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Demografischer Wandel: Diskussion mit Manfred Görig

goering130918Trutzhain. Dass man sich ausgerechnet im Dorfgemeinschaftshaus in Trutzhain zu einer Diskussion zum Demografischen Wandel getroffen habe, sei sehr passend, erklärte Regine Müller den anwesenden Gästen zu Beginn. Trutzhain sei ein Sinnbild des Wandels: Vom Kriegsgefangenenlager über die Flüchtlingssiedlung (1948) zum jüngsten Dorf Hessens (1951). „Es ist wichtig, dass wir voneinander lernen, einander Anregungen geben, auch über Kreisgrenzen hinaus“, appellierte Müller. Deshalb habe sie den Referenten des Abends, den Landrat des Vogelsbergkreises Manfred Görig eingeladen, der gekommen war, kommunalpolitische Modelle zur Gestaltung des demografischen Wandels im  ländlichen Raum vorzustellen.

Modellprojekte im Vogelsberg
Zuerst gab er einen Überblick über die Struktur des Vogelsbergkreises und machte gleich klar, dass jede Region ihre eigenen Rezepte entwickeln muss, um dem Demografischen Wandel zu begegnen. „Dazu bedarf es auch unterschiedlicher Standards zwischen Stadt und Land“, war eine Forderung von Görig Richtung Bund und Land. Sein Kreis nimmt Teil an einem Modellprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) namens MORO (Modellvorhaben der Raumordnung). „Aus diesem Projekt heraus haben wir Handlungsempfehlungen für den ländlichen Raum entwickelt mit der Perspektive in 20 Jahren. Um neue Ideen zu entwickeln mussten wir auch neu denken und neue Wege gehen“, beschrieb Landrat Görig den Prozess.

Handlungsempfehlungen
Die lange Liste der Handlungsempfehlungen beginnt bei technischen Themen wie der Reform des kommunalen Finanzausgleichs oder des Denkmalschutzes oder der Abwasserverordnung. Das Thema Pflege und Senioren spielt eine weitere große Rolle. Görig: „Wir fordern eine höhere Vergütung von Hausärzten im ländlichen Raum, die Einberechnung von Fahrzeiten in der Abrechnung von ambulanten Pflegedienstleistungen und die Einführung des Gemeindeschwesternmodells.“ Auch die Veränderung der Bildungspolitik spiele laut Görig im Demografischen Wandel eine Rolle: „Wir werden weniger Schülerinnen und Schüler haben. Deshalb müssen der MindestschülerInnen-Zahlen pro Klasse im ländlichen Raum senken.“ Auch die Lehrerschlüssel müsse man an die Bedingungen im ländlichen Raum anpassen.

„Wir müssen Modelle entwickeln aus der Region für die Region“, schloss Görig sein Referat.

Diskussion schloss sich an
An das Referat schloss sich eine Diskussion mit den Gästen an. Reinhard Darmstadt vertrat die „Runden Tische für Seniorengerechte Stadtentwicklung“ in Schwalmstadt. „Schwalmstadt muss Visionen entwickeln, um eine seniorenfreundliche Stadt zu werden“, so Darmstadt. Dazu forderte er eine Stärkung der Seniorenbeiräte der Runden Tische für Seniorengerechte Stadtentwicklung.

Heinrich Ploch von der Nachbarschaftshilfe Miteinander Füreinander Ottrau e.V. sagte, dass es kluge Konzepte vor Tagespflege und Altenheim gibt, „damit ältere Leute länger in ihrem zu Hause leben können.“ Nachbarschaftshilfe, Seniorentreffs oder Betreuungsangebote könne man in einer Gemeinde gut aufbauen, habe er in Ottrau fest gestellt.

Zuletzt sprach sich Martin Herbold aus Homberg (Efze) für die junge Generation aus: „Damit junge Leute in der Region bleiben, brauchen wir Arbeit, eine gute Infrastruktur für Verkehr und Breitband und eine gute Ganztags-Betreuung für Kinder und Schülerinnen und Schüler.“ (red)

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