 129 Vereinen an den Start gingen und ihre Landesmeister ermittelten. Das lag mit Sicherheit auch am Wetter, denn die „Schafskälte“ , die ganz Deutschland letzte Woche mit Temperaturen unter zehn Grad fest im Griff hatte, scheint vorüber zu sein. In Bad Homburg zeigte sich die Sonne bei blauem Himmel mit angenehmen Temperaturen. Allerdings wurden die Leistungen noch zum Teil durch einen starken böigen Wind sehr häufig beeinträchtigt. Leider hielt sich die Zuschauerzahl – wie nicht anders zu erwarten war – in überaus bescheidenen Grenzen, aber vornehmlich war es die Abstinenz der zahlreichen CIMG1942Spitzenkräfte aus der Leichtathletik-Hochburg Frankfurt, die ins Auge fiel.

Mit Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch, Hochspringer Martin Günther, Ariane Friedrich und Weitspringerin Xenia Achkinadze sowie den beiden Hammerwerferinnen Betty Heidler und Kathrin Klaas fehlten die Zuschauermagneten. Das konnte auch nicht Carolin Hingst (USC Mainz) verhindern, die als Gastspringerin im Stabhochsprung 4,60 Meter überquerte und damit die Norm für die WM in Moskau erfüllte. Die drei Melsunger Starter Janina Rohde, Marie Wagner und Celine Kühnert erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen und zeigten einen erfreulichen Aufwärtstrend. Mit einer Silber- und einer Bronzemedaille sowie einen siebten Rang kehrten sie nach Melsungen zurück. Das lässt für den weiteren Saisonverlauf einiges erhoffen.

ajw130603b„Ich kann es noch nicht fassen, denn ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt, meine Hallenbestleistung zu übertreffen“, sagte Janina Rohde, die nach ihrem Hallenrekord vom 1. Dezember in Erfurt, wo sie die 3kg-Kugel 13,40 m weit stieß, selten mehr als Durchschnitt geboten hatte und für manch HLV-Offiziellen schon aus dem Blickfeld verschwunden war. Bei den Kreismeisterschaften am 9. Mai in Felsberg kam sie mit 13,27 Meter das erste Mal in der Freiluftsaison über die begehrte 13m-Marke und brachte sich nun mit der neuen persönlichen Bestweite von 13,50 Meter sehr nachdrücklich in Erinnerung.

Allerdings fand sie auch in Bad Homburg nur schwer in den Wettkampf, denn sie und lag nach dem Vorkampf mit 12,62 Meter nur an fünfter Stelle. Nachdem sie im ersten Versuch des Endkampfes nur auf 12,37 Meter kam, setzte sie mit ihren beiden letzten Stößen zur Aufholjagd an und verbesserte sich zunächst auf 13,30 Meter. Mit dieser Weite lag sie plötzlich auf einem Medaillenrang. Lea Menzel aus Neu-Isenburg hatte sich im vierten Durchgang auf 13,50 Meter gesteigert und baute mit ihrem nächsten Stoß ihre Führung auf 13,80 Meter aus. Aber noch hatten alle Wettkämpferinnen ihren letzten Versuch, und Janina Rohde nutzte diese Chance. „Dass dieser letzte Kugelstoß noch besser war, habe ich unmittelbar nach dem Abstoß gemerkt. Und als der Kampfrichter 13,50 Meter anzeigte, war ich überglücklich“, sagte eine strahlende Janina Rohde nach dem Wettkampf, die danach zu CIMG1898ihrer ersten Doping-Kontrolle ausgelost wurde. Anna Faulhaber (Eintracht Frankfurt), die in der Halle bereits Landesmeisterin mit 13,76 m wurde und bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften 14,06 Meter stieß, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Die große Favoritin blieb viermal unter der 13m-Marke und erreichte im letzten Durchgang nur 13,32 Meter. Sie verdrängte mit dieser Leistung Sara Lisa Zorn aus Hanau-Rodenbach (13,18 m), doch Janina Rohde konnte sie an diesem Nachmittag nicht bezwingen. „Das war ein toller Wettkampf“ sagte auch Armin Rohde, der mit seiner Frau die Tochter nach Bad Homburg begleitete und in der Nähe des Kugelstoßrings mitfieberte. Dass die Siegerehrung im Kugelstoßen der U18 ohne Janina durchgeführt wurde, weil diese noch bei der Doping-Kontrolle war, gehörte zu den unschönen Dingen bei diesen Meisterschaften. „So etwas darf einfach nicht passieren“, Da freut sich ein Mädchen nicht nur über ihre neue Bestleistung, sondern vor allem auch über die Silbermedaille, die sie bei der Siegerehrung bekommen sollte und dann hält man sie bei der Doping-Kontrolle fest und führt diese Ehrung ohne die Athletin aus, die wesentlich mit zu diesem Leistungsbild beigetragen hat“, sagte Alwin J. Wagner.

ajw130603cNach dieser starken Leistung strahlte die 16-jährige Melsunger Gesamtschüler auch Optimismus für das anschließende Diskuswerfen aus, denn für alle Rechtswerfer herrschten auf der Wurfwiese neben dem Stadion ideale Bedingungen. Man brauchte die 1kg-Scheibe nur im richtigen Winkel in den böigen Wind legen, dann flog sie 20 Prozent weiter als bei Windstille. Und die zweifache frisch gebackene deutsche Turnfestsiegerin zeigte beim Einwerfen, was sie drauf hatte. Zwei von drei Würfen landeten knapp vor der 40m-Marke. Aber im Wettkampf, wo sie als letzte Werferin an der Reihe war, flatterten ihr die Nerven. CIMG1886Nachdem Sarah Weckbecker aus Gelnhausen sich auf 32,73 Meter verbessert hatte und Sara Lisa Zorn auf 32,72 Meter kam, hatte es Janina Rohde in der Hand, ein deutliches Achtungszeichen zu setzen. Aber auch sie machte das falsch, was fast alle Werferinnen vor ihr taten: Sie stellte die Scheibe zu steil an, so dass der Diskus wie gegen eine Wand prallte und bei ca. 31 Meter wie ein Stein zu Boden fiel. Auch ihre nächsten drei Würfe – der weiteste Wurf wurde mit 33,57 Meter gemessen – waren nicht viel besser. In der Zwischenzeit hatte Alicia Schilling sich um fast sechs Meter auf 36,10 Meter gesteigert und war damit in Führung gegangen. Mit ihrem vorletzten Wurf kam Janina Rohde auf 34,35 Meter und lag mit dieser Leistung auf Rang vier, denn Alicia Schilling (36,53 m), Sarah Weckbecker (36,10 m) und Lisa Schmitt (34,77 m) hatten bessere Weiten erzielt. Da Janina den letzten Wurf ebenfalls beim Abwurf nicht richtig traf, war sie nach dem guten Einwerfen sehr enttäuscht, denn sie blieb in diesem Wettbewerb ohne Medaille. Wie man es besser macht, demonstrierte Lisa Schmitt (Eintracht Frankfurt), die ebenfalls fünf Würfe nichts zustande brachte. Aber bei ihren letzten und entscheidenden Wurf legte sie die Scheibe genau in den Wind und brachte sie zum Segeln. Für diesen guten Wurf wurde sie nicht nur mit der neuen persönlichen Bestleistung von 41,16 Meter belohnt, sondern damit qualifizierte sich die 16-Jährige auch für die deutschen Jugendmeisterschaften.

Marie Wagner aus Gensungen bringt sich immer stärker zur Geltung. Trotz eines starken Gegenwindes auf der Zielgeraden lief sie am ersten Tag der Meisterschaften ein starkes Rennen über 400 Meter. Sie belegte im zweiten Zeitlauf hinter der für den MTV Kronberg startenden Judith Entzeroth (57,61 Sek.) und Cathrin Wicke aus Bad Schwalbach (58,90 Sek.) den dritten Platz. Nachdem sie die erste Hälfte der Strecke unter 30 Sekunden und damit viel zu schnell angelaufen war, fehlte ihr auf den letzten Metern die Kraft. Dennoch stellte sie mit 62,08 Sekunden eine neue Jahresbestzeit für den Schwalm-Eder-Kreis auf und belegte in der Gesamtabrechnung den fünften Rang.

Einen Tag später sorgte die 16-Jährige für eine Überraschung im Lauf über 400m-Hürden. Obwohl sie mit einer Zeit von 68,30 Sekunden gemeldet worden war, musste sie im ersten Lauf, indem die schwächeren Athletinnen am Start waren, antreten. Franziska Schindler aus Alsfeld, deren Meldezeit um 0,07 Sekundenschwächer war, durfte aber im schnelleren zweiten Rennen laufen und hatte somit den Vorteil, sich an den vorgelegten Zeiten orientieren zu können.

ajw130603dMarie Wagner lief gegen Betty Will (Heuchelheim), Melina Bernd (Rüsselsheim) und Laura Bauer (Fulda). Da es erst ihr zweiter Lauf in diesem Jahr war, hatte sie noch Schwierigkeiten mit dem Schrittrhythmus und lag nach der Hälfte der Strecke noch zurück. Selbst eingangs der Zielgeraden lag Betty Will noch in Führung, doch auf den letzten 100 Metern holte Marie Wagner Schritt für Schritt auf und überholte die Jugendliche aus Heuchelheim kurz vor dem Ziel. Als die elektronische Uhr im Ziel für sie bei 67,98 Sekunden stehen blieb, hatte sie ihre Jahresbestleistung von den nordhessischen Meisterschaften in Obersuhl um über fünf Sekunden nach unten gedrückt. Betty Will belegte in diesem Lauf mit 68,22 Sekunden vor Melina Bernd (73,19 Sek.) den zweiten Rang. Laura Bauer wurde wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert.

Im zweiten Lauf siegte die nachgemeldete Eileen Demes aus Obertshausen mit vorzüglichen 61,48 Sekunden. Den zweiten Platz sicherte sich Annika Lietz aus Anspach mit 67,46 Sekunden und verdrängte damit Marie Wagner um 0,52 Sekunden vom zweiten Platz. Die höher eingeschätzte Kim Medelnik, die am 20. Mai in Ginsheim bereits 67,51 Sekunden gelaufen war, belegte in der Endabrechnung mit 68,52 Sekunden Rang fünf. „Am nächsten Wochenende möchte ich in Baunatal bei den Landesmeisterschaften der U20 ebenfalls das Finale erreichen und unter 67 Sekunden laufen“, sagte Marie Wagner. Wenn sie bis dahin den richtigen Rhythmus zwischen den zehn Hürden findet, sollte ihr das Vorhaben gelingen. Schließlich hatte die 16-jährige Geschwister-Scholl-Schülerin bei diesem Meisterschaftslauf noch schwere Beine, denn sie merkte noch den 400m-Lauf vom Vortag.

Celine Kühnert bewies im Dreisprung der Frauen mit dem Erreichen des Finales erneut ihre Zuverlässigkeit. Bei Windböen bis zu vier Meter pro Sekunde war der Anlauf jedes Mal ein reines Lotteriespiel. Die 18-Jährige begann bei einem Gegenwind von 3,2 m/sec mit 10,00 Meter und lag vorübergehend auf Rang fünf. Doch Alisa Franz aus Camberg sprang im vierten Versuch drei Zentimeter weiter und verdrängte die Jugendliche aus Melsungen auf Rang sechs. Obwohl sie drei ungültige Versuche in ihrer Serie hatte, demonstrierte Celine Kühnert mit ihren Weiten, dass sie am nächsten Wochenende bei den Jugendmeisterschaften der U 20 für einen Medaillenrang in Frage kommen kann. (ajw)

 

 

 



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