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MT: Löwen zähmen und zwei Punkte holen

mt140222Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen empfängt am 23. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga den Bergischen HC. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist am Samstag, 22. Februar, um 19 Uhr. Ausreichend Tickets – auch für Kurzentschlossene – sind an der ab 17.30 Uhr geöffneten Hallenkasse verfügbar. Das Ziel der MT ist klar: Erst die Löwen zähmen und dann zwei Punkte auf der Habenseite verbuchen. Geleitet wird das Spiel von Thomas Hörath (Zirndorf) und Timo Hofmann (Münchberg).

Wenn, wie in diesem Fall, der Tabellensechste den Fünfzehnten empfängt, sind die Rollen Favorit und Außenseiter in der Regel schon vor dem Anwurf klar verteilt. Das dachten sich unter der Woche vielleicht auch die Füchse Berlin, die als Fünfter beim Zwölften Minden antreten mussten und anschließend mit einer Niederlage im Gepäck wieder heim reisten. Was wieder einmal zeigt, dass sich in der stärksten Liga der Welt keiner richtig sicher fühlen kann.

Melsungens Coach Michael Roth sieht sich mit dem Ergebnis der Berliner in seiner Einstellung bestätigt, wirklich jeden Gegner, unabhängig von dessen Tabellenposition, ernst zu nehmen: „Wir haben die komplette Trainingswoche genutzt, um uns intensiv auf den Bergischen HC vorzubereiten. Nach einem etwas härteren Einstieg mit hoher Belastung sind wir zum mannschaftstaktischen Training übergegangen, bei dem die gezielte Einstimmung auf die Besonderheiten des Gegners im Mittelpunkt stand. Unterschätzen werden wir den BHC also ganz sicher nicht. Schließlich sollen die beiden Punkte in Nordhessen bleiben“.

Dass dieses Ziel einiger Anstrengungen bedarf, lässt sich an zwei Faktoren festmachen. Zum einen ist die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze personell ziemlich gut besetzt. So stehen mit Torwart Björgvin Pall Gustavsson und Rechtsaußen Arnor Thor Gunnarsson (beide Island), Spielmacher und Kapitän Viktor Szilagyi , dem Halbrechten Maximilian Hermann und Rechtsaußen Richard Wöss (alle Österreich) gleich fünf Nationalspieler im Kader, die kürzlich an der Europameisterschaft teilnahmen. Von der MT waren mit Patrik Fahlgren (Schweden) und Daniel Kubes (Tschechien) übrigens nur zwei Spieler dort am Start.

Zweiter gewichtiger Grund, den BHC nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, ist die für einen Aufsteiger beachtliche Zahl von 15 Punkten, die er in der Hinrunde angesammelt hat. Und dabei auch scheinbar übermächtige Kontrahenten überraschte. Vorneweg den HSV Handball. Der amtierende Championsleague-Titelinhaber, am zweiten Spieltag offenbar noch nicht ganz wach, wurde mit einer 27:34-Schmach auf die Heimreise geschickt. Mit Gummersbach, Wetzlar Magdeburg mussten weitere Arrivierte dran glauben. Minden, Balingen und Göppingen kamen bei jeweiligen Remis mit einem blauen Auge davon. Beinahe hätte es auch die SG Flensburg/Handewitt und die MT Melsungen erwischt. Die beiden aber zogen mit knappen Siegen (30:28, bzw. 31:30) ihre Köpfe im letzten Moment noch aus der Schlinge.

Wie schnell sich der Überraschungseffekt als Aufsteiger abnutzen und damit auch die entstandene Euphorie verfliegen kann, musste der Bergische HC dann mit zunehmender Saisondauer leidvoll erfahren. Ab Mitte November war der Faden plötzlich ganz gerissen, in den seitdem absolvierten acht Spielen hagelte es ausnahmslos Niederlagen. Das ließ den Shootingstar der Liga in der Tabelle vom vierten auf den fünfzehnten Platz abrutschen. Wodurch der BHC jetzt nur noch zwei Pünktchen vom ersten Abstiegsrang entfernt ist. Hoffnung indes hat das Spiel letzte Woche gezeigt, wenn auch die 27:28-Heimniederlage schwer zu verdauen war.

So wird die MT Melsungen am Samstag vor allem darauf achten müssen, die neu geweckten Lebensgeister des BHC im Zaum zu halten. Mit einer starken Leistung wie in der ersten Halbzeit beim Auswärtsspiel in Hamburg sollte dies gelingen. Da boten die Nordhessen dem hohen Favoriten mit einer frechen Offensive die Stirn. Beinahe jeder Angriff war ein Treffer. Vor allem Philipp Müller, Felix Danner und der sichere Strafwurfschütze Michael Allendorf taten sich als Torproduzenten hervor. Leider traf auch der HSV aus allen Lagen, wie das 17:17 zur Pause zeigte. Im zweiten Durchgang hätten die Rotweißen eine deutlich bessere Defensive benötigt, um das Spiel weiter knapp zu halten. Das aber genau gelang nicht. Hens, Nilsson & Co gewannen zusehends Oberwasser und hatten am Ende mit 37:31 die Nase vorn.

Weil sich nun die MT-Abwehr in Hamburg wie auch schon davor gegen Lemgo alles anders als sattelfest zeigte, legte Michael Roth einen der Trainingsschwerpunkte natürlich darauf, dies auszumerzen. Er befürchtet übrigens nicht, dass sich die Defensive zum Problemfall ausweiten könnte: “Abwehrarbeit ist in der Regel eine Kopfsache. Dabei können wir uns auch die diesbezüglich guten Leistungen aus der Hinrunde ins Gedächtnis zurück rufen. Ich bin sicher, dass wir mit weiteren Spielen jetzt auch in diesem Bereich wieder schnell an Stabilität gewinnen und die Qualität zurückholen werden”, strahlt Roth Zuversicht aus.

Bis auf den grippekranken Philipp Müller hatte er unter der Woche alle Mann an Bord. Ob der Halblinke am Samstag mitwirken kann, wird sich womöglich erst am Spieltag entscheiden. Ansonsten hätte der MT-Coach mit Nenad Vuckovic und Jonathan Stenbäcken gleich zwei gute Alternativen zur Besetzung der so genannten Königsposition parat.

“Wir werden mit Achtung vor dem Gegner, aber als Heimmannschaft auch entsprechend selbstbewusst an dieses Spiel herangehen. Schließlich zählt am Samstag für uns nur ein Sieg”, bringt es Michael Roth auf den Punkt. Wenn es seinen Schützlingen gelingt, die Bergischen Löwen zu zähmen und zwei Punkte einzusacken, wäre das dann auch ein passendes nachträgliches Geschenk für den MT-Coach, der genau eine Woche zuvor seinen 52. Geburtstag feierte.

Allendorf und Danner für Deutschland
Zusätzlich motiviert dürften am Samstag ganz sicher Michael Allendorf und Felix Danner sein. Denn der Linksaußen, zur Zeit Rang zwei der Ligatorschützenliste, und der Kreisläufer durften sich über die Einladung  von Bundestrainer Martin Heuberger zu Nationalmannschaft freuen. Am 4. März werden die beiden MT-Cracks die deutschen Farben bei einem weiteren Vorbereitungsspiel der deutschen Auswahl auf die WM-Qualifikation vertreten und dort ihre Länderspiele 11 (Danner) und 9 (Allendorf) absolvieren. Gegner ist der Europameisterschaftselfte Österreich, Spielort ist das Multiversum im niederösterreichischen Schwechat.

Außer Michael Allendorf und Felix Danner könnte aber auch Johannes Sellin am Samstag zusätzlich heiß sein. Danna llerdings aus einem ganz anderen Grund. Nämlich um dem Bundestrainer zu zeigen, dass auch er eine Nominierung verdient gehabt hätte. Der Rechtsaußen, der zuletzt beim Vier Nationen-Turnier und auch bei seinen Einsätzen in der B- und A-Auswahl des DHB anlässlich des All-Star-Games gute Leistungen auf die Platte brachte (10 Versuche, 10 Tore in beiden Spielen zusammen), wurde für das Länderspiel in Österreich nicht berücksichtigt. Das erscheint umso überraschender, da die Rechtsaußenposition mit Rhein-Neckar-Löwe Patrick Groetzki nur mit einem einziger Spieler besetzt ist.
Das Aufgebot der deutschen Mannschaft zum Länderspiel in Österreich:

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach); Links-außen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Michael Allendorf (MT Melsungen); Rückraum links: Steffen Fäth (HSG Wetzlar), Finn Lemke (TBV Lemgo), Stefan Kneer (SC Magdeburg); Rückraum Mitte: Michael Haaß (SC Magdeburg), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen); Rückraum rechts: Steffen Weinhold (SG Flensburg-Handewitt), Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt), Kai Häfner (HBW Balingen-Weilstetten); Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen); Kreis: Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (TBV Lemgo), Felix Danner (MT Melsungen). (Bernd Kaiser)



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